Lernräume zu, Nebenjob weg, Auslandsstudium abgesagt: wie die Corona-Krise für Studierende zum Problem wird.

„Die Not ist groß.“ Es ist keine Studierende, die die Situation auf den Punkt bringt, aber eine, die sich auskennt. Silvia Kobus, Presseverantwortliche des Frankfurter Studentenwerks, will ihre Empörung gar nicht verstecken. „Studierende sind ganz schutzlos, die fallen doch durch alle Löcher“, fasst sie die Erfahrungen der Studierenden in den vergangenen Wochen zusammen. Studenten kommen nicht infrage für Sozialhilfe, für Kurzarbeit, für Arbeitslosengeld, mitunter für einen Studienkredit. Diese Einschätzung wird durch die Tatsache nur bestätigt, dass der Nothilfefonds des Landes Hessen schon am Tag der Freigabe auf null geschmolzen war. Offen ist, ob der Corona-Nothilfe des Bundes, die die Studierenden ab dem 16. Juni be- antragen können, ein ähnliches Schicksal bevorsteht. Drei Monate nach Ausbruch der Corona-Krise können Studierende unter bestimmten Bedingungen bis August monatlich maximal bis zu 500 Euro erhalten.

Was Studierende brauchen, sei vor allem langfristige Hilfe, bekräftigt Andrea Lembke, Teamleiterin der Sozial- und Finanzberatung des Studentenwerks Frankfurt. Und im besten Fall eine Unterstützung, bei der sie sich nicht verschulden müssten. Seit April, beobachtet Lembke, sind die Studenten in der Realität angekommen: „Die Fälle ähneln sich“. Job verloren und oft damit auch die einzige Einnahmequelle. Lembke bedauert, dass sich die Studierenden Corona-bedingt derzeit nicht persönlich im Studentenwerk auf dem Campus beraten lassen können. Doch die Beratung am Telefon läuft hochtourig. Besteht neuerdings ein Anrecht auf BAföG, weil die Eltern in Kurzarbeit sind? Auf ein befristet zinsloses Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau, des Studentenwerks selbst, ein Darlehen im Rahmen von Hartz IV oder sogar auf eine rückzahlungslose Förderung wie Wohngeld? Wann wurden Miete und Krankenversicherung zuletzt gezahlt? Ist eine Stundung möglich? So ähnlich die Notlagen, so persönlich sind die Lösungen. „Den Normalstudenten gibt es nämlich nicht.“ Immerhin, so Lembke, bleiben sie und ihre Mitarbeiterinnen bei der telefonischen Beratung keinem Anrufer eine Antwort schuldig. „Wir rufen jeden zurück.“

Entwarnung kommt zunächst von Aysem Ictürk, Mitarbeiterin im First-Level-Support- Team des Studien-Service-Centers der Goethe-Universität. Denn sie hat den dort beschäftigten Hiwis nicht nur die Angst nehmen können, dass ihre Jobs gefährdet sind. Seit wieder telefonisch beraten wird, werden in ihrer Abteilung sogar noch weitere Hiwis eingestellt – und sie damit aus Notlagen befreit. Der im Juni neu beschäftigten Studentin etwa war nach ihrer Rückkehr von einem Auslandsstudium in Italien die Zusage für einen anderen Job zurückgezogen worden.

Blitzumfrage der Fachschaft Sportwissenschaften

„Ich werde in den nächsten Monaten meine Miete nicht mehr zahlen können.“ Die Fachschaft Sport an der Goethe-Uni wollte gleich zu Anfang der Corona-Krise wissen, wie es Studierenden ihres Fachbereichs geht, und hat an sie einen Fragebogen verschickt. 2 Prozent der 127 rückantwortenden Kommilitonen haben der Aussage in der Blitzumfrage ganz, 28 Prozent teilweise zugestimmt. 30 Prozent geben auf weitere Nachfragen an, dass sie ihren Job verloren haben, 11 Prozent arbeiten in Kurzarbeit, knapp zwei Drittel wissen noch nicht, wie sie ihren Lebensunterhalt in absehbarer Zeit sichern können. „Fast 30 Prozent“, erklärt der Sportstudent Joshua Kliewer die Umfrage seiner Fachschaft, „haben im Durchschnitt etwa 370 Euro pro Monat weniger.“

Es sind die von der Corona-Krise besonders betroffenen Arbeitsfelder, in denen Studierende im Rhein-Main-Gebiet ihre Jobs finden. Gastronomie, Messe, Flughafen. Sie habe 20 Stunden in der VIP-Lounge des Frankfurter Flughafens gearbeitet, meldet sich Milena auf den Facebook-Aufruf des UniReports; ihr Vertrag ende zwar erst im nächsten Jahr, trotzdem stehe sie seit Mitte März ohne Beschäftigung und Geld da. „Auf gut Glück“ habe sie sofort einige Lebens- mittelgeschäfte angefragt – und einen 450-Euro-Job bei einer Lebensmittelkette gefunden, der sie zusammen mit ihrem Ersparten vorläufig über die Runden bringe.

