Prof. Dr. Thomas Walther, Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und thorakale Gefäßchirurgie . Foto: Universitätsklinikum

Seit Anfang dieses Jahres ist Prof. Thomas Walther neuer Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Thorakale Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt. Der renommierte Fachmann hat unter anderem zwei neue Spezial-Operationstechniken mitgebracht.

Die Klinik für Herz-, Thorax- und Thorakale Gefäßchirurgie hat seit Anfang des Jahres 2018 einen neuen Direktor: Prof. Thomas Walther hat zuvor die Abteilung für Herzchirurgie an der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim geleitet. Er besitzt umfangreiche Erfahrung auf dem gesamten Gebiet der Herzchirurgie und hat schon mehr als 7.800 Operationen durchgeführt. Prof. Walther hat zudem sieben weitere erfahrene Mitarbeiter nach Frankfurt mitgebracht.

„Wir freuen uns sehr, Prof. Walther für unser Klinikum gewonnen zu haben. Die Abteilung, die er zuvor geleitet hat, gehört zu den renommiertesten Fachkliniken in Deutschland. Er steht für höchste operative Qualitätsstandards und eine enge Verzahnung von Herzchirurgie, Kardiologie und weiterer relevanter Fachabteilungen“, sagt Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt.

Auch Prof. Thomas Klingebiel, Prodekan des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität, schätzt den neuen Kollegen: „Prof. Walther genießt einen exzellenten wissenschaftlichen Ruf. Seine zahlreichen Arbeiten sind über nationale Grenzen hinaus bekannt. Als Facharztprüfer für die Landesärztekammer Hessen und Weiterbildungsermächtigter für Herzchirurgie und chirurgische Intensivmedizin ist er zudem auch in der Ausbildung sehr engagiert.“

Herzteam für interdisziplinäre Zusammenarbeit

Um Patienten mit Herzproblemen die bestmögliche, personalisierte Therapie zu bieten, setzt Prof. Walther nicht nur auf neuste Methoden und Techniken und höchste Standards in der Versorgungsqualität.

„Wir planen, ein interdisziplinäres Herzteam aufzubauen. Dieses soll vorrangig aus Herzchirurgie, Kardiologie und Anästhesie bestehen, aber auch Radiologie, Neuro- und Nephrologie, Labormedizin, Rehabilitation und natürlich die Hausärzte und niedergelassenen Kardiologen einbeziehen“, erläutert Prof. Walther.

Prof. Andreas Zeiher, Direktor der Kardiologie am Universitätsklinikum Frankfurt, betont: „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Walther und seinem Team. Gemeinsam wollen wir unsere Fachbereiche noch enger zusammenführen.“

In Lehre und Ausbildung hat Prof. Walther sich zum Ziel gesetzt, schon frühzeitig im Studium Begeisterung für den Bereich Herz zu wecken. In der Facharztausbildung dann sollen die angehenden Herzchirurgen vor allem minimalinvasive Techniken erlernen und durch Rotation im Herzzentrum ein möglichst umfassendes Bild des Fachgebiets erhalten. Weiterhin soll das wissenschaftliche Arbeiten intensiviert werden.

Erweitertes Leistungsspektrum der Klinik

Das Leistungsspektrum der Klinik für Herz-, Thorax- und Thorakale Gefäßchirurgie in der Herzchirurgie umfasst die gesamte herzchirurgische Versorgung. Zum Wohle unserer Patienten werden in allen Bereichen zunehmend minimalinvasive Techniken eingesetzt. Dazu zählen die Bypasschirurgie arteriell am schlagenden Herzen, Klappenrekonstruktionen oder -ersatz, minimalinvasive Aortenklappeneingriffe, kathetertechnische Verfahren wie die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, die Aortenchirurgie und die Herzinsuffizienztherapie inklusive Kunstherzimplantation.

Daneben haben Prof. Walther und sein Team zwei Therapieformen neu am Universitätsklinikum eingeführt:  Eine davon ist die minimalinvasive Mitralklappenrekonstruktion. Die Mitralklappe regelt als eine Art Ventil den Fluss von Blut aus dem linken Vorhof des Herzens in die linke Herzkammer. Sobald die Klappe schließt, wird das Blut von der Kammer in den Körper gepumpt. Bei einer Insuffizienz der Mitralklappe kommt es zum Rückfluss des Blutes vom Vorhof in die Herzkammer. Dies kann zur Dehnung des linken Vorhofs oder gar der linken Herzkammer führen sowie zu einer dauerhaften Überlastung der Herzkammern, was zur Entwicklung einer Herzschwäche führen kann.

Die Mitralklappeninsuffizienz lässt sich entweder durch eine Rekonstruktion oder den Ersatz der Klappe behandeln. Die minimalinvasive Rekonstruktion ist schonender für die Patienten und durch neuartige Rekonstruktionstechniken kann bei dem größten Teil der Patienten die eigene Herzklappe erhalten werden.

Außerdem werden in der Klinik minimalinvasive Verfahren zur komplett arteriellen Bypassversorgung verstärkt eingesetzt. Viele Patienten können am schlagenden Herzen operiert werden und es werden zunehmend endoskopische Techniken eingesetzt.

Zentrale Stationen und Kennzahlen

Prof. Walther kann bereits auf eine Reihe eindrucksvoller Stationen in seiner Karriere zurückblicken. Nach seinem Medizinstudium und der Dissertation an der Universität Köln arbeitete er zunächst als Assistenzarzt in Göttingen und dann in Leipzig. Dort schloss er 1999 seine Facharztausbildung zum Herzchirurgen ab, 2001 folgte die Habilitation. Zwischenzeitlich absolvierte er medizinische Forschungs- und Praxisaufenthalte in Tel Aviv, London, London Ontario und Boston. 2002 wurde er Oberarzt und 2006 Leitender Oberarzt des renommierten Leipziger Herzzentrums. 2010 wechselte er nach Bad Nauheim und übernahm die Position des Direktors der Abteilung Herzchirurgie des Herzzentrums der Kerckhoff-Klinik. Von Januar 2013 bis März 2017 war er zudem Ärztlicher Direktor der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim.

Prof. Walther hat mehr als 7.800 Operationen durchgeführt, davon mehr als 5.000 als selbstständiger Chirurg. Dabei hat seine Arbeit Vorbildcharakter: Mehr als 25 seiner Operation wurden live auf internationalen Fachkongressen übertragen. Prof. Walther ist Mitglied in zahlreichen nationalen Gremien, Gutachter verschiedener internationaler Fachjournale und hat weit über 350 Publikationen veröffentlicht, davon 79 als Erstautor und 58 als Seniorautor. Seit 2012 verfügt er über die Weiterbildungsermächtigung für Herzchirurgie, 2018 wurde sie ihm erneut zuerkannt. Außerdem verfügt er über die Weiterbildungsermächtigung für chirurgische Intensivmedizin.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums