Wandinstallation zur Geschichte der Anatomie. Foto: Barbara Wicht

Am 22. Februar 2019 ist am Universitätsklinikum eine großflächige Wandinstallation über die bewegte Geschichte der Dr. Senckenbergischen Anatomie feierlich eingeweiht worden.

Die lange Historie der Dr. Senckenbergischen Anatomie beginnt 1772 mit der Obduktion des Leichnams ihres verunglückten Stifters und Namensgebers, Dr. Johann Christian Senckenberg. Sie beginnt auch – wie alle Anatomie – mit Sägen, Scheren, Skalpellen, Pinzetten und bloßen Augen und Händen, bevor sie sich, im späten 19. Jahrhundert, auch der Mikroskopie zuwendet. Das aber mit durchschlagendem Erfolg. Noch vor der Gründung der Universität war sie, unter Leitung von Prof. Carl Weigert, eines der weltweit führenden Forschungsinstitute.

Die Anatomie rühmt sich, bei der Eröffnung der Universität im Jahre 1914 eines der Gründungsinstitute dieser gewesen zu sein, aber es gibt es auch Schattenseiten in ihrer Vergangenheit. So geriet auch die Anatomie in den Bannkreis des nationalsozialistischen Terrors und der Guillotine; die Körper von Opfern gelangten in die Anatomie. Ihr Institutsgebäude wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bei den großen Luftangriffen auf Frankfurt fast vollständig zerstört.

Prof. Dr. Thomas Deller, Geschäftsführender Direktor der Dr. Senckenbergischen Anatomie, begrüßt die Gäste. Foto: Barbara Wicht

Nach dem erfolgreichen Wiederaufbau ist die Dr. Senckenbergische Anatomie heute ein zentraler Bestandteil der Universität und der Ärzteausbildung. Es wird zwar immer noch mit Skalpellen und Sägen gearbeitet, doch haben die neusten Verfahren der Mikroskopie und Molekularbiologie die Zusammenschau des Großen mit dem Kleinsten ermöglicht und die Anatomie zu dem gemacht, was sie heute ist, nämlich eine erfolgreiche wissenschaftliche Forschungsanstalt und, Jahr für Jahr, der Ort, an dem mehr als 500 Studierende das kennenlernen, was sie später heilen sollen: den Körper des Menschen.

Prof. Christoph Lauer, Studiendekan „Zahnmedizin“, Prof. Thomas Deller, Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor des Klinikums, Dr. Kosta Schopow und PD Dr. Helmut Wicht auf der Feier. Foto: Barbara Wicht

Entwicklung auf Wandtafeln festgehalten

Die Geschichte der Anatomie wurde dank der Unterstützung durch die Dr. Senckenbergische Stiftung nun wort- und bildreich auf zehn dauerhaft installierten öffentlichen Wandtafeln im Foyer der Anatomie festgehalten. Diese sind am 22. Februar 2019 vom Dekanat des Fachbereichs Medizin und vom Ärztlichen Direktor des Universitätsklinikums formal der Öffentlichkeit übergeben worden. Auch der Vorsitzende der Administration der Stiftung und der Geschäftsführende Direktor der Anatomie waren anwesend. Die Ersteller der Tafeln, der Historiker Prof. Udo Benzenhöfer und der Anatom PD Dr. Helmut Wicht, waren ebenfalls vor Ort.