Henrik Lütjeharms (Kapitän), Asok Rafael Thun, Alexander Kondratiev, Jesse Jones, Nicolas Christophel und Andy Lee beim Internationalen Physik-Turnier in Paris.

Henrik Lütjeharms (Kapitän), Asok Rafael Thun, Alexander Kondratiev, Jesse Jones, Nicolas Christophel und Andy Lee beim Internationalen Physik-Turnier in Paris.

Sechs Bachelor-Studenten aus der Biophysik haben beim Internationalen Physik-Turnier in Paris den fünften Platz gewonnen. Es nahmen 15 Teams aus 14 Ländern teil. Wie bei einem Ritterturnier fordern die Teams sich gegenseitig heraus, eine von 17 Aufgaben zu lösen. Es handelt sich um bisher ungelöste Aufgaben in der Physik, die ein Jahr vor dem Turnier bekannt gegeben werden. Die Teams bereiten sich mit Experimenten und theoretischen Überlegungen darauf vor.

„Wir hatten uns auf neun Aufgaben vorbereitet“, sagt Teamleiter Dmytro Oliinychenko, Doktorand am Institute for Advanced Studies (FIAS). So konnte sein Team die meisten Herausforderungen im Turnier annehmen. Der Ablauf ähnelt einer wissenschaftlichen Debatte. Der Sprecher eines Team präsentiert die Lösung des Problems, während der Sprecher des anderen Teams kritische Fragen dazu stellt. Ein drittes Team stellt den Gutachter, der die Debatte moderiert. Die Jury aus Teamleitern und französischen Professoren bewertete, ob die Aufgaben gut gelöst wurden.

„Der fünfte Platz ist ein großer Erfolg, wenn man bedenkt, dass Deutschland zum ersten Mal teilgenommen hat und es auch keine nationale Vorauswahl gab. Unsere Bachelor-Studenten haben sich außerdem gegen Teams behauptet, in denen auch Master-Studenten waren“, freut sich Oliinychenko. Team-Kapitän Henrik Lütjeharms gewann einen Preis für den besten Bericht.

Zu den ungelösten Aufgaben gehört etwa die Frage, wie lange es dauert, bis ein elektrostatisch aufgeladener Luftballon, der an der Decke klebt, wieder herunterfällt. Oder, wie lange es dauert, bis sich Metronome, die in unterschiedlicher Phase schwingen, synchronisieren. Es gab nur ein Problem, das indirekt mit dem Studienfach der Teilnehmer, der Biophysik, zusammenhing. Es handelte vom Treibhauseffekt.

„Das Turnier wird immer bekannter, auch in der Öffentlichkeit. Inzwischen haben wir sogar Sponsoren“, beschreibt Dmytro Oliinychenko die Entwicklung gegenüber dem vergangenen Jahr. Das Frankfurter Team wurde von der Graduiertenschule HGS-HIRe und dem Frankfurter Förderverein für physikalische Grundlagenforschung gesponsert. Für die Sweatshirts kam das Dekanat des Fachbereichs Physik auf. Dmytro Oliinychenko wünscht sich, dass sich künftig mehr Physikstudierende für das Turnier bewerben, so dass es nationale Vorentscheidungen geben kann, bei denen die klügsten Köpfe ermittelt werden.

Am meisten beeindruckt hat ihn in Paris die Exkursion zum IRCAM, einer Institution, in der Musiker und Wissenschaftler zusammen arbeiten und an der auch Kompositionen entstehen. Sie arbeitet eng mit dem Centre Pompidou zusammen.