Ceyda, in der Endphase ihres Bachelorstudiums der Politikwissenschaft und Soziologie, berichtet auf die Facebook-Nachfrage ebenfalls von ihrem verlorenen Job in einem gehobenen Restaurant, Stundenlohn – inklusive Trinkgeld – 15 bis 20 Euro. Sie sei, schreibt sie, in einer neu eröffneten Bäckerei untergekommen und richte dort – neben dem zeitlich aufwendigen digitalen Studium – ab fünf Uhr morgens die Verkaufstheke her, nun für 9.50 Euro pro Stunde. Zusätzlich unterstütze sie ihr fest angestellter Partner.

»Andere haben nicht so viel Glück«

„Die Fälle ähneln sich.“ Pia, Studentin der Politikwissenschaften und Philosophie, hat zwar ihre Hiwi-Stelle in der Verwaltung der Universität behalten, verzichtet aber seit der Corona-Krise notgedrungen auf Einnahmen aus Babysitten und auf die 300 bis 450 Euro monatlich, die sich die Katzenliebhaberin mit Katzenbetreuung verdient. Und Marusha, im vierten Semester ihres Lehramtsstudiums Kunst und Geschichte und im AStA aktiv, hat ebenfalls ihre zwei Jobs verloren: als Werkstudentin in einem Restaurant, das ihr laut Werkvertrag noch einen Monatslohn schuldet, und als Honorarkraft („ohne echten Arbeitsvertrag“) an einer Gesamtschule, die sie mitunter 25 Std. im Monat angefordert hat. Ihre Arbeitgeber senden: Funkstille. Geld kommt stattdessen von der Familie und der Großmutter. In der Corona-Krise hat Marusha zum ersten Mal auch erlebt, was es bedeutet, „genügend Zeit fürs Studium zu haben“. Deshalb hat sie sich jetzt für ein Stipendium beworben, hofft als politisch aktive Studentin auf eine Zusage der Rosa Luxemburg-Stiftung.

„Ich komme aus einem bildungsfernen Elternhaus“. Dieser Satz fällt oft, wenn die Studierenden berichten. Sie erzählen von Eltern in Kurzarbeit. Und davon, dass die Eltern sie trotzdem finanziell unterstützen. „Ich habe großes Glück“, heißt es dann. Aber auch: „Andere haben nicht so viel Glück“.

„Wie exmatrikuliere ich mich?“ Marco Blasczyk von der Zentralen Studienberatung der Goethe-Universität hat es sich in den vergangenen Wochen angewöhnt, am Telefon nach dem Motiv zu fragen. Denn hinter der knappen Frage „Wie geht Exmatrikulation?“ stehe oft pure finanzielle Not und Perspektivlosigkeit. Wie studieren, wenn alle Jobs weggebrochen sind und niemand unterstützen kann? Wenn kein Computer fürs Online-Studium vorhanden ist? Wenn Lernorte wie die Universitätsbibliothek verschlossen sind und die WG und das Zuhause bei den Eltern keine Alternative bieten? Wie die Bachelorarbeit schreiben, wenn die Kita zu ist und nur ein Bruchteil der Professoren asynchrone Lernveranstaltungen anbietet? Exmatrikulation, zeigt sich Marco Blasczyk besorgt, sei in der Regel keine gute Lösung. Wer wieder einsteigen wolle, für den könne eine neue Prüfungsordnung oder ein Numerus clausus zur Hürde werden. „Wer ein Kind zu betreuen hat oder längerfristig krank wird, kann sich auch beurlauben lassen.“Finanzielle Probleme aber, bedauert Blasczyk, würden nicht pauschal als Urlaubsgrund anerkannt.

