„Eigeninitiative lohnt sich“

Beim „Hessischen Zukunftsdialog“ tauschen Betriebe, Verwaltungen und Unternehmen Erfahrungen zur Förderung von Fachkräften aus.

Die Fachkräftesicherung steht für die mittelständische Wirtschaft an oberster Stelle. Beim hessischen Zukunftsdialog wurden Best Practice-Beispiele vorgestellt.

Pandemie, Krieg, Energieknappheit – die aktuellen Krisen haben deutliche Folgen für den Arbeitsalltag und die Beschäftigungssituation vieler Menschen. Aus Verunsicherung wagen weniger Beschäftigte einen Jobwechsel oder entwickeln sich als Fach- und Führungskraft weiter, zugleich beginnen weniger Schulabgänger mit einer Ausbildung. Der diesjährige „Hessische Zukunftsdialog“ hat mit seiner Veranstaltung „Raus aus der Unsicherheit – Die Jungen trauen sich etwas. Die Älteren auch! – Fachkräftesicherung in den hessischen Regionen“ ein Zeichen gegen diesen Trend gesetzt.

Die Veranstaltung bot Verantwortlichen aus Betrieben, Verwaltungen und Verbänden Gelegenheit, sich über Erfahrungen, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen auszutauschen. Darüber hinaus wurden Beispiele Guter Praxis aufgezeigt und Erfahrungen bei der Unterstützung persönlicher Initiativen vorgestellt. Organisiert wurde der Dialog vom Institut für Wirtschaft und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität im Auftrag der Stabsstelle Fachkräftesicherung Hessen, angesiedelt im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

„Wir sind mit einer Vielzahl gleichzeitiger Krisen und Herausforderungen konfrontiert – zu den langfristigeren gehört die demografische Entwicklung: Der Fachkräftemangel schlägt in einigen Branchen und Regionen härter zu als in anderen. Viele Beschäftigte, Nachwuchskräfte aber auch Arbeitgeber verunsichert dieser Transformationsprozess. Auch die Dynamik, mit der wir den zahlreichen Herausforderungen begegnen müssen, hat sich verändert: Die Verunsicherung der ersten – bald drei – Corona-Jahre hält noch an, der Ukrainekrieg und die Energiekrise kommen hinzu“, sagt Kai Klose, Hessischer Minister für Soziales und Integration. Auch deshalb passe das diesjährige Motto „Raus aus der Unsicherheit – Die Jungen trauen sich etwas“ so gut. „In Hessen messen wir der Fachkräftesicherung schon lange zentrale Bedeutung bei. Wir arbeiten mit unseren Partner*innen im Neuen Bündnis Fachkräftesicherung Hand in Hand und haben dort gemeinsam einen Bündnisplan entwickelt und im vergangenen März gemeinsam vorgestellt und veröffentlicht“, so Klose weiter.

„Wer sich diesen Schritt allein nicht zutraut, kann dabei begleitet werden“, erklärt Dr. Christa Larsen, Leiterin des IWAK. „Unsere Erfahrungen bestätigen, dass Auszubildende und älteren Beschäftigten dabei unterstützt werden können, ihre beruflichen Pläne zu verwirklichen und auch schwierige Situationen zu überwinden.“

Beim „Hessischen Zukunftsdialog“ wurden junge und ältere Menschen mit Eigeninitiative zu einer erfolgreichen Berufswahl sowie Einrichtungen vorgestellt, die Fachkräfte fördern: Wie etwa Beate Weigel und Gelzania Maria Alves Dos Santos, die ihren Beruf gewechselt und sich für die Ausbildung zur Erzieherin entschieden haben. Dass eine Betriebsübernahme noch jenseits der 50 eine gute Option sein kann, zeigte auch Anja Kronier mit der Übernahme eines Buchladens. Die Initiative „Personal und Zukunft Fulda“ zeigte vor allem mittelständischen Betrieben, wie sie ihre älteren Beschäftigten lange binden können. Kevin Fischlein berichtete darüber, wie ihn der Wiesbadener Bildungsträger FRESKO bei seiner Externenprüfung zum Abschluss des Mechatronikers in der Transporttechnik begleitet hat. Und Alimou Condé stellte seinen Ausbildungsweg nach seiner Flucht nach Deutschland im Dachdeckerbetrieb Walter Nies vor, unterstützt durch die Willkommenslotsin Anja Kloos von der Handwerkskammer Wiesbaden.

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