
Eine Studie von Neurowissenschaftlern des Ernst Strüngmann Instituts der Max-Planck-Gesellschaft, der Goethe-Universität Frankfurt, des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik und der New York University erklärt, wie das menschliche Gehirn den Zeitpunkt zukünftiger Ereignisse vorhersagt: Das Gehirn schätzt kontinuierlich ein, wie wahrscheinlich es ist, dass etwas innerhalb der nächsten drei Sekunden passiert – und nutzt diese Einschätzung, um schnelle und genaue Reaktionen vorzubereiten.
Denn Menschen reagieren auf eine Umwelt, die sich fortlaufend und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit verändert: Ein Videospieler reagiert auf Ereignisse auf dem Bildschirm, die innerhalb von Millisekunden oder erst nach mehreren Sekunden eintreten. Ein Boxer antizipiert die Aktionen seines Gegners, selbst wenn dieser schneller oder langsamer agiert als frühere Kontrahenten. In all diesen Situationen sagt das Gehirn voraus, wann etwas geschehen wird, bereitet sich auf zukünftige Ereignisse vor und passt sich dadurch flexibel an die neue Situation an.
Publikation: Matthias Grabenhorst, David Poeppel, Georgios Michalareas: The anticipation of imminent events is time-scale invariant. PNAS (2026) https://doi.org/10.1073/pnas.2518982123
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