Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Corona-Inzidenzzahlen sinken, aktuell sogar deutlich stärker, als wir noch vor kurzem zu hoffen wagten. Im Unterschied zum Frühjahr 2020 hat diese Entwicklung mit den voranschreitenden Impfungen nun ein solides Fundament – die Chancen stehen gut, dass im Oktober mehr als zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland geimpft sein werden. Diese gute Entwicklung eröffnet uns neue Planungsspielräume für den Universitätsbetrieb. Unser erklärtes Ziel ist deshalb, zum Wintersemester 2021/22 wieder in den Präsenzbetrieb zurückzukehren.

Dafür wird es dringend Zeit: Zu viele Studierende haben nun schon drei Semester in Folge nur auf Distanz studiert. Mit einem weiteren virtuellen Semester gäbe es an unserer Universität zum Beispiel eine ganze Masterkohorte, die noch nie eine Lehrveranstaltung auf dem Campus erlebt hat, Kommiliton*innen primär über Zoom kennt, mit ihren Lehrenden nicht vor Ort diskutiert hat. Durch die geplante Wiederaufnahme des Studienbetriebs in Präsenz möchten wir, soweit es die Pandemieentwicklung erlaubt, wieder echtes universitäres Leben ermöglichen. Uns ist bewusst, dass diese Ankündigung noch etwas unter Vorbehalt steht. Es bleiben Unwägbarkeiten wie neue Virusvarianten oder mögliche Engpässe bei der Impfstoffversorgung, die zu einer vierten Coronawelle beitragen könnten. Vorsichtsmaßnahmen zum weiteren Schutz vor einer Corona-Ansteckung auf dem Campus bleiben daher in jedem Fall wichtig. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir dieses Mal deutlich mutiger planen dürfen – und sollten – als lediglich für einen erneuten Hybridbetrieb.

Gleichzeitig müssen wir flexibel bleiben, um situativ auf neue Pandemieentwicklungen schnell reagieren zu können. Aus diesem Grund möchte ich die Lehrenden aus unserer Goethe-Community bitten, ihre Veranstaltungen noch ein weiteres Mal doppelt zu planen: einmal für den Präsenzbetrieb und einmal als virtuelles Format. Es tut mir leid, dass wir Ihnen dieses Plus an Vorbereitung zumuten – und ich danke Ihnen jetzt schon für Ihren Einsatz und hoffe, dass uns ein Jahr Coronaerfahrung auch eine gewisse Routine geschenkt hat, die den Aufwand überschaubarer macht. Wenn Sie Lehrveranstaltungen im kommenden Wintersemester virtuell ausrichten, sollten diese nach Möglichkeit asynchron oder in Randzeiten angeboten werden, damit es für die Studierenden nicht zu Unvereinbarkeiten mit Vorlesungen, Seminaren und Praktika in Präsenz kommt.

Als Startzeitpunkt für den Präsenzbetrieb haben wir den Beginn der Vorlesungszeit in den Blick genommen. Das bedeutet, dass Vorkurse für das Wintersemester noch in Hybridform, und damit vor allem virtuell, stattfinden werden. Die ersten organisatorischen Vorbereitungen sind bereits angelaufen: Unsere Hörsäle und Seminarräume möchten wir im Wintersemester wieder mit einer Sitzplatzkapazität von 100 Prozent anbieten. Unter Berücksichtigung bestehender derzeitiger Raumbuchungen können die Fachbereiche ab sofort wieder Räumlichkeiten in vollem Umfang reservieren. Dabei liegt der Fokus auf Lehrveranstaltungen, die Präsenz erfordern und die Studierende ohne Präsenzerfahrung adressieren. Für weitere Planung der Raumbuchungen werden die aktuell bestehenden Vorbelegungsrechte in den zentral verwalteten Räumen um 4 Wochen, bis zum 5. Juli 2021, verlängert.

Ob die Goethe-Universität zum Wintersemester tatsächlich wieder eine Universität im Präsenzbetrieb sein wird, bleibt am Ende natürlich abhängig von der weiteren Coronaentwicklung. Bis dahin bitte ich Sie noch um etwas Geduld. Bitte tragen auch Sie selbst weiterhin dazu bei, die Infektionskurve immer weiter abzuflachen und bitte lassen Sie sich impfen – um sich selbst und Ihre Mitmenschen zu schützen, und um uns allen eine Rückkehr zu einen „neuen Normalität“ auch an der Goethe-Universität zu ermöglichen.

Über die weitere Planung und alle neuen Entwicklungen werden wir Sie auf dem Laufenden halten. Bitte informieren Sie sich auch weiterhin über unsere Corona-Informationsseite: www.uni-frankfurt.de/corona. Aber vor allem: Bleiben Sie gesund!

Zum Schluss eine persönliche Bitte: Auf Anregung der naturwissenschaftlichen Community am Campus Riedberg, zu der zahlreiche aus Indien stammende Promovierende und Post-Docs zählen, bitte ich Sie um Unterstützung der Corona-Nothilfe für Indien. Die Goethe-Universität hat eine Erfolgsgeschichte mit dem Goethe-Corona-Fonds geschrieben – lassen Sie uns jetzt den Menschen in Indien zur Seite stehen, die dringend unsere Hilfe benötigen! (Mehr Informationen: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/gesellschaft/corona-nothilfe-fuer-indien-dringen-der-spendenaufruf-der-goethe-universitaet/)

Mit besten Grüßen

Enrico Schleiff
Präsident