Quarantäne in fensterlosem WG-Zimmer

„Wir setzen uns für die Studierenden ein.“ Man nimmt es Marco Blasczyk und seinen Kolleginnen und Kollegen aus Studienberatung und Studentenwerk ab, dass die Not mancher Studierender auch zu ihrer Not wird. Und sie deshalb froh sind, wenn Erfolg für sie sichtbar wird: Für eine kleine Gruppe von Studierenden aus dem Ausland beispielsweise hat die Studienberatung gemeinsam mit dem International Office, dem Immobilienmanagement und dem Hochschulrechenzentrum Computer besorgt und auf dem Campus einen Raum zur Verfügung gestellt.

Im International Office der Goethe-Uni, in dem die Incomings wie die Outgoings betreut werden, läuft seit der Corona-Krise auch nichts wie zuvor. Erstmals wurde 20/21 bei den Erasmus-Bewerbungen die 600-Marke „geknackt“, berichtet Olaf Purkert stolz, zuständig für die im Ausland Studierenden; doch dieser Rekord war zu Corona-Zeiten nur bedingt Anlass zur Freude. Ein paar Studierende, die im Februar noch abenteuerlustig ins Ausland aufgebrochen seien, räumten im März nicht einmal mehr ihren Kleiderschrank aus, bevor sie zum Flughafen flüchteten, erzählt Purkert. Ein Student musste die Ausgangssperre in Spanien größtenteils in einem fensterlosen WG-Zimmer verbringen. In Südkorea zogen es dagegen die meisten Outgoings vor, vor Ort zu bleiben. Jeder Studierende in der Ferne wurde vom International Office über die Situation im Land, Quarantänepflichten und Rückreiseoptionen informiert. Mindestens 200 Auslandsstudien wurden im Sommersemester durch die Pandemie beeinträchtigt. Immerhin sei es gelungen, so Purkert, an fast alle Erasmus- Studierenden ihr Stipendium fortzuzahlen, unabhängig davon, ob das Semester im Ausland oder digital von Frankfurt aus zu Ende geführt oder gar abgebrochen wurde.

Universitäten im Ausland schließen Türen

Jenseits aller Routine laufen aber auch die Erasmus-Planungen für das Wintersemester. Welche Universitäten nehmen Auslandsstudierende noch in Empfang, nachdem einige Universitäten aus Kanada, Frankreich und Skandinavien bereits die Türen geschlossen haben? Wie riskant ist ein Auslandsaufaufenthalt im Herbst überhaupt? Während die Mitarbeiter die Möglichkeiten des Erasmus-Studiums ausloten müssen, läuft aktuell die Betreuung der ausländischen Gaststudierenden, der sogenannten Incomings, die im Sommersemester von der Corona-Krise in Frankfurt betroffen waren.

Rund 140 Einschreibungen lagen dem International Office für das Sommersemester aus dem Ausland vor. Etliche Gaststudierende zogen ihren Anspruch selbst zurück, Mitte März schließlich wurde allen nicht Angereisten abgesagt. 67 bereits in Frankfurt anwesende Gaststudierende wurden und werden von den Office-Mitarbeitern nun per Telefon und Mail betreut. Für das Wintersemester 20/21 will man bestmöglich vorbereitet sein und koordiniert sich mit anderen Abteilungen der Goethe-Uni und dem Studentenwerk, wobei Informationen oft erst übersetzt werden müssen. Wie ist die aktuelle Situation in Deutschland und in ihrem Heimatland, wie sind Möglichkeiten des Studienabbruchs, der Heimreise, der Umstellung aufs digitale Arbeiten? Niemand wird vor die Tür gesetzt – alle Gaststudierenden, Incomings wie Outgoings, können ihren Aufenthalt in ein späteres Semester verschieben.

Freie Plätze im Flugzeug gesichert

Noch im Ausland fest sitzen einige der Degree seekers, die internationalen Nicht-EU-Studierenden, die ihr Studium an der Goethe-Uni abschließen wollen und inzwischen einen festen Aufenthalt in Frankfurt haben. Das International Office beteiligte sich an einer Rückholaktion, einigen von ihnen noch freie Plätze in Flugzeugen zu sichern. Gesunken ist bereits die Zahl der internationalen Studierenden, die sich im Sommersemester erstmals an der Goethe-Uni ins Fachstudium eingeschrieben haben.

