Spatenstich für Neubau der Chemischen Institute auf dem Campus Riedberg

V.l.n.r.: Thomas Platte, Direktor des LBIH, Dr. Albrecht Fester, Kanzler der Goethe-Universität, Architekt Eckhard Gerber, Wissenschaftsministerin Angela Dorn, Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, Finanzminister Michael Boddenberg. (Foto: Isabelle Hammerschmiedt)

Die Goethe-Universität Frankfurt ist dem Neubau ihrer Chemiegebäude auf dem Campus Riedberg einen entscheidenden Schritt nähergekommen: Wissenschaftsministerin Angela Dorn, Finanzminister Michael Boddenberg und Professor Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt, haben heute den Spatenstich für den Neubau der Chemischen Institute mit dazugehöriger Technikzentrale gesetzt, der den alten, sanierungsbedürftigen Betonbau bis 2026 ersetzen soll. Die Gesamtkosten in Höhe von rund 86 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt werden aus dem Hochschulbauprogramm HEUREKA des Landes Hessen finanziert.

„Die Standortneuordnung der Goethe-Universität eröffnet auch ihren naturwissenschaftlichen Fachbereichen völlig neue Entwicklungschancen und Perspektiven und kommt ihrem Ziel, optimale Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre zu schaffen, durch diesen Neubau einen bedeutenden Schritt näher“, erklärt Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Der Neubau der Chemie-Institute auf dem Campus Riedberg birgt viele Vorteile: Die Nähe zur Biochemie, Pharmazie, Physik und den Geo- und Biowissenschaften aber auch die unmittelbare Nachbarschaft zu den ebenfalls auf dem Universitätsgelände errichteten Max-Planck-Instituten für Biophysik und für Hirnforschung und dem Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie: Auf dem Campus Riedberg – auch gern Science City Riedberg genannt – ist in den vergangenen Jahren der leistungsfähige Mittelpunkt der biowissenschaftlichen Wissensregion Rhein-Main entstanden. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg für die weitere Planung und Umsetzung dieses großartigen Projektes, damit mit dem Neubau der Chemischen Institute an diesem Ort Gebäude entstehen, in denen die Personen, die hier lernen, lehren und forschen, ihr Potential voll entfalten und beste Ergebnisse erzielen können.“

Finanzminister Michael Boddenberg:1973 wurde mit dem Bau des Fachbereichs Chemie das erste Gebäude dieses Campus errichtet. 50 Jahre später finanziert das Land Hessen mit rund 86 Millionen Euro aus dem HEUREKA-Programm dessen Erneuerung mit dem Neubau des ersten Bauabschnitts der Chemischen Institute. Auf dem Riedberg ist insbesondere durch die Investitionen aus diesem Programm ein moderner naturwissenschaftlicher Campus entstanden. Ich freue mich, dass wir heute einen weiteren wichtigen Schritt in der Entwicklung des Campus Riedberg machen.“

Professor Dr. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt ergänzte: „Das neue Chemiegebäude ist ein lang geplanter wichtiger Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit von Forschung, Lehre und Wissenstransfer an unserem naturwissenschaftlichen Campus. Das Gebäude wird zu einem Wahrzeichen der Science City Riedberg, auf die nicht nur die Universität und das Land, sondern auch die Stadt Frankfurt stolz sein wird. Moderne Infrastrukturen sind die Grundvoraussetzung für exzellente Grundlagenforschung als Basis für Innovationen am Standort, für weltweite Vernetzung zur Stärkung der Internationalität der Region und für moderne Lehre zur Ausbildung zukünftiger Fachkräfte. Der Neubau ist auch ein Schmelztiegel für interdisziplinäres Arbeiten mit den Nachbardisziplinen und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Auch der Neubau der Mathematik und Informatik der Goethe-Universität ist in Reichweite und somit rückt die Perspektive der Vollendung des Campus Riedberg in greifbare Nähe. Aus diesem Grund danke ich, auch im Namen aller Chemikerinnen und Chemiker, dem Land Hessen für das von HMWK und HMdF getragene HEUREKA-Programm, ein Flagship-Programm zur hessischen Standortsicherung.“

