Die dänische Autorin Helle Helle; Foto: Sofie Amalie Klougart

Die dänische Autorin
Helle Helle; Foto: Sofie Amalie Klougart

Skandinavische Sprachen wie das Dänische zählen insgesamt zu den „kleinen“ Sprachen, auch in Europa. Studierende des Faches Skandinavistik, das an der Goethe-Uni als Bachelor- und als Master-Studiengang angeboten wird, beschäftigen sich im Rahmen ihres Studiums mit literaturwissenschaftlichen und philologischen Aspekten und erlernen vor allem die Sprachen. Dies ist dann später auch ein entscheidendes „Alleinstellungsmerkmal“ in den Bewerbungsmappen der Absolventinnen und Absolventen.

Denn auch wenn im Kontakt mit den Einwohnern Skandinaviens flüssiges Englisch meist vorausgesetzt werden kann, gibt es gleichwohl Nischen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, in denen Kenntnisse des Norwegischen, Schwedischen oder Dänischen durchaus von Vorteil sind. Skandinavische Firmen wissen es zu schätzen, wenn ihre deutschen Mitarbeiter über sprachliche und kulturelle Kenntnisse des Ursprungslandes ihres Arbeitsgebers verfügen.

Ein naheliegendes Berufsfeld für Studierende der Skandinavistik ist natürlich das Übersetzen. Seit 2013 finden an der Goethe-Universität, organisiert von der Lektorin (und gebürtigen Dänin) Marlene Hastenplug, Dänisch-Deutsche Übersetzungsseminare statt, an denen Studierende der Goethe-Uni, aber auch weitere Interessierte aus dem ganzen deutschsprachigen Gebiet teilnehmen.

„Man muss natürlich klar sehen, dass der Beruf des Übersetzers aus dem Dänischen keiner ist, mit dem man reich wird – auch keiner, dem man in jedem Falle hauptberuflich nachgehen kann“, schränkt Marlene Hastenplug die Berufsperspektiven etwas ein, sieht aber durchaus Chancen: „Unter den heute praktizierenden Übersetzern aus dem Dänischen sind viele bereits im fortgeschrittenen Alter, sodass die Branche bald schon händeringend Nachwuchs suchen wird.“

Und der Erfolg von Belletristik aus dem laut eines UN-Berichtes „glücklichsten Land der Welt“ ist in Deutschland sehr groß. Das belegt auch das Interesse an den Romanen der dänischen Autorin mit dem einprägsamen Namen Helle Helle. Sie kommt im November nach Frankfurt und wird im Rahmen des nächsten Übersetzungsseminars (19./20. November) aus ihren Büchern lesen. Das Seminar, das in Kooperation mit und im Literaturhaus Frankfurt stattfindet, trägt den Titel: „Rødby-Puttgarten. Von Dänemark nach Deutschland“.

Erinnert wird damit an die alte Fährverbindung zwischen Dänemark und Deutschland, aber auch an den gleichnamigen Roman von Helle Helle. Dem nicht des Dänischen mächtigen Publikum wird der in Frankfurt ansässige, renommierte Übersetzer Ulrich Sonnenberg die von Helle gelesenen Werke auf Deutsch nahebringen. Gemeinsam mit Marlene Hastenplug gestaltet Sonnenberg das Übersetzungsseminar und bietet den Studierenden Einblicke in den Literaturbetrieb und die Verlagsarbeit.