Studierende und Absolventinnen der Goethe-Universität organisieren in Ko-Produktion mit dem Künstlerhaus Mousonturm ein viertägiges Kunst- und Wissenschaftsfestival vom 20.-24. Mai rund um die Nacht aus queer-feministischer Perspektive. Das pandemiebedingt digitalisierte Festival für „Theorie, Performance und radikale Flâneuserie“ taucht ein in feministische Archive und erkundet queere Utopien zwischen künstlerischen, wissenschaftlichen und aktivistischen Praktiken. Eine Vielzahl von Workshops sowie (Audio-)Walks, Gesprächsrunden und Open Spaces, laden dazu ein, zu interagieren, Erfahrungen zu teilen, mit Körpern und Vorstellungen zu experimentieren und Raum in der analogen und digitalen Öffentlichkeit einzunehmen. Gleichzeitig bieten Performances und Vorträge, Filmscreenings und Blogbeiträge Möglichkeiten zum Lernen, zum Austausch und zur neuen Wissensproduktion. Nocturnal Unrest will damit kollektive Erkundungsräume und künstlerische Laboratorien bieten, die marginalisierte Perspektiven auf Nacht und Stadtraum in den Mittelpunkt stellen und nach alternativen Praxen des Zusammenlebens suchen.

In intensiver zweijähriger konzeptioneller Arbeit hat sich das Organisations-Kollektiv, das aus der AG feministische philosoph_innen der Goethe-Universität hervorging, feministisch-kritisch mit dem Komplex aus Nacht, Dunkelheit und Stadtraum auseinandergesetzt. Dieser Komplex spielt eine zentrale Rolle in der Organisation unseres gesellschaftlichen Lebens, etwa im Alltag, in Kunst, Wissenschaft und politischer Praxis. Alleine die Struktur des nächtlichen Stadtraums verrät bereits viel über unsere Gesellschaft: Wer bewegt sich nachts wo und wie? Wer fühlt sich wo und wann (un-)sicher, (un-)gesehen? Warum? Insbesondere die gelebte Erfahrung von Frauen und Queers zeigt, dass Angst und Drohszenarien dafür sorgen, dass nächtliche (Stadt-)Räume nicht für alle gleichermaßen sicher und zugänglich sind. Eine nächtliche Perspektive macht also zugleich auf Dringlichkeit und Potenziale feministischer Politiken aufmerksam. Das kollektiv kuratierte Programm von Nocturnal Unrest fragt daher aus diversen Perspektiven, wie wir die Nacht zu einem Raum für alle machen.

Angesichts der aktuellen Lage, wurde die Veranstaltung komplett digitalisiert, während zahlreiche Programmpunkte nach wie vor dazu einladen zu Hause, in der eigenen Nachbarschaft oder alleine in der Stadt aktiv zu werden. Denn gerade jetzt ist es für das feministischen Kollektiv bedeutsam nicht den Rückzug ins Private anzutreten, sondern kreativ zu werden und fürsorgliche, kreative Formen für widerständigen Politiken und solidarische Praxen zu finden.

Das Programm und viele weitere Infos sind unter www.nocturnal-unrest.de einsehbar. Der Ticketverkauf beginnt am 1. Mai 2021. Die Tickets sind kostenlos. Das Kollektiv bemüht sich um die Umsetzung eines umfassenden Konzepts zur Reduktion von Barrieren und kümmert sich um eine Awareness-Strukur. Zu beiden Themenkomplexen finden Interessierte umfassende Information auf der Homepage und alle können sich mit Fragen und Kritik an info@nocturnal-unrest.de wenden. Nocturnal Unrest ist eine Kooperation des nOu-Kollektivs und Ladiez e.V. Kulturelle und Politische Bildung für Frauen, dem Künstlerhaus Mousonturm, den feministischen philosoph_innen Frankfurt und dem Hafen 2 Offenbach.

Caro Zieringer, project coordinator, NOCTURNAL UNREST
caro@nocturnal-unrest.de