Prof. Sabine Andresen

Die Corona-Krise habe das Potenzial, sozial bedingte Unterschiede weiter zu verschärfen und die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen ungleich zu schwächen. So die Ansicht der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Sabine Andresen, die mit drei Kolleg*innen aus Psychologie, Psychiatrie und Soziologie in ihrem „Denkanstoß“ Vorschläge entwickelt hat, wie mit speziellen pädagogischen Angeboten einer weiteren „Bildungsschere“, die durch die Sommerferien nach der Corona-Krise drohe, entgegengewirkt werden könnte.

Sie sagen: „Alle Kinder und Jugendliche brauchen Zeit mit ihrer Familie, für Erholung und selbstbestimmte Aktivitäten, aber in diesem Jahr müssen es vielleicht nicht sechs Wochen, nach einem von der Kultusministerkonferenz vorgegebenen Zeitraster sein. Viele Kinder und Jugendliche werden nach der abrupt eingeleiteten Phase des Homeschooling auf gezielte Lernangebote, auf Unterstützung in einzelnen Fächern, auf kreatives Üben und Wiederholen besonders angewiesen sein. Sie werden auch Personen brauchen, die sie mit ihren Sorgen und Ängsten ansprechen können. Denn mit diesen sind Kinder und Jugendliche ebenso wie Erwachsene in der Pandemie konfrontiert. Solidarität mit Kindern und Jugendlichen heißt 2020, die Sommerferien mit ihnen gemeinsam anders zu gestalten.“ 

Kultus- und Sozial-, Jugend- und Familienministerium der Länder seien zusammen mit dem Bund gefordert, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Auch Lehrerverbände, Kinder- und Jugendhilfe und andere Berufsverbände von Sozialpädagogen sollten im Rahmen eines zivilgesellschaftlichen Engagements eingebunden werden, um Kindern, Jugendlichen und Eltern zu helfen.

Sabine Andresen (Frankfurt), Michaela Kreyenfeld (Rostock), Birgit Leyendecker (Hamburg) und Jörg M. Fegert (Ulm) sind Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates für Familienfragen des BMFSFJ.

Weiterführende Links

> Ein Denkanstoß aus dem Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen des BMFSFJ* ; verfasst von Sabine Andresen, Michaela Kreyenfeld, Birgit Leyendecker und Jörg M. Fegert (PDF)

> Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen des BMFSFJ