Rund um den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar finden auch in diesem Jahr an der Goethe-Universität mehrere Veranstaltungen statt. Die Gedenkvorlesung hält am 28. Januar Prof. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Inhaberin der Professur zur Geschichte und Wirkung des Holocaust. Steinbacher spricht über eines der letzten Massaker der NS-Zeit, den Todesmarsch von Ostpreußen an die Bernsteinküste. Dorthin trieb ein SS-Mordkommando Tausende Menschen, fast ausschließlich jüdische Frauen. Sie wurden ins Meer gescheucht, erschossen und erschlagen. Das geschah etwa zur selben Zeit, als die Rote Armee am 27. Januar 1945 Auschwitz befreite.

In ihrem Vortrag mit dem Titel „Der Todesmarsch an die Bernsteinküste. Die Geschehnisse von Palmnicken im Januar 1945“ wird Prof. Sybille Steinbacher am Montag, 28. Januar, um 12 Uhr in der Lobby des PA-Gebäudes am Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1 insbesondere die Rolle der Zivilbevölkerung und der lokalen Amtsträger in der Zeit der Todesmärsche beleuchten. Die Palette der Verhaltensweisen war breit: Mitleid und Hilfe, aber auch Feindseligkeit, Abscheu und Angst wurde den Frauen in Palmnicken entgegengebracht. Das Geschehen zeigt: Mit der Befreiung von Auschwitz endete der Massenmord nicht.

Auch in diesem Jahr gibt es darüber hinaus eine Kooperation mit dem Verein Musica Judaica: Am Donnerstag, 24. Januar, findet um 19.30 Uhr im Casino, Campus Westend, ein Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Ramón Jaffé (Violoncello) und Monica Gutman (Klavier) spielen Ernest Blochs „From Jewish Life“ für Violoncello und Klavier (1924), ein Stück aus Erwin Schulhoffs Sonate für Violoncello und Klavier (1914), sowie 10 Klavierstücke op. 30 (1919) für Klavier solo, die Sonate Nr. 1 Passionen für Violoncello solo (1998) von Don Jaffé sowie Leon Gurvitchs „Mein Leben“ für Klavier solo (2003), das der Komponist Marcel Reich-Ranicki gewidmet hat, sowie die Anne Frank-Suite für Violoncello und Klavier (2018). Der Eintritt kostet 15 Euro, für Mitglieder 10 Euro, für Studierende und Schüler frei.

Zudem lädt das Fritz Bauer Institut zu weiteren Vorträgen und Filmvorführungen sowie zu einer Ausstellung über den Vernichtungsort Malyj Trostenez.

Die Termine:

„Gesucht wird… Josef Mengele“
Dokumentarfilm, WDR 1985
Filmvorführung und Gespräch mit Felix Kuballa
Mittwoch, 23. Januar, 20:15 Uhr
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni, Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28

Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Ramón Jaffé (Violoncello) und Monica Gutman (Klavier) spielen Werke von Ernest Bloch, Erwin Schulhoff, Don Jaffé und Leon Gurvitch (*1979)
Donnerstag, 24. Januar, 19:30 Uhr
Trude-Simonsohn- und Irmgard-Heydorn-Saal, Casino-Gebäude, Nina-Rubinstein-Weg; Eintritt: 15 Euro, Mitglieder des Vereins Musica Judaica zahlen 10 Euro, Studierende und Schüler sind frei

„Niemand will Nazi gewesen sein“
Überlegungen zur Nachgeschichte des „Dritten Reiches“
Vortrag von Prof. Dr. Norbert Frei
Donnerstag, 24. Januar 2019, 18:30 Uhr
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.801

Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung
Ausstellungseröffnung mit einem Vortrag von Dr. Petra Rentrop-Koch: Freitag, 25. Januar 2019, 17 Uhr
Institut für Stadtgeschichte, Münzgasse 9

„Klänge des Verschweigens“
Ein detektivischer Musikfilm über Wilhelm Heckmann, 2012
Filmvorführung mit Dr. Klaus Stanjek: Sonntag, 27. Januar, 16 Uhr
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni,
Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28

„Viktors Kopf“
Vom Umgang mit einem NS-Unrechtsurteil, 2016
Filmvorführung mit Carmen Eckhardt
Sonntag, 27. Januar, 19 Uhr
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni, Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28

„Der Todesmarsch an die Bernsteinküste“
Die Geschehnisse von Palmnicken im Januar 1945
Vorlesung zum Holocaust-Gedenktag
Prof. Sybille Steinbacher
Montag, 28. Januar, 12 Uhr
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, PA-Gebäude, Lobby