Zweitägige Konferenz am Forschungskolleg Humanwissenschaften widmet sich den Chancen und Gefahren der Digitalisierung für unsere Demokratie.

Als erste in einer Reihe von jährlichen Konferenzen widmet sich die Bad Homburg Conference 2017 der Frage „Wie verändert die Digitalisierung die politische Kommunikation?“. Das Format der Bad Homburg Conferences haben das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und die Stadt Bad Homburg als Forum der Reflexion über wichtige politische und gesellschaftliche Fragen der Gegenwart ins Leben gerufen. Startschuss der ersten Konferenz ist am Abend des 8. November ein Vortrag des Bundestagspräsidenten a.D. Norbert Lammert, dem die offizielle Eröffnung mit Grußworten Birgitta Wolffs und des Oberbürgermeisters der Stadt Bad Homburg Alexander Hetjes vorausgeht.

Am darauffolgenden Tag (9. November) diskutieren Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität mit externen Experten aus Praxis und Wissenschaft über die Chancen und Gefahren der Digitalisierung für die Demokratie. Dies geschieht im Rahmen von mehreren Podiumsgesprächen aus verschiedenen disziplinären Perspektiven. Ausgangspunkt ist die Wahrnehmung, dass sich die Bewertung digitaler politischer Kommunikation in den letzten Jahren stark ins Negative verschoben hat. Galten soziale Netzwerke zur Zeit des „Arabischen Frühlings“ 2010 noch als technische Grundlagen demokratischen Wandels, erscheinen sie seit dem Sommer 2015 vor allem als Orte der Verbreitung von „Fake News“ und als Echokammern für Wut und Hass auf politische und intellektuelle Eliten. Zur Differenzierung der Perspektiven soll außerdem ein Blick in die Geschichte, in der geschürte Skandale und gestreute Gerüchte immer wieder eine Rolle gespielt haben, und in den Bereich der Popkultur geworfen werden. Die dort zu beobachtenden Mechanismen und Wirkungen der Digitalisierung können, auch einen Beitrag zum Verständnis von gegenwärtigem Populismus liefern.

Wissenschaftlich geleitet wird die erste Konferenz vom Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Goethe-Universität, sowie Heinz Drügh, Professor für Literaturwissenschaft, und Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte, die beide ebenfalls im Direktorium des Forschungskollegs Humanwissenschaften vertreten sind. Darüber hinaus nehmen seitens der Goethe-Universität Indra Spiecker genannt Döhmann, Professorin für Öffentliches Recht und Informationsrecht und Leiterin der Forschungsstelle Datenschutz, Johannes Völz, Heisenberg-Professor für Amerikanistik, sowie der Politikwissenschaftler Dr. Thorsten Thiel als Impulsgeber an den Podiumsgesprächen teil. Die Berliner Journalistin Christine Watty, Expertin für (Pop)Kultur, Politik und digitale Medien, moderiert die Veranstaltung.

Die Bad Homburg Conferences finden einmal jährlich im Herbst im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg statt. Sie werden vom Forschungskolleg Humanwissenschaften konzipiert und von der Stadt Bad Homburg, zunächst über einen Zeitraum von fünf Jahren, finanziell getragen.

Die Teilnahme an der Bad Homburg Conference 2017 ist kostenlos. Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung bis zum 5. November 2017 und unter Vorlage der Anmeldebestätigung am Veranstaltungstag möglich. Bitte melden Sie sich per Email an unter: anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de. Bitte geben Sie dabei deutlich an, zu welchem Veranstaltungsteil Sie sich anmelden möchten:

  • Anmeldung zum Vortrag von Prof. Dr. Norbert Lammert | Mittwoch, 8.11.2017, 18.30 Uhr
  • Anmeldung zum Konferenztag mit Mittagsimbiss | Donnerstag, 9.11.2017, 10.00−17.00 Uhr