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Zur Krise des Völkerrechts

20. Mai 2026, 18:00 bis 20:00

Vortrag von Prof. Dr. Matthias Goldmann, LL.M. (NYU) zum Thema ‚Zur Krise des Völkerrechts‘ im Hörsaalzentrum Saal 13, Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt

 

Zum Vortrag
Die nach 1990 weit verbreitete Hoffnung auf ein konstitutionelles Völkerrecht zerbricht dieser Tage angesichts vielfacher, kaum verhohlener Völkerrechtsbrüche. Trotz einer Rekordzahl an Verfahren droht der Internationale Gerichtshof an Bedeutung zu verlieren. Dies ist jedoch nicht überraschend, denn das Völkerrecht ist immer ein Spiegel der internen Verhältnisse der beteiligten Staaten. Die Zunahme autoritärer Regierungsformen musste die Völkerrechtsordnung beeinträchtigen und ist ursächlich für das Erstarken von Großmachtpolitik (erste These). Dies wirft die Frage nach der Zukunft Europas in der Völkerrechtsordnung auf. Da sich die Außenverhältnisse über analoge Mechanismen auch immer auf die interne Verfassungsordnung auswirken, ist Großmachtpolitik oder auch nur ein „Mitschwimmen“ im Schlepptau von Großmächten für eine demokratische, liberale Europäische Union keine Option (zweite These). Im Wege einer kritischen Rückschau auf die Völkerrechtsgeschichte legt der Vortrag dar, dass ein hohes Niveau an sozialer und globaler Gleichheit eines der probatesten Mittel gegen Großmachtpolitik ist. Daraus konzipiert der Vortrag ein „Völkerrecht der Gleichen“ als Alternative zur Großmachtpolitik und diskutiert mögliche Akteure und
Instrumente (dritte These).

 

Zum Referenten
Prof. Dr. Matthias Goldmann, LL.M. (NYU) hat in Würzburg und Fribourg (Schweiz) Rechtswissenschaften studiert. Er arbeitete am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und erwarb im Anschluss an das zweite juristische Staatsexamen einen LL.M. an der New York University School of Law. Danach war er Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, wo er an der Universität mit einer von Prof. Armin von Bogdandy betreuten Arbeit mit dem Titel „Internationale öffentliche Gewalt. Handlungsformen internationaler Institutionen im Zeitalter der Globalisierung“ promoviert wurde. Forschungsaufenthalte führten ihn u.a. an das Europäische Hochschulinstitut in Florenz, an die University of Cambridge und an die London School of Economics. 2015 erhielt er ein Freigeist-Fellowship der Volkswagen Stiftung. 2016 bis 2021 war er Juniorprofessor an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Ende 2021 hat Matthias Goldmann einen Ruf an die EBS Universität für Wirtschaft und Recht angenommen und ist seither dort Inhaber eines Lehrstuhls für Internationales Recht und im Nebenamt weiterhin Wissenschaftlicher Referent am MPI in Heidelberg. 2025 habilitierte er sich am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe Universität mit einer Schrift mit dem Titel „The Constitution of Capital“ (im Erscheinen bei Oxford University Press). Matthias Goldmann hat zahlreiche Fachbeiträge veröffentlicht und war von 2017 bis 2022 einer der Schriftleiter des German Law Journal. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Recht und die politische Ökonomie des Finanzwesens, die Transformation der Wirtschaftsverfassung sowie die Theorie und Geschichte des Europa- und Völkerrechts, insbesondere deren koloniale Vergangenheit. Der Vortrag hat sein gegenwärtiges Buchprojekt zum Gegenstand.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Der Vorstand
Dr. Daniel Saam, Prof. Dr. Matthias Jahn, Nicole Wichmann, Amélie Sophie Hamm, Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Rückert, Prof. Dr. Dr.h.c. Cornelius Prittwitz, Dr. Claudius Dechamps, Dr. Nadia Al-Shamari-Ziegler, Dr. Stefan Fuhrmann, Prof. Dr. Felix Maultzsch, Dr. Rembert Niebel, Dr. Moritz von Schenck, Dr. Daniel Wegerich, Dr. Andreas Zubrod

Details

  • Datum: 20. Mai 2026
  • Zeit:
    18:00 bis 20:00
  • Veranstaltungskategorie:

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