Gerd Köhler engagierte sich im Hochschulrat als kritisch-konstruktiver Begleiter der Stiftungsuniversität.

Die Goethe-Universität trauert um ihr langjähriges Hochschulratsmitglied Gerd Köhler, der am 18. Oktober 2017 verstorben ist. Köhler, der dem Hochschulrat seit 2004 angehörte, engagierte sich intensiv als konstruktiv-kritischer Begleiter der Hochschulentwicklung.

Der langjährige Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gab wichtige Impulse für die Diskussionen um die künftige Universitätsentwicklung. Köhler forderte bessere Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs und klare Regelungen für den Umgang mit Drittmittelgebern, er warnte vor möglicher Entsolidarisierung durch leistungsorientierte Bezahlung und appellierte an die Universität, sich in gesellschaftliche Auseinandersetzungen einzumischen. Um angesichts von Rekordstudierendenzahlen Kontinuität in Forschung und Lehre zu garantieren, mahnte er eine entsprechende Personalstruktur an; außerdem betonte Köhler die Notwendigkeit und Chance, den Hochschulentwicklungsplan als Universität gemeinschaftlich und transparent zu erarbeiten.

„Mit Gerd Köhler haben wir einen wichtigen Begleiter verloren, der sein Amt als Hochschulrat immer sehr ernst genommen und aktiv ausgeführt hat. Er hat viele Themen frühzeitig in den Blick genommen, die an der Goethe-Universität dann auch umgesetzt wurden: vom gemeinschaftlich erarbeiteten Hochschulentwicklungsplan über die verbesserten Studienbedingungen durch das Programm ‚Starker Start ins Studium‘ bis zur Diskussion über die Situation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Beginn ihrer Karriere“, sagte Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität. „Auch mir persönlich war er ein wichtiger Ratgeber. Ich bin ihm sehr dankbar für alles, was er getan hat.“

Gerd Köhler war von den Vertretern der wissenschaftlichen und technisch-administrativen Mitarbeitenden für den Hochschulrat nominiert worden und suchte immer wieder das Gespräch mit Mitgliedern der Goethe-Universität, um deren Positionen kennenzulernen. Gleichzeitig fühlte er sich aber als Vertreter der Gesamtuniversität und betonte, wie wichtig es sei, sich Zeit zu nehmen für das Gespräch miteinander.

„Gerd Köhler war eine drängende, sehr konstruktive Stimme für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Frankfurter Goethe-Universität in allen ihren Bereichen, insbesondere mit Blick auf das Wohlergehen und den Erfolg der Menschen in einer so großen Institution“, erklärte Prof. Matthias Kleiner, Vorsitzender des Hochschulrats. „Eine solche Stimme ist nicht immer bequem, aber höchst erforderlich, und wir werden sie sehr vermissen.“

In den Hochschulrat der Universität Frankfurt brachte Köhler unter anderem Erfahrungen aus dem Landeshochschulrat Brandenburg, aus den Kuratorien der Universitäten Potsdam und Halle-Wittenberg sowie den Hochschulräten aus Flensburg und Gießen mit. Von 1980 bis 2006 gehörte er zum Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Während seines Studiums (Geschichte, Politik und Pädagogik) in Göttingen war er AStA-Vorsitzender. Dort und im Vorstand des damaligen studentischen Dachverbandes VDS leistete er Beiträge zur 68er-Bewegung.