Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn.

Goethe-Universitäts-Projekt „Start ins Deutsche“ und Stiftung Junge Weltbürger machen auf Bedeutung von Sprachförderung aufmerksam.

„Wenn Worte meine Sprache werden“: Unter diesem Motto machen das Projekt „Start ins Deutsche“ der Goethe-Universität und die Stiftung Junge Weltbürger auf die Bedeutung von Sprachförderung und interkulturellem Austausch für die Integration aufmerksam.

Insgesamt 180 Personen sind der Einladung des Projekts „Start ins Deutsche“ und seiner Projektpartnerin, der Stiftung Junge Weltbürger, ins Historische Museum gefolgt, um über Spracherwerb und ehrenamtliches Engagement zu sprechen. Denn auch vier Jahre nach der so genannten „Flüchtlingskrise“ bleiben Angebote zur Sprachförderung unverzichtbar. 

„Die Goethe-Universität trägt seit ihrer Gründung zur Lösung großer gesellschaftlicher, politischer und kultureller Herausforderungen bei“, sagt Uni-Präsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff bei der Eröffnung. Mit dem Projekt „Start ins Deutsche“ biete sie einen Ort der Begegnung und einen Zugang zum Spracherwerb. Hochqualifizierte Flüchtlinge und studieninteressierte Geflüchtete haben außerdem die Möglichkeit, mit dem Academic Welcome Program (AWP) eine akademische Heimat zu finden.

Wie aus der Fremdsprache eine eigene Sprache wird, verdeutlichten zwei Teilnehmerinnen des Projekts, die über ihre erste Zeit in Deutschland sprachen: „Ich habe hier viele Träume und Hoffnungen, denn ich möchte gerne Ingenieurin werden und das Land unterstützen, welches mir geholfen und mir die Freiheit gegeben hat“, so Randa Sammer Eedo aus dem Irak. Das Projekt wird durch Spenden finanziert, und Verena von Tresckow-Bronke, die es seit 2016 mit ihrer Stiftung Junge Weltbürger als Kooperationspartnerin unterstützt, betont, dass Integration eine Querschnittsaufgabe sei. Sie fordert dazu auf, ihrem Beispiel zu folgen und für das Projekt zu spenden.

Prof. Dr. Petra Schulz, die an der Goethe-Universität zu Deutsch als Zweitsprache forscht und lehrt, hebt hervor, dass der Spracherwerb für Erwachsene eine „anspruchsvolle Aufgabe“ sei, für die „Zeit, Ressourcen, Engagement und nicht zuletzt Fachleute benötigt werden, die nicht nur wissen, was ‚richtiges Deutsch‘ ist, sondern auch, wie das System ‚Sprache‘ aufgebaut ist.“ Stadträtin Prof. Daniela Birkenfeld, Uni-Vizepräsident Prof. Roger Erb sowie am Projekt beteiligte Studierende diskutierten über die Grenzen des ehrenamtlichen Engagements und über die aktuelle Situation in Frankfurt. „Das Projekt Start ins Deutsche trägt zur Verbesserung der Sprachkenntnisse der Geflüchteten in Frankfurt bei und damit zu ihrer Integration. Denn viele Teilhabechancen eröffnen sich erst mit ausreichenden Deutschkenntnissen. Für die Betreiber unserer Übergangsunterkünfte sind die Projektverantwortlichen und die beteiligten Studierenden verlässliche und gern gesehene Partner“, sagt Frankfurts Sozialdezernentin Birkenfeld. Doch auch die Studierenden lernen selbst viel im Projekt. „Durch eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen (Mutter)-Sprache gewinnen sie einen ganz neuen Zugang dazu. Außerdem erwerben sie interkulturelle Kompetenz, berufliche, akademische und persönliche Schlüsselqualifikationen, die in hohem Maße berufsrelevant sind“, so Prof. Dr. Roger Erb, als Vizepräsident zuständig für Studium und Lehre.

Die hessische Wissenschaftsministerin, Angela Dorn: „Das Projekt ‚Start ins Deutsche‘ ist ein gelungenes Beispiel dafür, mit welch großem Engagement unsere Hochschulen Geflüchtete auf ihrem Weg zur Aufnahme oder Fortführung eines Hochschulstudiums begleiten. Für diesen großen ehrenamtlichen Einsatz für gelungene Integration danke ich allen Projektbeteiligten sehr herzlich. Sie unterstützen damit unsere Arbeit, mit der wir seit 2015 vorhandene Angebote für ausländische Studierende an den Hochschulen stärken.“

Seit dem Projektstart 2016 haben mehr als 1000 Studierende an verschiedenen Standorten Deutsch unterrichtet. Auf ihr Engagement vorbereitet werden sie durch Dozentinnen und Dozenten der Goethe-Universität.  Während des Semesters werden die Studierenden durch regelmäßige Supervisionsgruppen in Kooperation mit dem Frankfurter Psychoanalytischen Institut e.V. (FPI) begleitet.