Für seine herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der Astrophysik wird Luciano Rezzolla, Professor für Astrophysik an der Frankfurter Goethe-Universität, zum Andrews Professor of Astronomy am Trinity College in Dublin ernannt. Einst mit der Leitung des irischen Dunsink Observatorys verbunden ist der Titel heute ein prestigeträchtiger Ehrenvorsitz. Dieser wird nun mit Luciano Rezzolla zum ersten Mal an einen Nicht-Iren vergeben.

„Die Andrews-Professur für Astronomie stellt eine enorme Anerkennung für die Exzellenz dar, die die Astrophysik-Forschung an der Goethe-Universität erreicht hat“, sagte Luciano Rezzolla. „Gewürdigt wird damit auch ein in Frankfurt vollzogener Paradigmenwechsel, bei dem sich auf der Suche nach einem tieferen Verständnis des Universums die theoretische Astrophysik und die theoretische Physik immer weiter verbinden. Ich bin sehr froh, dass es mir gelingt, das sich daraus ergebende Potenzial zusammen mit meiner Arbeitsgruppe und vielen weiteren Kollegen in Frankfurt und Dublin für die weitere Verbesserung unserer Forschung zu nutzen.“

„Der Titel ist eine große Ehre, sowohl für Luciano Rezzolla als auch für sein Team am Institut für Theoretische Physik“, sagte die Vizepräsidentin für Forschung und akademische Infrastruktur der Goethe-Universität Frankfurt, Simone Fulda. „Die Auszeichnung verdeutlicht, welchen hohen Stellenwert die Physik in der Forschung der Goethe-Universität genießt. Darüber sind wir stolz und gratulieren Herrn Luciano Rezzolla ganz herzlich.“

Die Andrews Professur für Astrophysik gibt es seit 1774. In seinem Vermächtnis stellte der Politiker und damalige Hochschulleiter des Trinity Colleges Francis Andrews 3000 Pfund bereit, um damit ein neues Observatorium in Dunsink zu bauen. Der erste Andrews Professor war der Mathematiker und Astronom Henry Ussher, er wurde 1783 ernannt. Zwischen den Jahren 1792 und 1921 war der Inhaber des Lehrstuhls gleichzeitig auch „Royal Astronomer of Ireland“. Zwischen 1921 und 1984 war die Position nicht besetzt, danach wurde sie zum heutigen Ehrenvorsitz umgewidmet. Mit seiner Benennung tritt Rezzolla nun in die Fußstapfen von Sir William Rowan Hamilton, nach dem die hamiltonsche Mechanik benannt ist und der die Position von 1827 bis 1865 innehatte.

Neben dieser Ehrung erlangte Rezzolla bereits im April dieses Jahres weltweit mediale Aufmerksamkeit. Als Vorstandsmitglied und Leiter des „Black Hole Cam-Projektes (BHC-Projekt)“ machte er mit seinen Kollegen zum aller ersten Mal die Beobachtung des heißen Plasma-Rings um das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87 sichtbar. Die National Science Foundation, die staatliche Behörde für Forschungsförderung in den Vereinigten Staaten, honorierte das erste Bild eines Schwarzen Lochs mit einem neuen Preis: Der Diamond Achievement Award ging in 2019 an das internationale Team des Event Horizon Teleskop-Projekts, zu dem auch die Gruppe von Prof. Rezzolla gehört. Außerdem erhielt Rezzolla und sein Team am Institut für Theoretische Physik den Wissenschaftspreis der Frankfurter Physik.

Publikation: http://ipfs.io/ipfs/QmXoypizjW3WknFiJnKLwHCnL72vedxjQkDDP1mXWo6uco/wiki/Andrews_Professorship_of_Astronomy.html