Nach Planungen des Architektenbüros Gerber aus Dortmund entsteht im ersten westlichen Bauabschnitt das Praktikumsgebäude mit einer Technikzentrale entlang der südlichen Hangkante am Campus Riedberg. Darüber hinaus werden flexibel nutzbare Forschungsflächen sowie studentische Aufenthaltsräume und Räume für die Fachschaft errichtet. Im zweiten und dritten Obergeschoss ist die Einrichtung von Laboren vorgesehen. Auch das Dach soll genutzt werden: Auf dessen geraden Freiflächen sollen Rückkühlgeräte aufgestellt werden.

Den Bau verbindet die unterirdische Technikzentrale mit weiteren Gebäuden der Chemischen Institute, die in einem zweiten und dritten Bauabschnitt errichtet werden sollen. Insgesamt wird das neue Gebäude rund 6.700 Quadratmeter Nutzfläche umfassen und eine deutlich bessere Klimabilanz vorweisen als die alte Chemie. Wie für Landesbauten in Hessen vorgeschrieben, unterschreitet das Gebäude die Energiesparverordnung und wird somit wesentlich nachhaltiger sein als der Vorgängerbau.

Geplante Gesamtbaukosten im hessischen Hochschulbauprogramm HEUREKA sind 82 Millionen Euro, zu denen 4,1 Millionen Euro Gerätekosten hinzukommen. Die Erdarbeiten haben im Oktober 2022 begonnen, die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für Juni 2026 geplant.

Quelle: Pressemitteilung, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Hessisches Ministerium der Finanzen, 2. März

Wie die Chemie eine zweite Frankfurter Universität begründen sollte

Mit dem Bau eines Chemiegebäudes hatte die Goethe-Universität 1972 einen ersten Schritt auf den Riedberg unternommen, damals noch „Campus Niederursel“ genannt. Auf dem Riedberg sollte eine zweite Frankfurter Volluniversität entstehen: naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Fachbereiche sollten Seite an Seite auf dem Riedberg einen neuen Campus begründen, um die Goethe-Universität in der Innenstadt im Zuge der Hochschulexpansion der 1970er Jahre zu entlasten. Dichtgedrängt waren 370 Hauptfachstudenten der Chemie in der Robert-Mayer-Straße auf dem Campus Bockenheim untergebracht – doppelt so viele Studierende, wie vom Wissenschaftsrat empfohlen. Nach dem Ausbau der Gesamtchemie auf dem Riedberg sollten dort weitere 550 bis 700 Chemiestudienplätze mit 385 Laborarbeitsplätzen hinzukommen.

Der erste Bauabschnitt der Chemischen Institute wurde im Oktober und November 1973 bezogen. Der damalige Bau sorgte bereits für räumliche Entlastung. Doch dann stockte das Bauvorhaben: Durch den mehrjährigen Baustopp kam es erneut zu Raumproblemen und einer Aufteilung der Chemie auf drei Standorte – eine Zerreißprobe für den Fachbereich.

Ende der 70er Jahre gab man die Idee einer zweiten Volluniversität auf, stattdessen überzeugte das Konzept eines naturwissenschaftlichen Campus. 1983 wurde das Chemiegebäude schließlich erweitert, ab den 90er Jahren kamen Bauten für die Biochemie, Pharmazie, Physik, Geowissenschaften und Biowissenschaften hinzu – im Verbund mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen entwickelte sich die „Science City Riedberg“. Neben bedeutenden außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Max-Planck-Institut für Biophysik und dem Max-Planck-Institut für Hirnforschung gehören heute wichtige Infrastruktureinrichtungen dazu – wie Mensen, Bibliotheken, Wohnheime und Kinderbetreuungseinrichtungen.

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