Florian Reifschneider (l.) und Alex Klein. Foto: Frerichs

Florian Reifschneider (l.) und Alex Klein. Foto: Frerichs

Studentica – Ein Online-Netzwerk von Studierenden für Studierende:

Schon früh haben Florian Reifschneider und Alex Klein angefangen, sich für Computer und das World Wide Web zu interessieren. Reifschneider brachte sich während der Schulzeit das Programmieren selbst bei. Und Klein löste als Kind die Computerprobleme seines Vaters, um später den Informatikleistungskurs zu belegen. Heute, selbst noch Studenten am Institut für Informatik, sind sie Gründer von einem Startup-Unternehmen, von Studentica.

Die Idee zu dem akademischen Online-Netzwerk für Studierenden der Goethe-Universität hatte Reifschneider vor drei Jahren, als er begann, Facebook-Gruppen zu gründen. Zunächst eine für den eigenen Informatikjahrgang, danach eine für alle Informatikstudierenden. Als auch dort immer mehr Nicht-Informatiker Mitglied werden wollten, gründete Reifschneider schließlich eine allgemeine Facebook- Gruppe für die gesamte Goethe-Universität. „Dabei ist mir bewusst geworden, dass Bedarf für eine Plattform besteht, auf der sich die Studierenden über den Unialltag, den Lehrstoff oder anderes austauschen können“, sagt Reifschneider.

Obgleich Facebook den Anstoß zur Idee für Studentica gegeben hat, sehen die beiden Startup- Gründer in dem größten Online-Netzwerk keine Konkurrenz: „Facebook ist für die private Kommunikation unter Freunden ausgelegt. Die Plattform legt den Schwerpunkt nicht auf einen akademischen Austausch. Unser Ziel aber ist es, unseren Nutzern dabei zu helfen, effizienter und zielgerichteter zu studieren. Studentica ist kein Freundschafts-Netzwerk.“

Auf Studentica haben die Nutzer die Möglichkeit, die originalen Lehrveranstaltungen gewissermaßen zu reproduzieren. „Unser Anliegen war es, die Studierenden zu autorisieren, selbst Kurse auf Studentica zu erstellen. Andernfalls ist man darauf angewiesen, dass der Lehrende eine Online-Plattform für seine Kurse benutzt“, erklärt Reifschneider. Innerhalb der Online-Veranstaltungen können sich die Studierenden untereinander und mit dem jeweiligen Lehrenden über Inhalte austauschen. Es können Materialien hochgeladen oder Wikis errichtet werden.

Eine unbezahlbare Erfahrung

Nach einer Testphase im Wintersemester 2014/15 ist das akademische Online-Netzwerk nun für die gesamte Goethe-Universität verfügbar. „Wir wollen Studentica nicht am Studenten vorbei bauen. Daher war es uns in der Testphase wichtig, möglichst viel Feedback einzuholen, um unsere Plattform weiter zu verbessern“, sagt Klein. Das führte bereits dazu, dass es neuerdings eine Funktion für private Lerngruppen gibt. Zurzeit nutzen knapp elf Lehrende und 700 Studierende die Plattform. Auch das nächste Tool ist schon in Planung. Mithilfe sogenannter Meilensteine sollen die Nutzer auf Studentica zukünftig ihr Studium vom ersten bis zum letzten Semester durchplanen können: Stundenpläne, Auslandssemester oder zu erreichende Leistungspunkte.

Doch nicht nur für die Studierenden, sondern auch für ihre eigene berufliche Entwicklung sehen die Informatiker einen Mehrwert in ihrem Startup. „Wir haben im letzten Jahr sowohl aus technischer als auch aus ökonomischer Sicht viel dazugelernt. Wir wissen jetzt, wie man ein Unternehmen zu etwas formt. So etwas lernt man weder im Studium noch in einer großen Firma. Eine unbezahlbare Erfahrung“, sagt Klein. Reifschneider ergänzt: „So ein großes Softwareprojekt macht man nicht alle Tage. Vor allem nicht während seines Studiums. Das steht nicht auf dem Lehrplan. Dementsprechend ist das auch eine tolle Ergänzung zur Uni.“

Gefördert wird Studentica vom Goethe-Unibator, dem Gründerzentrum der Goethe-Universität, mit Expertise und einem Beraternetzwerk. Finanzieren müssen die beiden Informatikstudenten ihr Startup-Unternehmen momentan jedoch noch aus eigener Tasche. Ende des Jahres werden Klein und Reifschneider ihr Studium beenden. Schon jetzt steht für sie fest: „Danach möchten wir mit Studentica richtig durchstarten.“