Die HRZ-Medientechnik betreut jedes Jahr hunderte Veranstaltungen an der Goethe-Uni. Ob mit zwei oder 2000 Teilnehmern, die Medientechnik ist für alles gerüstet. Dazu gehörte auch der Besuch des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron (siehe hier »), der per Livestream übertragen wurde.

Bei allen Veranstaltungen gibt es immer einen genauen Ablaufplan von der ersten Besprechung, der Aufgabenverteilung, dem Technikaufbau mit samt dem Verlegen von Leitungen und der Verkabelung, und der Veranstaltung selbst. Simone Beetz, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim HRZ, hat sich dazu mit Ullrich Grimm-Allio, Gruppenleiter bei der HRZ-Medientechnik, unterhalten.

Simone Beetz: Wie sieht die Vorgehensweise der Medientechnik bei solchen Veranstaltungen aus?

Ullrich Grimm-Allio: Die Vorgehensweise ist eigentlich immer gleich: Uns erreicht eine Anfrage, in diesem Fall aus der Präsidialabteilung, ob wir an einem bestimmten Termin technisch unterstützen können. Je nachdem wie erfahren die Organisatoren sind, bekommen wir schon sehr detaillierte Informationen und Anforderungen. Intern besprechen wir dann in unseren wöchentlichen Meetings, ob und wie wir die angefragten Veranstaltungen unterstützen können. Das einzige Kriterium für Zu- oder Absagen sind unsere verfügbaren Ressourcen.

Wie lief die Organisation für den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron?

Die Planung des Macron-Besuches lief schon auf Hochtouren, als die Teilnahme des französischen Staatspräsidenten noch als vertraulich galt. Aus Sicht der Medientechnik war das Timing perfekt. Während des regulären Vorlesungsbetriebes wäre eine Umsetzung deutlich schwieriger gewesen, denn die Unterstützung der Curricularen Lehre steht immer an erster Stelle. Nach der Zusage an die Organisatoren besprechen wir die konkrete Umsetzung, also beispielsweise Typ und Positionierung der Kameras, welche weiteren Geräte zum Einsatz kommen, wer die Packlisten anfertigt, wer die Geräte zusammenstellt, transportiert, aufbaut und vor Ort betreut.

Wie sah die Medientechnik hinter der Planung aus?

Im konkreten Fall wurde der Audio-Komplex an einen externen Anbieter ausgelagert, der auch Simultantechnik und Dolmetscher im Portfolio hat. Diesen speziellen Teil können wir nicht selbst abdecken. Wir konnten uns also voll auf den Videobereich konzentrieren.

Am Ende haben wir uns für ein Drei-Kamera-Setup (Für Schuss, Gegenschuss, Totale) mit unseren hochwertigen Panasonic AF101 entschieden. Die Bildsignale wurden live vor Ort abgemischt und in Sendequalität parallel auf zwei Festplatten aufgezeichnet. Dabei wurden sowohl der französische Originalton als auch die englische und die deutsche Tonspur getrennt aufgezeichnet. Für den Livestream wurde die Tonspur mit der deutschen Simultanübersetzung ausgewählt. Die Tonspuren haben wir fertig abgemischt vom externen Dienstleister Anlo übernommen.

Livestream der HRZ-Medientechnik in Full-HD Qualität

Für AVC-Aufzeichnungen (Audio, Video, Content, beispielsweise Präsentationen) verfügt die HRZ-Medientechnik sowohl über fest verbaute als auch mobile Recorder. Die fest verbauten Infrastrukturgeräte decken die automatisierte Event- und Vorlesungsaufzeichnung in den dafür ausgestatten Räumen auf den verschiedenen Campus der Goethe-Universität ab. Die mobilen Geräte sind für nicht zentralvernetzte Räume oder Sonderveranstaltungen vorgesehen. Hierbei können Universitätsweit bis zu 25 Events/Vorlesungen gleichzeitig aufgezeichnet werden. Die Veranstaltungstechnik arbeitet dabei vollständig digital und bei Bedarf bis Full-HD-Qualität. Öffentliche Livestreams sind immer über das Videoportal der Goethe-Universität abrufbar. Im Fall des französischen Staatspräsidenten konnte der Livestream auch direkt von der Homepage der Goethe-Universität sowie über www.faz.net abgerufen werden.

Die Veranstaltung fand also in einem komplett digitalisierten Rahmen statt?

In den vergangenen Jahren haben wir viel Zeit und Geld in die Technik des Festsaals investiert, daher müssen wir bei solchen Veranstaltungen immer weniger Kabel verlegen. Das spart viel Zeit und sieht einfach schöner aus. Vor drei Jahren hätten wir noch kilometerlange Leitungen verlegen müssen, wo wir unser Equipment jetzt häufig nur noch auf Anschluss Felder aufstecken müssen. Dieses Konzept haben wir auch bei den Sanierungsprojekten im Hörsaalzentrum (HZ) und House of Finance (HoF) umgesetzt. Zwischen den Jahren wird auch noch der erste Stock des Casinos auf den neuesten Stand der Medientechnik gebracht.

Wie sah die Medientechnikbetreuung am Tag des Besuchs des französischen Staatspräsidenten aus?

Der Aufbau einer vollen Wagenladung Technik wurde von fünf Kollegen gemeistert. Die Vor-Ort-Betreuung bestand aus nur vier Personen: Ein Kollege überwachte die drei Tonspuren am Audiomischpult, einer den Livestream beziehungsweise den Zustand des Recorders, einer mischte die Bildsignale der drei Kameras ab und blendete die sogenannten „Bauchbinden“ ein. Der vierte Kollege stand bereit, gegebenenfalls die Kameras manuell zu bedienen.

Dank der guten Vorbereitung und der professionellen Arbeitsweise im ganzen Team lief aus Sicht der Technik alles perfekt, was auch die große Zahl der Live-Zuschauer bestätigt: über 6000 haben den Livestream verfolgt, weitere 3000 seitdem die Aufzeichnung abgerufen. Die technischen Möglichkeiten der Goethe-Universität sind damit aber noch lange nicht ausgeschöpft: Die Kollegen der Netzwerktechnik, die wir natürlich im Vorfeld informiert hatten, konnten während der Sendung keine Performanceprobleme in der Außenanbindung der Goethe-Universität feststellen. Zudem waren rund 450 Personen im Festsaal der Goethe-Universität am Campus Westend bei der Debatte über die Zukunft Europas dabei, im Hörsaalzentrum HZ1 noch einmal 605, sowie im Otto-Stern-Zentrum (H2) waren weitere 315 Sitzplätze belegt.

Wie sieht es mit der Medientechnik im Unialltag aus? Wer kann die HRZ-Medientechnik ansprechen?

Die Zuschauerzahlen der Veranstaltung haben uns auch noch einen kleinen „Boost“ beschert, als wir Ende Oktober den Millionsten Video-Abruf ansteuerten. Das System zum Live streamen, zur Aufzeichnung und zur Verwaltung von Videos ist ein integriertes, nachhaltiges Gesamtpaket mit schlüssigem Supportkonzept, das allen Angehörigen der GU zur Nutzung zur Verfügung steht. Sei es für Top-Events, wie der zurückliegende Macron-Besuch, der Livestream einer Infoveranstaltung, die klassische Vorlesungsaufzeichnung, Flipped-Classrom-Szenarien oder die zukunftssichere Digitalisierung kleiner und großer Film- und Videoarchive. Sprechen sie uns einfach an!