Die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung wird am 21. Februar 2019 auf der didacta in Köln eine Podiumsdiskussion zum Thema „Diversität und Inklusion: Umgang mit heterogenen Lerngruppen – ein multiperspektivischer Einblick in den Unterricht an Auslandschulen“ in Zusammenarbeit mit dem Didacta Verband der Bildungswirtschaft, anbieten.

Forum didacta aktuell 2019
21.02.2019 – 16:00 – 16:45 Uhr – Halle 8, B51

Lehrerinnen und Lehrer arbeiten zunehmend in sozial, kulturell und sprachlich heterogenen Klassen. Hierdurch kommt Lehrkräften nicht nur eine Schlüsselrolle für die Vermittlung weltoffener Einstellungen und die Förderung aller Schülerinnen und Schüler zu, sie stehen zudem in didaktisch-methodischer Hinsicht vor einer großen Herausforderung: Ihnen obliegt es, die Vielfältigkeit der Schülerinnen und Schüler mit dem Ziel eines Lernzuwachses zu nutzen.

Gut funktionierende Beispiele gibt es in Deutschland bislang noch wenige, ganz im Gegensatz zu anderen (außer-) europäischen Ländern, für die der schulische Umgang mit sprachlicher, körperlicher, geistiger, kultureller etc. Unterschiedlichkeit, schon eine lange Tradition hat. Anders als in Deutschland wurden in Italien z.B. die Sonderschulen schon vor 37 Jahren abgeschafft; seitdem herrscht strikte Inklusion. In Frankreich verpflichtete ein Gesetz aus dem Jahr 2005 alle schulischen Einrichtungen zur Aufnahme von behinderten Menschen „ohne Diskriminierung“, in Kanada und USA gehört sprachsensibler Unterricht in Klassen mit hohem Migrantenanteil schon seit längerem zum Tagesgeschäft.

Vor diesem Hintergrund stellen sich die folgenden Fragen:

  • Was können deutsche Schulen und deren Lehrkräfte von internationalen Schulen zu den Themen Inklusion und Umgang mit sprachlich/ kultureller Diversität lernen?
  • Sind die an den internationalen Schulen ergriffenen Maßnahmen in diesen Bereichen auf das deutsche Schulwesen übertragbar?
  • Sind die an den internationalen Schulen ergriffenen Maßnahmen in diesen Bereichen auf das deutsche Schulwesen übertragbar?

Diese Fragen sollen aus unterschiedlichen Perspektiven (Wissenschaft und Schulpraxis) diskutiert werden. In die Diskussion fließen Erfahrungsberichte von Studierenden der Goethe-Universität, Auslandsschullehrkräften aus Mexiko, sowie Lehrenden der Goethe-Universität in Bezug auf den Umgang mit Heterogenität an deutschen und internationalen Schulen ein.

Auf der Basis der Erfahrungsberichte werden Überlegungen zum Transfer im Hinblick auf folgende Themen angestellt:

  • Gemeinsame Förderung von Schülerinnen und Schülern nicht deutscher und deutscher Herkunftssprache
  • Mehrsprachige Unterrichtsansätze
  • Besonderheiten des sprachsensiblen Fachunterrichts
  • Förderung für Kinder mit Inklusionsbedarf

Diskutant*innen auf dem Podium sind: Prof. Dr. Daniela Elsner, seit 2010 Professorin am Institut für England- und Amerikastudien und Direktorin der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, Ira Marsch, Grundschulleitung, Colegio Alemán Alexander von Humboldt“, Mexiko-Stadt, Nuran Ceylan und Zoe Fuchs, Lehramtsstudentinnen der Goethe-Universität , Barbara Noeske, Pädagogische Mitarbeiterin am Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik der Goethe Universität und Lehrerfortbildnerin in der Hess. Lehrkräfteakademie, Schwerpunkt Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, Fachdidaktik Deutsch. Moderation: Andreas Hänssig, Goethe-Universität, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL).