Udo Corts zum Vorsitzenden des Hochschulrats gewählt (Foto: Frank Blümler)

Die Goethe-Universität hat einen neuen Vorsitzenden des Hochschulrats: Der frühere hessische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Dr. h.c. Udo Corts, wurde am 17. Mai vom Hochschulrat einstimmig mit einer Enthaltung gewählt. Der 66-Jährige tritt sein Amt mit sofortiger Wirkung als Nachfolger von Prof. Dr. Dr. h.c. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, an, dessen Amtszeit im April endete: „Ich freue mich sehr, dass der Hochschulrat mich mit einem so klaren Votum für dieses wichtige Amt ausgestattet hat und danke für das Vertrauen“, sagte Corts nach der Wahl. „Die Goethe-Universität ist eine der größten und forschungsstärksten Hochschulen in Deutschland und Stiftungsuniversität mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit. Der Hochschulrat wird alles tun, um die positive Entwicklung der letzten 15 Jahre weiter zu unterstützen und dem neuen Präsidium mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dabei hilft mir, dass ich mich bereits als hessischer Wissenschaftsminister ab 2006 für die Umwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftung des öffentlichen Rechts einsetzen durfte, die 2008 durch den Landtag vollzogen wurde. Als meinem Vorgänger danke ich insbesondere Matthias Kleiner für die wichtigen Akzente zur universitären Weitentwicklung, die während seiner Amtszeit gesetzt werden konnten und wünsche ihm persönlich alles Gute!“

Die Hessische Wissenschaftsministerin, Angela Dorn: „Ich gratuliere Udo Corts sehr herzlich zu seiner Wahl. Schon aus seiner Zeit als hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst kennt er die Goethe-Universität bis ins Detail, die unter seiner Ägide in eine Stiftung des öffentlichen Rechts umgewandelt wurde. Auch seither ist er der Universität eng verbunden geblieben, etwa durch seine Funktionen im Aufsichtsrat des Uniklinikums oder im Vorstand der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität. Ich bin mir sicher, dass er mit seinem großen hochschulpolitischen Sachverstand und seiner sachorientierten und integrierenden Art eine Bereicherung für das Gremium darstellt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Herrn Corts. Herrn Professor Kleiner, der die Universität über sechs Jahre in der Funktion des Hochschulratsvorsitzenden sehr engagiert und fachkundig begleitet hat, danke ich sehr herzlich für sein Wirken. Er hat die Entwicklung der Universität in den letzten Jahren sehr positiv mitgeprägt.“

Der Vorsitzende der Leibniz-Gemeinschaft und frühere Hochschulratsvorsitzende, Prof. Dr. Matthias Kleiner: „Udo Corts wünsche ich von Herzen viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe als Vorsitzender des Hochschulrates, die immer bedeutet, das Bestmögliche für die Goethe-Universität zu erreichen. Für die nächste Runde der Exzellenzstrategie wird Verbundforschung in Netzwerken sicherlich ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein. Ohne Zweifel ist Herr Corts seinerseits ein exzellenter „Networker“, der mit seinen in der Politik und Wirtschaft gemachten Erfahrungen der mir durch viele Jahre ans Herz gewachsenen Frankfurter Goethe-Universität ein leidenschaftlicher, kritisch-konstruktiver Begleiter und Ratgeber sein wird.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff: „Ich beglückwünsche Herrn Corts zur Wahl als neuen Vorsitzenden des Hochschulrats der Goethe-Universität. Ich bin sehr froh, dass mit ihm ein exzellenter Experte für Wissenschafts- und Hochschulpolitik mit guten Drähten in die Wirtschaft und festen Wurzeln in der Stadt Frankfurt für diese wichtige Position gefunden werden konnte. Ich wünsche Udo Corts für sein Amt alles Gute und freue mich sehr auf die künftige enge Zusammenarbeit.“ 

In seiner Vorstellung betonte Corts, dass die durch Digitalisierung und Pandemie sich verändernde Welt auch vor den Universitäten nicht haltmache. Hier gelte es strategisch die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Auch die Vorbereitung auf die nächste Exzellenzstrategie habe jetzt schon begonnen; hier werde der Hochschulrat mit seinen Möglichkeiten das Präsidium unterstützen. Auch erinnerte er an teilweise hohe Abbruchquoten von Studierenden, dies könne so auf Dauer nicht hingenommen werden, die Studierenden müssten erfolgreich ihre Universität verlassen können. Er wies darauf hin, dass die Goethe Universität und auch die anderen Hochschulen als Standortfaktoren für die Stadt Frankfurt am Main von der Stadtpolitik noch nicht ausreichend anerkannt würden. Die neue Koalition sei hier gefordert.

Udo Corts war von 2003 bis 2008 Wissenschaftsminister in Hessen. In seine Zeit fiel die Umwandlung der Goethe Universität in eine Stiftung des öffentlichen Rechts. Außerdem initiierte er das Hochschulentwicklungs- und Umbauprogramm HEUREKA, auch die Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) und er war Mitgründer der Deutsch-Vietnamesischen Universität in Ho Chi Minh City. Corts wechselte nach seinem Ausscheiden aus der Politik in die Wirtschaft und war von 2008 bis 2020 Vorstand der Deutschen Vermögensberatung AG.