Der dramatische Anstieg multiresistenter Bakterien in Kliniken stellt weltweit eine zunehmende Bedrohung dar. Auf Platz eins steht Acinetobacter baumannii. Wie man Krankenhausinfektionen mit dem gefährlichen Erreger möglichst schnell therapeutisch beherrschen kann, darüber tauschen sich international anerkannte Experten vom 4. bis 6. September an der Goethe-Universität (Campus Riedberg, Otto-Stern-Zentrum) aus.

Acinetobacter baumannii ist inzwischen für fünf bis zehn Prozent aller Infektionen auf Intensivstationen verantwortlich. Dabei zeichnen sich 45 Prozent der Bakterien durch multiple Antibiotika-Resistenzen aus. In einigen europäischen Ländern sind sogar mehr als 90 Prozent der Isolate nicht mehr mit den zur Verfügung stehenden Antibiotikatherapien behandelbar. Aufgrund dieser rasanten Entwicklung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Acinetobacter baumannii 2017 ganz oben auf die Liste der Erreger gesetzt, für die dringend neue Wirkstoffe benötigt werden.

„Um in dieser Situation schnell klinisch anwendbare Resultate zu erhalten, haben wir 180 medizinische und nicht-medizinische Mikrobiologen sowie Kliniker aus 36 Ländern nach Frankfurt eingeladen“, sagt die Mikrobiologin Prof. Beate Averhoff vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Goethe-Universität. Sie ist Organisatorin des 12. Internationalen Symposiums zur Biologie von Acinetobacter. Themen des Symposiums sind die Evolution, Pathogenitätsmechanismen, Antibiotika-Resistenzen, die Regulation der Infektion und des Metabolismus, die Anpassung an den humanen Wirt, die Epidemiologie und neue therapeutische Strategien zur Bekämpfung dieses gefährlichen Krankenhauskeims.

Mehr Infos: www.acinetobacter2019.com