Aus dem Archiv von Forschung Frankfurt:

Schieben Sie noch auf oder prokrastinieren Sie schon? Vom Problem, immer wieder Zeit von der Zukunft zu borgen. 

Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen: Dieser sprichwörtliche Rat kommt nicht von ungefähr. Viele von uns schieben oft wochenlang eine Aufgabe vor sich her – häufig mit schlechtem Gewissen. Doch woher kommt das ewige Aufschieben eigentlich? Wer ist davon betroffen? Und was kann man dagegen tun?

Zunächst ein Geständnis: Seit November weiß ich schon, dass ich diesen Beitrag schreiben muss. Schreiben will, und zwar unbedingt. Das Thema interessiert mich, ich habe gut recherchiert, viele Gespräche geführt, Bücher quergelesen. Und doch habe ich die Arbeit wochenlang aufgeschoben. Es ist Mitte Februar, als ich mich endlich daran mache, meinen Text über das Phänomen der Aufschieberitis zu schreiben. …

Der Artikel „Schieben Sie noch auf oder prokrastinieren Sie schon?“ (von Anke Sauter) ist in der Ausgabe 1.2017 von Forschung Frankfurt erschienen. Hier können Sie den kompletten Artikel als PDF downloaden »

Auf den Punkt gebracht

  • Das Wort »prokrastinieren« geht zurück auf das lateinischen »procrastinare« (vertagen). Psychologen sprechen dann von Prokrastination, wenn das Aufschieben zum Problem wird.
  • Nur 1,5 Prozent der befragten Studierenden gaben in einer Studie an, nie etwas aufzuschieben. Beim Aufschieben handelt sich also um ein weitverbreitetes Phänomen. Häufig leiden darunter auch Vertreter freier Berufe.
  • Prokrastination ist eine Störung der Selbstregulation: Zugunsten kurzfristiger Belohnungsmomente werden langfristige Ziele vernachlässigt.
  • In der Therapie soll ein Umlernen in Gang gebracht werden, damit negative Gefühle wie Angst und Lustlosigkeit überwunden werden können. Dabei helfen feste Strukturen und positives Denken.
  • Je früher man sich Hilfe holt, desto besser ist das Problem zu bewältigen. An der Goethe-Universität wird eigens für Studierende ein Kurs zum
    Prokrastinationstraining angeboten, und auch die studentische Schreibberatung vermittelt Strategien gegen das Alltagslaster.