Prof. Simone Fulda (hintere Reihe, Mitte) und Prof. Thomas Deller (hintere Reihe, 4.v.r.) bei der Übergabe der Mitgliedsurkunden an die neuen Mitglieder der Klasse III: Medizin in Halle. Bildnachweis: Markus Scholz/Leopoldina

Krebsexpertin Prof. Simone Fulda und Anatom Prof. Thomas Deller aus der Universitätsmedizin Frankfurt wurden in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. Am 10. Juli fand die feierliche Übergabe der Mitgliedsurkunden statt.

Seit 2008 ist die Leopoldina Nationale Akademie der Wissenschaften. Herausragende Wissenschaftler aus aller Welt werden zu Mitgliedern gewählt, um die Politik zu beraten und den Austausch mit ausländischen Akademien und Wissenschaftlern zu pflegen. Die Akademie besteht ununterbrochen bereits seit über 350 Jahren. Die Aufnahme in diese Institution stellt eine besondere Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen und Persönlichkeit dar. Alle Mitglieder sind je nach Forschungsgebiet in 28 Fachsektionen organisiert, die wiederum in vier Klassen gegliedert sind. In der Klasse III: Medizin sind insgesamt 11 Wissenschaftler neu gewählt worden. Mit Prof. Deller und Prof. Fulda sind gleich zwei Vertreter der Frankfurter Universitätsmedizin unter den neuen Akademiemitgliedern.

Wirkmechanismen von Krebszellen verstehen

Prof. Simone Fulda, Direktorin des Instituts für Experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie sowie Vizepräsidentin für Forschung und Akademische Infrastruktur der Goethe-Universität Frankfurt, wird in die Sektion Gynäkologie und Pädiatrie aufgenommen. Die Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin erforscht die molekularen Grundlagen von Krebserkrankungen im Kindesalter. Schwerpunkt ist der programmierte Zelltod, die sogenannte Apoptose. Prof. Fulda untersucht, warum diese in Krebszellen nicht mehr funktioniert.

Geschädigte Nerven mit körpereigenen Mechanismen heilen

Prof. Thomas Deller, Geschäftsführender Direktor der Dr. Senckenbergischen Anatomie, wird in die Sektion Anatomie und Anthropologie aufgenommen. Der Experte für Klinische Neuroanatomie erforscht, wie Nervenzellen ihre Form und Funktion bei Lernvorgängen anpassen können, die sogenannte neuronale Plastizität. Außerdem untersucht er, wie Kompensationsmechanismen, die im Nervensystem natürlicherweise vorhanden sind, dazu beitragen können, die Nerven nach einer Schädigung zu heilen. In diesem Zusammenhang konzentriert er sich besonders auf Verletzungen des Gehirns und neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer.

Pressemitteilung des Uniklinikums