Nicole Deitelhoff: „Erst indem wir mit anderen darüber streiten, wofür wir eigentlich stehen wollen, erkennen wir, dass sich der Streit lohnt.“; Foto: Jürgen Lecher

Für die Politologin Nicole Deitelhoff ist der Konflikt eine Triebkraft der Demokratie

Protestveranstaltungen und Demonstrationen, Brexit und wirtschaftspolitische Drohgebärden – wir leben in einer konfliktträchtigen Zeit. „Konflikt“, dieser Begriff wird von vielen als Negativ empfunden und gleichgesetzt mit Streit, Unfrieden, vielleicht sogar Gewalt. Die Frankfurter Politologin und Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Friedens- und Konfliktforschung Nicole Deitelhoff, sieht das anders. Wie sie in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ deutlich macht, ist der Konflikt ein notwendiger Bestandteil moderner demokratischer Gesellschaften.

 „Erst im Konflikt beginnen wir, darüber nachzudenken, wie wir eigentlich zusammenleben wollen“ – sagt Deitelhoff im Interview. Die Politologin macht im Gespräch jedoch deutlich, dass es heutzutage in punkto Streitkultur etliche Defizite gibt: Konflikte würden viel zu wenig ausgehalten und ausgetragen, gerade in der Politik. Alle üben sich in zivilisierter Gesprächsführung, Talkshows zeigen keine echten Debatten, und schon die Kleinen im Kindergarten lernen, wie man Konflikte vermeidet – so die Politologin. Dabei sei der Konflikt die Integrationskraft moderner Gesellschaften: „Im Streit, in der Auseinandersetzung über Unterschiede und im Ausbuchstabieren politischer Werte und Prinzipien, die ein Miteinander über diese Differenzen hinweg erlauben, konstituieren wir Zusammenhalt“, so Deitelhoff.

Und was ist mit all den Aggressionen im Internet? Hier müsse man genau hinsehen, findet Deitelhoff. Denn auch Echokammern hätten ursprünglich ihre Daseinsberechtigung. Was Deitelhoff außerdem zu sagen hat – etwa über die Ziele und Aufgaben des gerade entstehenden Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt. das sie von Frankfurt aus leiten wird –, das lesen Sie in der neuesten Ausgabe von Forschung Frankfurt. Und darüber hinaus viele weitere spannende Beiträge zu (Forschungs)fragen rund um das Schwerpunktthema „Konflikt – Zwischen Eskalation und Schlichtung“.

Die neue Ausgabe von Forschung Frankfurt zum Thema „Konflikt! Zwischen Eskalation und Schlichtung“ erscheint am 24. Juni.
Am Mittwoch, dem 26. Juni, erhalten Sie das Heft kostenlos an unserem Stand vor dem Hörsaalgebäude zwischen 9:30 und 14:15 Uhr. Danach können Sie das Heft für 6 Euro (4 Euro für Studierende) im Campus Shop kaufen.
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