Auf dem Bild zu sehen sind (v. links n. rechts): Prof. Dr. Christof Mandry, Gwendolin Wanderer, Peter Brinker, Pfrin. Barbie Kohlhage, Pfrin. Michaela Breihan, Burkhardt Kroh, Wiltrud Stoer, Johannes Löffler-Dau, Irmela Brosk, Pfrin. Stephanie Müller, Fatima Aydinli, Karl Schermuly, Maike Bittmann, Kordula Wilhelm-Boos, Pfr. Christoph Lange, Gabriela Amon, Hannelore Dauzenroth, Wolfgang Schöller.

Am 14. September 2017 nahmen 16 Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger aus den Bistümern Limburg, Mainz, Dresden, Fulda, Trier, Paderborn und verschiedenen Landeskirchen Ihre Zertifikate entgegen.

Ein Jahr lang hatten sie dafür an dem Zertifizierungskurs Medizinethik in der Klinikseelsorge teilgenommen. Im Rahmen dieser berufsbegleitenden Weiterbildung, die an der Goethe-Universität Frankfurt an der Professur für Moraltheologie und Sozialethik am Fachbereich Katholische Theologie in Zusammenarbeit mit dem Bistum Limburg inzwischen zum vierten Mal angeboten wurde, waren zehn Kursmodule zu absolvieren.

Auch eine einwöchigen Exkursion nach Chicago in den USA sowie die Teilnahme an einer internationalen Fachtagung zum Thema „Leiden in Medizin, Theologie und Medizinethik“ an der Goethe-Universität Frankfurt sowie ein Lektürekurs waren Teil des Kursangebots.

Der Kurs wurde von Prof. Dr. Christof Mandry, Professor für Moraltheologie und Sozialethik und Gwendolin Wanderer, wissenschaftliche Koordinatorin im Projekt Medizinethik in der Klinikseelsorge, beide am Fachbereich Katholische Theologie an der Goethe-Universität Frankfurt, geleitet und durch eine Reihe von Referenten unterstützt.

Die Weiterbildung ist an die theologisch (-medizin)ethische Forschung rückgebunden, die im Rahmen des transatlantischen, interdisziplinär und interreligiös aufgestellten Projekts Medical Ethics in Health Care Chaplaincy/Medizinethik in der Klinikseelsorge seit 2005 erfolgt und seit 2006 vom Bistum Limburg mit Personal- und Sachmitteln gefördert wird.

Insbesondere mit der Loyola University Chicago, IL und dem Neiswanger Institute for Bioethics in Maywood, IL in den USA wird die Forschungskooperation intensiviert. Forschungsfelder sind insbesondere Grundlagenfragen, wie die theologisch und ethisch tragfähige Wahrnehmung des Pluralismus; die Frage nach dem Subjekt der Medizinethik in der Klinikseelsorge als auch institutionelle und politische Fragen.

Die Forschungsergebnisse fließen in die Weiterbildung der Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger mit ein. Angesichts der medizinischen Entwicklung wie einer Erweiterung medizinischer Möglichkeiten sowie der voranschreitenden Ökonomisierung im Gesundheitswesen sowie gesellschaftlichen Veränderungen, wie der kulturelle und religiöse Pluralismus entstehen neue Herausforderungen für den Bereich der Klinikseelsorge. Um diesen gewachsen zu sein bedarf es an Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich der Ethik.

Herr Johannes Weuthen, Kommissarischer Leiter des Dezernats Pastorale Dienste des Bistums Limburg überbrachte ein Grußwort.

Im Rahmen des inzwischen vierten Durchlaufs des Zertifizierungskurses Medizinethik in der Klinikseelsorge wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein theologisches und philosophisches Handwerkszeug an die Hand gegeben, um für medizinethische Fragestellungen, wie sie sich alltäglich im Krankenhaus ergeben, gerüstet zu sein.

Das sind neben Gerechtigkeitsfragen, die sich durch die Ökonomisierungsprozesse ergeben, ethische Konflikte im Kontext interreligiös und interkulturell unterschiedlich geprägter Wertvorstellungen, ethische Fragen am Anfang und am Ende des Lebens, ethische Fragen im Zusammenhang mit der Organspende oder ethische Fragen in der Psychiatrie.

Auch ein gezieltes Training zur Moderation von ethischen Fallbesprechungen war Teil des Programms. Mit Abschluss des Kurses, können sich die Absolventen nun bei der Akademie für Ethik in der Medizin als Ethikberater im Gesundheitswesen zertifizieren lassen. Ein solch gezieltes, an eine Universität angegliedertes Zertifizierungsangebot für Klinikseelsorger stellt in dieser Weise ein bundesweit einzigartiges Unterfangen dar.

Im Rahmen der feierlichen Zertifikatvergabe sprachen nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Christof Mandry, der Dekan des Fachbereichs Katholische Theologie Prof. Dr. Bernd Trocholepczy und Herr Johannes Weuthen, kommissarischer Leiter des Dezernats für Pastorale Dienste im Bistum Limburg, ein Grußwort. Sie würdigten die Leistung der Absolventinnen und Absolventen, die neben ihrer Tätigkeit in der Klinik, an den Seminaren teilgenommen, wissenschaftliche Texte gelesen und selbst eine wissenschaftliche Abschlussarbeit geschrieben haben.

Frau Pfarrerin Barbie Kohlhage sprach im Namen der Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer ihren Dank an die Kursleitung, die beteiligten Referenten sowie das Bistum Limburg aus. Mit der Beschäftigung mit der Theologischen Ethik und der Medizinethik werde man nun mit einem ganz anderen Blick für die ethischen Fragestellungen durch die Klinik laufen und habe zahlreiche Anregungen erhalten, wie diese versprachlicht und bearbeitet werden könnten.

Der nächste Zertifizierungskurs Medizinethik in der Klinikseelsorge an der Goethe-Universität Frankfurt wird im September 2018 beginnen.