Foto von links nach rechts: Prof. Dr. Norbert Winkeljohann und Frau Maria, Ministerpräsident Volker Bouffier, Prof. Dr. Rudolf Steinberg und Frau Angelika Schriever-Steinberg, Hans Sarkowicz und Frau Bettina Mähler.

Der Rechtswissenschaftler und frühere Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Rudolf Steinberg, ist mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde ihm im Rahmen einer Feierstunde vom Ministerpräsident des Landes Hessen, Volker Bouffier, überreicht.

„Besonders hervorzuheben sind Rudolf Steinbergs Leistungen bei der Umwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftungshochschule des öffentlichen Rechts. Die neu gewählte Rechtsform macht die Universität in finanzieller, rechtlicher und inhaltlicher Hinsicht unabhängiger und bringt die Universitätsidee zurück in die Bürgerschaft“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. „Unermüdlich und mit viel Leidenschaft hat er sowohl die bauliche als auch die strukturelle Innovation ,seiner‘ Universität vorangetrieben. Auch nach seiner Emeritierung und seinem Ausscheiden als Präsident der Frankfurter Goethe-Universität hat der 77-Jährige sein Engagement unermüdlich weitergeführt und ist der Hochschule eng verbunden geblieben.“ Steinberg wurde vom Bundespräsidenten auch für sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. So leitet er seit vielen Jahren den Stiftungsrat des Frankfurt Institute for Advanced Studies auf dem Riedberg und das Kuratorium des Hauses der Stille auf dem Westend-Campus. Weitere Tätigkeiten sind unter anderem die Leitung des Kuratoriums der Polytechnischen Gesellschaft und die Mitgliedschaft im Stiftungsrat des Ernst-Strüngmann-Institut.

Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, sagt: „Herzlichen Glückwunsch an Rudolf Steinberg für diese bedeutende Auszeichnung! Er hat sie mehr als verdient. Die Goethe-Universität hat in der Zeit seiner Präsidentschaft einen großen Entwicklungssprung gemacht. So wurde nicht nur der Umzug vom Campus Bockenheim auf die Campi Westend und Riedberg eingeleitet, sondern auch die Umwandlung der Goethe-Uni in eine Stiftungsuniversität des öffentlichen Rechts – eine Entwicklung, von der wir noch heute profitieren und die wir aktiv weiter vorantreiben.“

Rudolf Steinberg wurde am 16. Februar 2000 zum Präsidenten der Goethe-Universität gewählt, 2006 wurde er mit großer Mehrheit wiedergewählt. Er übte das Amt bis 2008 aus.  Rudolf Steinberg lehrte von 1980 bis 2000 Öffentliches Recht, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaften an der Goethe-Universität. Er beschäftigte sich wissenschaftlich intensiv mit dem Regierungshandeln und vertrat häufig in Konsensverfahren an Runden Tischen zum Interessensausgleich. Er beriet mehrere Landesregierungen im Umwelt-, Energie- und Atomrecht. In den letzten fünf Jahren seiner Tätigkeit als Professor war er darüber hinaus als Richter am Thüringer Verfassungsgerichtshof in Weimar tätig.  Zu seinen neuesten Publikationen gehört unter anderem „Die neue Universität Frankfurt am Main. Ihr Neubau und ihre Rückkehr zur Stiftungsuniversität“ (2013), „Die Repräsentation des Volkes: Menschenbild und demokratisches Regierungssystem“ (2013), „Kopftuch und Burka: Laizität, Toleranz und religiöse Homogenität in Deutschland und Frankreich“ (2015) und „Zwischen Grundgesetz und Scharia: Der lange Weg des Islam nach Deutschland“ (2018). Steinberg ist verheiratet und hat vier Kinder.