Eckart von Hirschhausen, Arzt und Entertainer, mit der kleinsten Maske der Welt: „Man kann die Dinge in der Welt nicht ändern, man kann aber anders auf sie drauf schauen“.

Humorvoll, feinsinnig, politisch: selten präsentierte sich eine Jubiläumsfeier so lebensnah wie die der Freundesvereinigung der Goethe-Universität. Aus seinem Vortrag „Humor hilft Heilen“ machte der Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen ein flammendes Plädoyer für mehr Menschlichkeit in der Medizin. Ein vielversprechender Auftakt zum Jubiläumsjahr des 100. Geburtstags der Freunde und Förderer.

Das Casino der Goethe-Universität als voll besetztes „Sprechzimmer“, ein Arzt, auf den sich alle freuten – Eckart von Hirschhausen, Mediziner und Entertainer, Autor und Querdenker, brillierte als Stargast der außergewöhnlichen Feier. Den Erwartungen an einen Komiker allerdings wollte Hirschhausen an diesem Abend ausdrücklich nicht entsprechen. Mit großem Sprachwitz zerlegte er stattdessen das deutsche Gesundheitssystem: „Der Kern der Humanmedizin ist an Shareholder verkauft worden. Krankenhäuser sind heute kein Ort mehr der Fürsorge und Hilfsbereitschaft. Aber Patienten sind keine Kunden.“ Die Botschaft Hirschhausens: Der Medizinbetrieb müsse wieder mehr in der Gesellschaft verankert sein. Dazu gehöre Hilfsbereitschaft ebenso wie Humor.

Claus Wisser, Vorstandsmitglied der Freundesvereinigung und Großspender: „Wissen ist Zukunft“.

Innovationen kommen von Querdenkern

Mit dieser bewegenden Mischung aus politischem Weckruf, ernsthafter Wissenschaft und humoristischer Zwischentöne stimmte Eckart von Hirschhausen die rund 500 Gäste ebenso heiter wie nachdenklich. „Er hat sein Programm sehr gut auf uns zugeschnitten, indem er die Themen Medizin und Bildung verknüpfte. Bildung zu fördern ist ja das oberste Anliegen der Freundesvereinigung“, so Julia Heraeus-Rinnert, stellvertretende Vorsitzende der Freundesvereinigung der Goethe-Universität. Ihr war es gelungen, den 50-Jährigen für diesen Vortrag zu gewinnen.

Julia Heraeus-Rinnert, stellvertretende Vorsitzende der Freundesvereinigung schätzt die humoristische Schlagfertigkeit von Hirschhausen.

Statt Honorar: Spenden für drei Projekte am Uniklinikum

Die „Sprechstunde“ des gebürtigen Frankfurters erwies sich für die Freundesvereinigung als eine fruchtbare Kooperation. Hirschhausen baute nicht nur eine Brücke zwischen Unterhaltung und Wissenschaft, er verzichtete auch auf ein Honorar. Stattdessen sammelte die Freundesvereinigung Spenden zugunsten von drei Frankfurter Projekten, die Hirschhausen selbst sehr am Herzen liegen: die Studentische Poliklinik der Goethe-Universität, ein Workshop zum Thema „Pflege Deinen Humor“ für Pflegekräfte des Uniklinikums und die Kinderschutz-Ambulanz des Uniklinikums und ihr aktuelles Projekt „Vermeidung von Schütteltraumata bei Säuglingen“. 12. 000 Euro sind dafür aus den Reihen des Vorstands der Vereinigung zusammengekommen. Das Geld ist gut angelegt. „Ich glaube, wir haben alle die Botschaft verstanden: es geht nicht nur um Medizin, sondern um gesellschaftliche Veränderungen“, fasste der Vorsitzende der Freundesvereinigung, Prof. Wilhelm Bender, den Vortrag Hirschhausens zusammen.

Prof. Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Freundesvereinigung: „Wir fördern Zukunft seit 100 Jahren“.

Freunde fördern Zukunft

Bender erinnerte die Gäste auch an die eigentliche Arbeit der Freundesvereinigung: Sie unterstützt die Universität durch die Förderung zahlreicher Projekte. Ohne diese wären viele wissenschaftliche Projekte, wissenschaftliche Veranstaltungen oder Reisen zu wichtigen Kongressen nicht möglich. Im Jubiläumsjahr möchte der Verein die finanzielle Unterstützung von jährlich gut einer Million Euro sogar verdoppeln. Dazu bräuchte es die Unterstützung neuer Mitglieder. Wilhelm Bender betonte, dass die Freunde sich ebenso als Brückenbauer in die Gesellschaft verstünden, als Ratgeber, Helfer und Ideengeber. Ein Anspruch, der sich mit dem von Eckart von Hirschhausen deckt.

Autorin: Heike Jüngst; Fotos: Uwe Dettmar

Mehr Informationen zum Jubiläum der Freunde und Förderer der Goethe-Universität: www.vff.uni-frankfurt.de/jubilaeum