Erasmus Student Network heißt Austauschstudenten willkommen. Über 300 Gaststudierende bestreiten diesen Sommer an der Goethe-Universität in Frankfurt ein Auslandssemester. Der UniReport hat sechs von ihnen getroffen und nachgefragt.

Um den Neuankömmlingen das Leben in der Main-Metropole näherzubringen, richtete die lokale Sektion des International Exchange Erasmus Student Networks (kurz ESN) zwei Welcome-Weeks aus, bei der sich die »Internationals« auf ihren bevorstehenden Auslandsaufenthalt schon mal gut einstimmen konnten. Auf dem Programm standen unter anderem eine historische Stadtführung durch die Frankfurter City, ein Besuch des Senckenberg-Museums und ein Kennenlern-Abend in Altsachsenhausen. Warum haben sich die jungen Studenten gerade für Frankfurt entschieden? Wo gibt es Probleme und Hürden? Was war ihr erster Eindruck der Universität?

Daniel Amador Sánchez (22) aus Mexiko City

Daniel Amador Sánchez (22) aus Mexiko City

Daniel Amador Sánchez (22) aus Mexiko City

Durch eine Kooperation seines Fachbereiches ist der Mexikaner auf die Goethe Universität aufmerksam geworden. „Frankfurt ist mir von einem meiner Dozenten empfohlen worden und die Stadt gefällt mir bisher sehr gut – es gibt noch vieles, das ich hier entdecken will!“ Die kommenden Monate will Sánchez nutzen, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Auch auf dem Campus Westend und in seinem Wohnheim auf der Ginnheimer Landstraße hat der 22-jährige sich schnell zurechtgefunden und ohne Probleme eingelebt. „Besser hätte mein Auslandssemester nicht beginnen können – mit Frankfurt habe ich die perfekte Wahl getroffen!“

Desiree Ramirez (23) aus Madrid

Desiree Ramirez (23) aus Madrid

Desiree Ramirez (23) aus Madrid

Auch für die Spanierin fiel die Wahl recht schnell auf Frankfurt – mit ihrem Studienfach Wirtschaftswissenschaften gehört sie der mit Abstand größten Gruppe der Austauschstudenten an. „An Frankfurt ist mir zuallererst der Kontrast zwischen Neuem und Altem aufgefallen. Die Architektur der schönen historischen Gebäude in der Innenstadt und den futuristisch anmutenden Wolkenkratzern beeindruckt mich immer wieder aufs Neue! Auch der Campus macht optisch einiges her und ich freue mich schon auf den Beginn der Vorlesungen.“

Vipahwa Vongsantivanich und Nathanan Charoenkitchaikarn (beide 20) aus Bangkok

Vipahwa Vongsantivanich und
Nathanan Charoenkitchaikarn (beide 20) aus Bangkok

Vipahwa Vongsantivanich und Nathanan Charoenkitchaikarn (beide 20) aus Bangkok

Einen schlechten Start hingegen erlebten die zwei Freundinnen aus Thailand: Durch eine chaotische Anreise inklusive verpasster Anschlusszüge und Probleme mit der Uni-Bürokratie, der Hausbank und der Wohnheimverwaltung war die Vorfreude auf ihr bevorstehendes Auslandssemester schnell verflogen. „Die ersten Tage waren sehr stressig, wir sind von einem Problem zum anderen gestolpert.“ Durch einige helfende Hände von ESN und ihren Zimmernachbarn im Wohnheim Hansaallee sieht ihre Lage jedoch nicht mehr ganz so trüb aus und die beiden geben sich optimistisch: „Trotz aller Schwierigkeiten sind wir von Frankfurt bisher sehr angetan und freuen uns auf die kommenden Monate in Deutschland.“

Simon Thorn (24) und Oliver Hagström (23) aus Linköping

Simon Thorn (24) und Oliver Hagström (23) aus Linköping

Simon Thorn (24) und Oliver Hagström (23) aus Linköping

Aufgrund ihres Studienfaches Wirtschaftsrecht fiel den zwei Schweden die Entscheidung, für ihr Auslandssemester in die deutsche Finanzmetropole zu ziehen, nicht sonderlich schwer. Im Wohnheim Stralsunder Straße teilen sich die beiden Freunde ein Zimmer und sind froh darüber, dass sie nur wenige Minuten zum Campus laufen müssen, da sie noch auf ihre Goethe-Card und das darin enthaltene Semesterticket warten. „Begeistert sind wir vom Programm, das ESN für die Welcome-Weeks zusammengestellt hat. Die Events sind eine gute Möglichkeit, andere Gaststudierende kennenzulernen, und wir haben schon einige neue Freundschaften geschlossen.

Weitere Informationen

Das Erasmus Student Network (ESN) ist eine nicht-kommerzielle Studentenorganisation, die Austauschstudenten betreut und ihnen die Integration vor Ort erleichtert. Das internationale Netzwerk bildet sich aus über 430 lokalen Sektionen aus 38 Ländern, denen mehr als 1200 Studenten angehören. Die 1989 in Belgien gegründete Organisation beschränkt sich längst nicht mehr auf das ERASMUS-Programm, sondern betreut auch Studierende anderer Austauschprogramme aus allen Erdteilen und hat auch Sektionen in Ländern, die nicht am ERASMUS-Programm teilnehmen. Ziele des ESN sind vor allem, die soziale und praktische Integration von Austauschstudenten zu verbessern, deren Bedürfnisse und Erwartungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu repräsentieren und zur kontinuierlichen Evaluation der europäischen Austauschprogramme beizutragen.

Text und Fotos: Jan Klauth

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 4-2016 des UniReport erschienen [PDF].