Die Ausstellung „Plätze in Deutschland“ (13. April bis 16. Mai) zeigt in der Gegenüberstellung von Bildpaaren, wie sich zentrale Orte in deutschen Städten in den rund 60 Jahren der Nachkriegszeit verändert haben. Heute, 12.4.2016, ab 18.30 Uhr findet im im IG-Farben-Haus die Eröffnung der Ausstellung statt.

Vorher/Nachher: Die Wanderausstellung „Plätze in Deutschland“ zeigt, wie Deutschland 1950 aussah und wie sich die Städte heute präsentieren – und dass nicht immer nur der Krieg, sondern oft auch die Stadtplanung mit ihrer „Vorfahrt fürs Auto“-Maxime viel Schönes zerstört gemacht hat. Konzipiert wurde die Aussstellung des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst (TU Dortmund) von Prof. Christoph Mäckler und Birgit Roth. Nach Stationen u.a. in München, Berlin, Hamburg und Köln ist „Plätze in Deutschland“ vom 13. April bis 16. Mai 2016 an der Goethe-Universität zu sehen.

Über die Ausstellung

Plätze sind mehr als unbebaute Stellen in der Stadt. Seit Jahrhunderten spielen sie eine wichtige Rolle als Treffpunkt der Stadtbewohner, sind Handelsräume und repräsentative stadträumliche Zentren, an denen bedeutende Bauwerke liegen. Schon immer waren Plätze auch Knotenpunkte im Verkehrsgefüge der Stadt. Die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer waren weitgehend gleichberechtigt. Zugleich blieb der Platz ein nach ästhetischen Gesichtspunkten gestalteter Ort des Verweilens.

In den 1950er bis 1970er Jahren jedoch sorgte das Leitbild der „verkehrsgerechten Stadt“ für massive Eingriffe in die Struktur vieler deutscher Plätze. Dem motorisierten Verkehr wurde die führende Rolle zugestanden. Stadtautobahnen, breite Straßendurchbrüche, sowie komplexe Systeme aus Hochstraßen, Tunneln und Rampen waren die Folge. Viele Plätze wurden zu reinen Verkehrsknotenpunkten ohne jegliche Aufenthaltsqualität. Auch Plätze, die den Krieg unbeschadet überstanden hatten, wurden nun Opfer einer rigiden Stadtplanung, die sich an den funktionalen Ansprüchen des Automobilverkehrs orientierte und die historischen Strukturen und Maßstäbe unberücksichtigt ließ.

Die Ausstellung stellt Photographien deutscher Plätze aus den 1950er Jahren aktuellen Aufnahmen vom gleichen Standort gegenüber, um auf die Fehlplanungen und Versäumnisse in der Gestaltung des Stadtraums aufmerksam zu machen.

Eröffnung mit Podiumsdiskussion

Eröffnet wird „Plätze in Deutschland“ an der Goethe-Universität am 12. April um 18:30. Auf dem Podium werden dabei diskutieren: der Frankfurter Bürgermeister Olaf Cunitz, Christoph Siegl (Open Urban Institute), Prof. Harald Bodenschatz (Center for Metropolitan Studies), Johnny Klinke (Tigerpalast) und Prof. Christoph Mäcker (Deutsches Institute für Stadtbaukunst).

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