Vortrag von Dr. Moritz Verdenhalven
Ort:
Hörsaal der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Heinrich-Hoffmann-Str. 10
60528 Frankfurt

Im 20. Jahrhundert wurden an der Frankfurter Universitätsnervenklinik Gehirne und andere Organe von Verstorbenen gesammelt, beforscht und in der Lehre eingesetzt. Im Laufe der Zeit gerieten die Entstehungsgeschichte und der Ursprung dieser Sammlung in Vergessenheit. Dr. Moritz Verdenhalven hat im Auftrag des Fachbereichs Medizin, des Präsidiums der Goethe-Universität sowie der Universitätsmedizin Frankfurt erforscht, wie die Sammlung entstanden ist. Dabei lag der Fokus auf der Frage, ob sich darin Präparate befinden, die von Opfern der NS-„Euthanasie“ stammen, und wie mit der Sammlung weiter umzugehen sei. In diesem Zusammenhang wird in Kooperation mit dem Senckenbergischen Institut für Geschichte und Ethik in der Medizin und der Koordinatorin der Sammlungen der Goethe-Universität eine Handreichung zum Umgang mit Human Remains an der Goethe Universität erarbeitet. In seinem Vortrag stellt Moritz Verdenhalven die Ergebnisse des Forschungsprojektes vor, das von 2022 bis 2025 lief.
Dr. med. Moritz Verdenhalven ist Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universitätsmedizin Frankfurt. Er leitet dort die Arbeitsgruppe Geschichte der Psychiatrie und forscht vor allem zur Geschichte der Frankfurter Nervenklinik im Nationalsozialismus. 2018 und 2019 war er Gastwissenschaftler am Fritz Bauer Institut. Er ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises Erinnerungskultur zu Human Remains in wissenschaftlichen Sammlungen. An der Goethe-Universität wurde auf Initiative des Präsidiums der Goethe-Universität eigens das Forum Universitätsgeschichte gegründet, das Projekte zur Aufarbeitung der Geschichte der Universität und ihrer Sammlungen zusammenführen und verfügbar machen wird. Auch das Projekt zur Provenienz der Sammlung der Frankfurter Nervenklinik ist Teil dieses entstehenden Netzwerks.
You cannot copy content of this page