Professor Matthias Lutz-Bachmann zum Ehrengast der Stadt Salamanca ernannt

In seiner Rede hob Matthias Lutz-Bachmann die Bedeutsamkeit der „Schule von Salamanca“ hervor, deren Vertreter*innen zur Herausbildung des modernen Rechts, zur Formulierung der Menschenrechte, der Anerkennung der Vielfalt der Kulturen sowie der Verpflichtung der Staaten zu einer weltweiten Ordnung des Friedens maßgeblich beitrugen. (Foto: Salamanca City Press Office)

Professor Matthias Lutz-Bachmann, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt, ist von der Stadt Salamanca zum Huésped Distinguido (Ehrengast) ernannt worden. Die Auszeichnung wurde am 11. Februar 2026 im Rahmen eines offiziellen Empfangs im Rathaus von Salamanca verliehen. Anlass war der internationale Kongress „The School of Salamanca: Past, Present, Future (1526–2026)“ – eine wissenschaftliche Veranstaltung zum 500-jährigen Jubiläum der historischen Denktradition der Schule von Salamanca. Das Programm umfasste Vorträge und Debatten mit mehr als 150 Referent*innen aus über 20 Ländern und unterstrich die Aktualität der Schule von Salamanca für heutige globale Herausforderungen. Die Schule von Salamanca umfasst ein Netzwerk von Denker*innen des 16. und 17. Jahrhunderts, deren Arbeiten grundlegende Konzepte der Rechts- und politischen Philosophie sowie des frühen Völkerrechts prägten.

Mit dem Titel Huésped Distinguido würdigt die Stadt Lutz-Bachmanns „maßgeblichen Beitrag zur Rückverortung Salamancas im Zentrum der europäischen und internationalen wissenschaftlichen Debatte“, insbesondere durch seine Leitung des digitalen Forschungsprojekts The School of Salamanca. Die gemeinsam mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz entwickelte Initiative schafft eine digitale Infrastruktur, die die Texte und Ideen der Schule weltweit zugänglich macht und humanistische Tradition mit moderner Technologie verbindet.

„Die ‚Schule von Salamanca‘ ist bis heute bedeutsam, da ihre Vertreter zur Herausbildung des modernen Rechts, zur Formulierung der Menschenrechte, der Anerkennung der Vielfalt der Kulturen sowie der Verpflichtung der Staaten zu einer weltweiten Ordnung des Friedens maßgeblich beigetragen haben“, sagte Lutz-Bachmann während des Empfangs der Stadt Salamanca. „Diese Leistung war ebenso bahnbrechend wie die in Salamanca erarbeiteten Beiträge zur Vermittlung von Philosophie und Theologie, von Rechtswissenschaft und Ökonomie.“

Der Bürgermeister von Salamanca, Carlos García Carbayo, überreichte Matthias Lutz-Bachmann die Auszeichnung als Huésped Distinguido (Ehrengast). (Foto: Salamanca City Press Office)

Der Bürgermeister von Salamanca, Carlos García Carbayo, überreichte Lutz-Bachmann die Auszeichnung gemeinsam mit Juan Belda Plans und Virginia Aspe Armella – beide international anerkannte Expert*innen für die Ideengeschichte der Frühen Neuzeit und die Wirkungsgeschichte der Schule von Salamanca. García Carbayo betonte, die Jubiläumsfeierlichkeiten und Ehrungen trügen dazu bei, eine „historische Schuld“ gegenüber einer der einflussreichsten Denkschulen der Geschichte zu begleichen. Er verwies dabei auf deren nachhaltige Beiträge zu Recht, Ökonomie, Politik, Ethik und zur Konzeption der Menschenwürde.

Matthias Lutz-Bachmanns wissenschaftliche Arbeit umfasst zentrale Bereiche der Geisteswissenschaften und verbindet historische Tiefe mit philosophischer Breite. Seit 1994 ist er Professor für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der mittelalterlichen Philosophie, der praktischen und politischen Philosophie, der Religionsphilosophie sowie der Kritischen Theorie – Felder, die seine Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Fragen von Recht, Ethik und Menschenrechten maßgeblich prägen. Zu seinen Leitungsaufgaben zählen die Direktion des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Bad Homburg sowie die Mitgründung der Johanna-Quandt-Akademie zur Förderung exzellenter Nachwuchswissenschaftler*innen. In seiner Amtszeit als Vizepräsident der Goethe-Universität (2009–2015) war er an der Einrichtung zentraler interdisziplinärer Institutionen beteiligt, darunter das Zentrum für Islamische Studien und das Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, und baute internationale Hochschulpartnerschaften weiter aus. Darüber hinaus hat Lutz-Bachmann mehrere einflussreiche wissenschaftliche Reihen zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Philosophie und Rechtsgeschichte initiiert und herausgegeben. Eine zentrale Rolle spielt er im digitalen geisteswissenschaftlichen Projekt The School of Salamanca, das in internationaler Kooperation eine digitale Quellenedition und ein Wörterbuch der juridisch-politischen Begriffssprache der frühneuzeitlichen Denker Salamancas erarbeitet – und damit Philosophie, Rechtsgeschichte und digitale Geisteswissenschaften miteinander verbindet.

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