Itô Shiori (*1989), eine japanische Journalistin, wurde im Oktober 2017 landesweit bekannt, als sie ihren Erfahrungsbericht „Black Box“ publizierte. Itô schildert darin das Geschehen aus dem Jahr 2015, als sie von einem älteren Kollegen, mit dem sie sich zu einem beruflichen Essen traf, vergewaltigt wurde. Als sie die Tat bei der Polizei anzeigen will, rät man ihr dringend ab: Sie würde sich ihre Zukunft in Japan ruinieren. Dabei spielte es eine nicht unwesentliche Rolle, dass der Mann Beziehungen zu höchsten Kreisen hat, er verfasste die Biographie des Ministerpräsidenten Abe Shinzô. Die Journalistin entschließt sich, den Vorfall öffentlich zu machen und steht seither für die japanische # MeToo-Bewegung. Die Veranstaltung der Japanologie betrachtet das Presseecho auf „Black Box“ und fragt nach der Bedeutung des Falls Itô Shiori für japanologische Forschungen. Es moderiert Prof. Dr. Lisette Gebhardt.

„#Me too in Japan: Sexuelle Gewalt, Macht und Schweigegebote – der Fall Itô Shiori“. 25. April 2018, 18.00 Uhr c.t., Juridicum, Raum 717, Campus Bockenheim. Anmeldung im Sekretariat des Fachs Japanologie unter paulat@em.uni-frankfurt.de.

Weitere Informationen