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11. Mai, 20:15 Uhr / Deutsche Bank Stiftungsgastprofessur zum Thema „Christen in Ostafrika und Westasien“

Ostafrika und Westasien werden im breiteren öffentlichen Bewusstsein mit dem Islam verbunden. Doch schon ein rascher Blick in die Vergangenheit – und auf jüngere politische Ereignisse – lässt die religiöse Vielfalt in der Region erkennen: Juden, Christen und Muslime lebten nebeneinander, in denselben Orten, teils in Nachbarschaft. Neben friedlichen Nachbarschaftsbeziehungen der Religionen und den Machthabern gab es allerdings auch blutige Konflikte.

Die öffentliche Vortragsreihe der Deutsche Bank Stiftungsgastprofessur Christen in Ostafrika und Westasien – Alte Traditionen und neue Herausforderungen widmet sich den Christentümern dieser Regionen, die traditionell als „orientalisches Christentum“ bezeichnet werden.

11. Mai 2022, 20:15 Uhr: Prof. Dr. Johannes Pahlitzsch (Byzantinistik, Mainz) / „Das Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen und die Kultur des Nahen Ostens“

Das Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen und die Kultur des Nahen Ostens

Im Vortrag soll die besondere Situation der Christen unter muslimischer Herrschaft in Syrien und Ägypten von der Zeit der arabisch-muslimischen Eroberungen im 7. und 8. Jahrhundert bis zum 15. Jahrhundert behandelt werden. Die Christen waren zwar als unterworfene Bevölkerung den Muslimen nicht gleichgestellt, besaßen aber – zumindest in der Theorie – einen rechtlich abgesicherten Status als »Schutzbefohlene« (dhimmis). Die Gruppe der im Nahen Osten beheimateten Christen setzte sich aus einer Vielzahl von Kirchen und Glaubensgemeinschaften zusammen. Im Zentrum dieses Vortrags stehen aber die arabischsprachigen Melkiten, die der byzantinischen, griechisch-orthodoxen Kirche angehören. Aufgrund ihrer besonderen Stellung zwischen Byzanz und den islamischen Herrschern entwickelten sie ihre eigene Kultur, die Elemente beider Welten verband

Johannes Pahlitzsch ist seit 2009 Professor für Byzantinistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den Beziehungen von Byzanz zur islamischen Welt und im Besonderen der Geschichte der orthodoxen Kirche in Syrien und Ägypten im Mittelalter. Er hat eine Monographie zur Geschichte des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Jerusalem in der Zeit der Kreuzzüge verfasst, ist Mitherausgeber von Christian-Muslim Relations. A Historical Bibliography und hat die arabische Übersetzung des byzantinischen Rechtsbuchs Procheiros Nomos herausgegeben und kommentiert. Seit 2018 ist er der Sprecher des Graduiertenkollegs 2304 »Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen« und stellvertretender Sprecher des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz/Frankfurt »Byzanz zwischen Orient und Okzident«

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