Studierende bei der Auftaktveranstaltung von Kompass³; Foto: Dettmar

Studierende bei der Auftaktveranstaltung von Kompass³; Foto: Dettmar

Am 25. April luden das International Office, der Career Service und das Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität auf dem Campus Westend zur offiziellen Auftaktveranstaltung für das Kompass³-Zertifikatsprogramm für Studien- und Berufserfolg internationaler Studierender ein.

Interessierte Studierende erschienen zahlreich, um im Austausch mit dem Programmteam mehr über Kompass³ zu erfahren und die Podiumsdiskussion zum Thema „Internationale Studierende auf dem Arbeitsmarkt gesucht?!“ zu verfolgen. Externe Kooperationspartner wie die Ausländerbehörde und die Agentur für Arbeit standen den Studierenden im Anschluss ebenso für Gespräche zur Verfügung wie die Programmpartner des Starken Starts ins Studium, des Internationalen Studienzentrums, des Hochschulrechenzentrums und viele mehr, die sich über den erfolgreichen Auftakt des Programms im Sommersemester 2016 freuten.

Vizepräsidentin Prof. Dr. Brigitte Haar eröffnete die Veranstaltung und hob die Bedeutung einer stetigen Verbesserung der Willkommensstrukturen an der Goethe-Universität für internationale Studierende hervor, die durch ein Format wie Kompass³ Integration in die deutsche Studienkultur und Unterstützung beim Aufbau ihrer Karriere erfahren können. Das Programm ist Teil des universitären Aequitas-Projekts, das aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Mit diesen Mitteln fördert das Land Hessen besonders innovative und praxisnahe Projekte zur Förderung von beruflicher Qualifizierung und sozialer Eingliederung.

Bei der Podiumsdiskussion betonten die Personalverantwortlichen von Nestlé (Tobias Groß) und Randstad (Eva Maria Krotwaart) die Bedeutung deutscher Sprachkenntnisse für den Einstieg in den hiesigen Arbeitsmarkt. Die Master-Studentin Olga Skorokhodova bestätigte, dass die Sprache der Schlüssel zum beruflichen Erfolg in Deutschland sei und appellierte an die Anwesenden, ihre Hemmungen zu überwinden und auch außerhalb der Lernzeiten mehr mit deutschen Kommilitonen in Kontakt zu kommen.

Ihrer Erfahrung nach bewegten sich Studierende aus dem Ausland privat häufig nur in ihren eigenen Sprach- und Kulturkreisen und vergäben dabei die Chance, ihr Deutsch zu trainieren. Neben der deutschen Sprache wurden von den Diskutanten Berufserfahrungen durch Nebenjobs und Praktika als kritischer Erfolgsfaktor für die Jobsuche hervorgehoben. Zwar könne auch die Arbeit in der Gastronomie von erfahrenen Personalern als Training von Schlüsselkompetenzen wie Umgang mit Kunden und Serviceorientierung gewertet werden, aber letztlich sei es wichtig, schon durch die Wahl von Nebenjobs und Praktika die berufliche Zielrichtung anzuzeigen.

Podiumsdiskussion zum Thema „Internationale Studierende auf dem Arbeitsmarkt gesucht?!“; Foto: Dettmar

Podiumsdiskussion zum Thema „Internationale Studierende auf dem Arbeitsmarkt gesucht?!“ (v.l.n.r.): Dr. Hans Groffebert (Agentur für Arbeit Frankfurt), Eva-Maria Krotwaart (Randstad), Sabine Mischnat (Hessischer Rundfunk), Tobias Groß (Nestlé) und Olga Skorokhodova (Studentin an der Goethe-Universität). Foto: Dettmar

Zwei Studierende aus dem Publikum berichteten von bürokratischen und rechtlichen Hürden bei der Aufnahme von Praktika und dass diese oft unbezahlt seien. Da internationale Studierende eine finanzielle Absicherung für die Aufenthaltsgenehmigung nachweisen müssen, stellt dies ein großes Problem dar. Hierzu kam aus dem Publikum der wichtige Hinweis an die internationalen Studierenden, sich über die verschiedenen Stipendien in Deutschland zu informieren. Entgegen der allgemeinen Annahme, dass diese nur für Studenten mit Bestnoten in Frage kämen, wäre soziales oder politisches Engagement ein besonders wichtiges Kriterium bei der Vergabe von Stipendien. Die Anwesenden waren sich einig, dass internationale Studierende mehr Unterstützung bräuchten und lobten das Kompass³-Programm als den richtigen Ansatz, um bereits im Studium wichtige Schlüsselkompetenzen für den Arbeitsmarkt zu erwerben.

Dr. Hans Groffebert, Berufsberater für akademische Berufe der Agentur für Arbeit Frankfurt, berichtete, dass internationale Studierende, die Rat und Unterstützung bei der Agentur für Arbeit suchen, oft Probleme mit den formellen Anforderungen an Bewerbungsunterlagen für Praktika oder den Berufseinstieg haben. Daher sei das Kompass³-Programm ein wichtiges Angebot, um die Studierenden bereits früh für diese Herausforderungen fit zu machen. Herr Groß erklärte: „Jeder Personaler freut sich beim Sichten von Bewerbungen über ein Zertifikat, aus dem er klar erkennen kann, dass ein internationaler Studierender zusätzliche Maßnahmen ergriffen hat, um sich sprachlich, interkulturell und in Vorbereitung auf den deutschen Arbeitsmarkt weiterzubilden.“ Das Kompass³-Programm wird im kommenden Wintersemester das Angebot an englischsprachigen Workshops und Vorträgen ausweiten und damit auch für internationale Studierende englischer Masterprogramme eine Teilnahme an Weiterbildungen ermöglichen.

Mehr Informationen zum Programm sowie Kontaktmöglichkeiten sind unter www.uni-frankfurt.de/kompass zu finden.

[Autoren: Christine Förster/Marion Gröger ]