tag-des-gedenkens-2017Die nichtjüdischen Unterstützer, die jüdischen Deutschen auf der Flucht geholfen haben, stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Holocaust-Gedenkvorlesung an der Goethe-Universität, die von Prof. Susanna Schrafstetter gehalten wird. Dieser Vorlesung am 27. Januar geht ein umfangreiches Begleitprogramm voraus.

Seit einigen Jahren bereits findet anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus eine Gedenkvorlesung statt. In diesem Jahr spricht die Historikerin Susanna Schrafstetter über die nichtjüdischen Deutschen, die Juden dabei halfen unterzutauchen. Nicht alle taten dies aus ethischer Verantwortung oder Mitgefühl; zuweilen handelten sie auch aus eigennützigen Motiven. Die Vorlesung mit dem Titel „Stille Helden und heimliche Profiteure – Erfahrungen von untergetauchten Juden mit ihren Helfern 1941-1945“ findet statt:

Wann? Am Freitag, 27. Januar, um 12 Uhr
Wo? In der Lobby des PA-Gebäudes am Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1.

Zwischen 1941 und 1945 flüchteten etwa 10.000 bis 15.000 Juden in Deutschland vor der Deportation und tauchten unter. Dabei waren sie auf die Unterstützung nichtjüdischer Verwandter, Freunden, Bekannten oder auch fremden Menschen angewiesen. Erst in jüngerer Zeit erfuhren diese Helfer Anerkennung – oft als „stille Helden“. Aber flüchtende Juden wurden oft auch Opfer von Dieben, Schwindlern und Erpressern. Der Vortrag geht auf die gesamte Bandbreite dieser Begegnungen ein, deren Motive von uneigennütziger Hilfe bis zur persönlichen Bereicherung reichten.

Susanna Schrafstetter ist Associate Professor of History und Mitarbeiterin am Center for Holocaust Studies der Universität Vermont (USA). 2017 ist sie als Senior Research Fellow am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz.

Erstmals findet dieses Jahr ein vielfältiges gemeinsames Begleitprogramm von Fritz-Bauer-Institut, Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Pädagogischem Zentrum Frankfurt und AStA der Goethe-Universität statt. Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Quelle: Pressemitteilung vom 18. Januar 2017