Fotos: David Wedmann

Fotos: David Wedmann

Im Rahmen der Veranstaltungswoche zum Gedenktag an die Befreiung von Auschwitz stellten Saskia Müller und Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer ihr Buch über den Nationalsozialistischen Lehrerbund vor. Die Veranstaltung fand statt in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut.

Prof. Dr. Werner Konitzer, Direktor des Fritz Bauer Instituts, betonte in seiner Begrüßungsrede die Notwendigkeit, die Mentalität der Menschen dieser Zeit genauer zu unter-suchen, um damit auch die NS-Zeit besser zu verstehen. Es sei an der Zeit, dass die Profession der Pädagoginnen und Pädagogen so wie die juristische Profession und die Ärzteschaft ihre Geschichte vor, in und direkt nach der NS-Zeit gründlich analysiere. Gerade das sei ja die Aufgabe der eng mit dem Fritz Bauer Institut kooperierenden Forschungsstelle NS-Pädagogik.

Anhand seines Zentralorgans wurde in der Veranstaltung gezeigt, inwiefern der NSLB seit 1933 Nazi-Ideologie verbreitet hat. Der Nationalsozialistische Lehrerbund hatte 97 % der Pädagoginnen und Pädagogen organisiert. Ein Drittel davon waren NSDAP-Mitglieder. Dennoch, so der Referent Benjamin Ortmeyer, halte sich die Verharmlosung des NSLB auch in der Erziehungswissenschaft immer noch hartnäckig.

beitrag_NS-Paedagogik-25012017Die Analyse des Zentralorgans des NSLB aber zeige, dass und inwiefern der NSLB eben nicht eine harmlose Berufsorganisation war, sondern dass er seit 1933 fester Bestandteil des verbrecherischen NS-Systems war. Der Verband war Teil des Nazi-Regimes, das – so die Referentin Saskia Müller – die Hetze, Rassismus und Judenfeindschaft des NSLB zur Vorbereitung und als Begleitung der realen Mordprogramme durchaus benötigte.

Saskia Müller/Benjamin Ortmeyer: Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 1933-45. Herrenmenschentum, Rassismus und Judenfeindschaft des Nationalsozialistischen Lehrerbundes. Eine dokumentarische Analyse des Zentralorgans des NSLB. Beltz Juventa 2016, Weinheim und Basel