Welche Startups sind die besten im Rhein-Main-Gebiet? Dieser Frage nahm sich nun erstmals der Gründerwettbewerb „Best of X – Rhine-Main“ an. Gleich zwei Gründerteams aus dem Goethe-Unibator, dem Gründerzentrum der Goethe-Universität, machten das Rennen: MINDS-Medical gewann den ersten Preis neben Debitos auf Platz zwei. Ersteres wird aktuell noch vom Goethe-Unibator gefördert. Debitos gehört bereits den Alumni an.

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Das Siegerteam von MINDS-Medical mit Jury-Mitglied Carsten Knop (rechts) von der FAZ; Foto: Felix Schmitt

„Ich freue mich besonders, dass der Unibator mit seinen Startups bei dieser Veranstaltung so gut vertreten war und wünsche mir, dass sich auch in Zukunft alle ambitionierten Gründer aus der Rhein-Main Region mit uns auf den unternehmerischen Weg machen wollen“, sagte Dr. Sebastian Schäfer, Leiter des Goethe-Unibators. Bereits vorab qualifizierten sich insgesamt fünf Startups aus dem Goethe-Unibator für die Runde der besten zehn, die bei dem Wettbewerb, der in Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem lokalen Energieversorger Entega am 8. März 2016 stattfand, ihre Unternehmen in kurzen Pitches vor einer Jury präsentierten.

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Die Siegerehrung des Gründerwettbewerbs „Best of X – Rhine-Main“; Foto: Felix Schmitt

Das Frankfurter Startup MINDS-Medical hat eine Softwarelösung entwickelt, die Krankenhäusern und Ärzten Zeit und Ressourcen bei der Abrechnung spart. Die Jury sah in dieser Idee einen wirklichen Mehrwert und ein schönes Beispiel, wie Business-to-Business-Modelle dem Endkunden zugutekommen können. Zudem konnte sich MINDS-Medical über einen Sonderpreis, ein fundiertes Startup-Coaching mit Immoscout24-Gründerin Birgit Ströbel, freuen. Das zweitplatzierte Jungunternehmen Debitos ist eine führende deutsche Online-Plattform für den Handel mit notleidenden Krediten und Insolvenzquoten.

Die Jury würdigte damit die clevere Lösung für eine Lücke am Wirtschaftsmarkt. Den dritten Platz belegte das Frankfurter Startup Antelope. Die Experten-Jury unter Beteiligung von Marc Umber (High-Tech Gründerfonds), Casten Knop (FAZ), Birgit Ströbel (Founders Fight Club), Bernd Scharrer (Allianz Digital Accelerator) und René Sturm (Entega) wählte die Gewinner aus. Die weiteren Teilnehmer aus dem Goethe-Unibator waren vaamo (Alumni), Roomhero und Savedroid.

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Startup-Pitches: Die Jury hört interessiert zu; Foto: Felix Schmitt

Der Wettbewerb „Best of X“ findet international in verschiedenen Städten und Regionen statt. Ziel ist es, die besten Gründerteams des jeweiligen regionalen Startup-Ökosystems an einem Abend zusammenzubringen und besser untereinander sowie mit Investoren und Beratern zu vernetzen.

 

Ärzte sind oft bereits voll ausgelastet mit der Behandlung ihrer Patienten und können sich nicht noch zusätzlich die Zeit für Verwaltungsaufgaben nehmen, wie etwa die Abrechnung für die Krankenkassen. Im Jahr 2004 wurde in Deutschland zudem ein diagnosebezogenes Fallpauschalen-System (G-DRG System) eingeführt, hierfür müssen Ärzte ihre Patientenfälle in abrechenbare DRGs umwandeln, damit Krankenhäuser ihre Arbeit abrechnen können.

Dieses umständliche Prozedere hat das Startup MINDS-Medical erkannt und eine Softwarelösung zur Integration in bestehende Krankenhaus-IT-Systeme, entwickelt. Das Ziel des Teams ist es, Ärzten und Medizincontrollern anhand der medizinischen Dokumentation automatisierte und in Echtzeit optimierte Case-Mix Vorschläge als DRG-Kodierung zu liefern.

Debitos ist eine Online-Forderungsbörse, auf der Forderungen, notleidende und gekündigte Kredite sowie Insolvenzquoten verkauft und gekauft werden können. Das Frankfurter Unternehmen bildet dabei den gesamten Prozess von der Investorenansprache über die Analyse, Prüfung und Bewertung eines Kaufgegenstandes, Frage/Antwort-Verfahren (Q&A-Prozess), Preisfindung und Vertragsabschluss online ab.

Gläubiger können über die Plattform schnell einen Teil ihrer Forderungen von Investoren abkaufen lassen und müssen nicht bis zum Ende des Insolvenzverfahrens warten. Die Vorteile von Debitos sind schnellere Verkaufsprozesse, höhere Erlöse aufgrund des direkten Wettbewerbs, mehr Transparenz sowie der deutlich reduzierte Koordinationsaufwand.

Roomhero ist ein Online-Einrichtungsexperte für alle, die keine Lust auf überfüllte Möbelhäuser haben und stattdessen eine Online-Beratung zu ihrer Einrichtung bevorzugen. Aus den eigenen Angaben zu Wohntyp, Budget und Grundriss werden per Algorithmus Daten zum persönlichen Einrichtungsstil ermittelt.

Daraufhin entwirft Roomhero ein individuelles Wohnkonzept mit Möbeln, Wandgestaltung, Beleuchtung und Dekoration in Form einer „begehbaren“ 3D Simulation. Anschließend können entweder das Gesamtpaket oder einzelne Produkte daraus bestellt werden.

Jeder soll verstehen können, was mit seinem Geld passiert, wenn er es anlegt – dieser Gedanke steht hinter der Gründung des Startups vaamo. Das Jungunternehmen ermöglicht es Privatanlegern, ihr Geld einfach und transparent ohne Expertenkenntnisse anlegen zu können. Um Geld über vaamo zu investieren, eröffnen Interessierte zunächst ein Kunden-Konto beim dem Startup und ein Depot bei der Partnerbank.

Anschließend können vaamo-Kunden Angaben zu persönlichen Sparzielen wie etwa die Ausbildung der Kinder, die Dauer der Anlage und den Betrag angeben sowie eine Strategie für ihre Anlage wählen. Das Geld ist einem Tagesgeldkonto entsprechend jederzeit verfügbar. Mit fortwährend aktuellen Informationen zum Status der Geldanlage und eventuell notwendigen Anpassungen informiert das Startup seine Kunden ganz transparent.

Wer Geld sparen möchte, um sich mal etwas Größeres leisten zu können, dem kann savedroid ganz automatisch helfen. Das Startup hat eine App entwickelt, die nach den eigenen Sparregeln Geld zur Seite legt. Die Regeln bestimmt man selbst oder wählt aus Vorschlägen aus – sie nennen sich „smooves“ (von save move).

Es ließe sich etwa bestimmen, dass savedroid für jeden Einkaufen bei Onlinehändlern automatisch 10 Euro zur Seite legt. Das Geld wird vom Girokonto auf ein Sparkonto, das sich über die App bei der Partnerbank des Unternehmens eröffnen lässt, überwiesen und ist jederzeit zugänglich.