Zur Sorge um Geld und Job, erklärt Hanna Reuther, Abteilungsleiterin für die Beratung und Betreuung internationaler Studierender, komme bei den Nicht-EU-Studierenden auch die Sorge um eine Verlängerung des Aufenthalts. Dieser wird nämlich nur gewährt, wenn mehr als 10 000 Euro im Jahr und ein ordnungsgemäßes Studium nachgewiesen werden können. Doch was heißt in diesen Tagen ordnungsgemäß? „Immerhin stehen die Corona-bedingten Bundesbeihilfen auch internationalen Studierenden offen“, stellt Reuther fest. Sie befürchtet jedoch, dass die Bundesmittel für die in Notlage Geratenen der rund 4700 Bildungsausländerinnen an der Goethe-Uni knapp werden könnten. Was besonders schwer wiegt, da ausländische Studierende meist nicht BAföG-berechtigt sind, weniger leicht hinzuverdienen und oft auch keine familiäre Unterstützung erwarten können. „Außerdem ist noch offen“, so Reuther, „wie sich das Virus in Regionen wie Afrika, Asien und Südamerika ausbreiten wird.“

„Ich bin so unter Stress“, platzt es aus der Iranerin Parvaz am Telefon heraus, ein Satz, den die internationale Studentin der Wirtschaftswissenschaften im Gespräch noch oft wiederholen wird. Bis jetzt habe sie ihr Studium immer selbst finanzieren können. Doch nun habe die Bank, bei der sie neben ihrem Studium arbeitet, sie auf Kurzarbeit gesetzt und ankündigt, ihren Vertrag im Juli zu beenden. Noch bis Ende Juni bleiben Parvaz nach Abzug der Miete und Fixkosten 110 Euro. Im September muss sie nach vier Jahren turnusgemäß ihr preiswertes Zimmer in der Katholischen Studierendengemeinde (320 Euro) räumen – wenn ihr Härtefallantrag nicht positiv entschieden wird. Ebenfalls im September steht ihre Bachelorarbeit an. Den Antrag auf ein dreimonatiges Stipendium für die Abschlussarbeit hat Parvaz bereits gestellt. Hinzuverdienen, sagt sie, müsse sie ohnehin. Es gebe da ein Café, das eine Aushilfe suche … Im International Office kennt man ihren Härtefall. Wie viele andere Härtefälle auch. Die Not ist Alltag dort.


Ausnahmejob: Corona-Hilfe im Krankenhaus

»Auf Jobsuche?« Unter der Rubrik »Alternative Studentenjobs« der Goethe-Uni fand sich am Anfang der Corona-Krise auch der Hinweis auf Aushilfe im Universitätsklinikum. Alisha S. ist eine der Medizinstudierenden, die sich nach ausgefallenem Praktikum aus dem »Impuls zu helfen« gemeldet hatte und, nach dem Zufallsprinzip verteilt, auch zum Einsatz kam. Während manche ihrer Studienkollegen »bloß eine Barriere gegen Publikumsverkehr bewachen mussten«, erzählt sie, und andere – gut bezahlt – in Gesundheitsämtern aushalfen, kam Alisha in einer chirurgischen Intensivstation unter. Nachtschichten mit Intensivpflege im Kontakt mit Patienten, mitunter auch eine 1:1-Betreuung durch den diensthabenden Arzt waren eine Erfahrung, die sie in ihren Praktika bislang nicht gemacht hatte. Zum vollständigen, anerkannten Praktikum umfunktioniert wurde der Hilfsjob schließlich, als im Verlauf des Semesters per Demovideo und Online-Input Theorieanteile ergänzt wurden. Einen vollwertigen Ersatz für das verlorene Praktikum in der Augenheilkunde, Hals-, Nasen-, Ohrenabteilung und der Psychiatrie sieht Alisha in ihrem »Corona«-Praktikum allerdings nicht; da müsse sie im Selbststudium noch Wissen nachholen. Im Nachhinein findet Alisha auch, dass durch das Gefälle zwischen Gratisarbeit und vergütetem Job die Verhältnismäßigkeit der Corona-Jobs verloren gegangen sei. »Klar, die Situation war für alle Verantwortlichen am Anfang schwer einzuschätzen«, versteht sie. »Aber ein Stundenlohn wie ein Hiwigehalt hätte uns schon etwas Wertschätzung gezeigt.«


Wir können nicht planen

Fragen an Kyra Beninga, Mitglied im Vorstandskollektiv des AStA

Foto © peter-juelich.com

UniReport: Wie kommt die Corona-Krise beim AStA an?

Kyra Beninga: 
Wir werden mit Mails von Studierenden überschüttet! Dabei ging es in den ersten Wochen vor allem um finanzielle Probleme – etwa nachdem der Nothilfefonds des Landes Hessen schon nach wenigen Stunden ausgeschöpft war und viele Studierende leer ausgegangen sind. Manche fragen uns, ob sie ihre Miete im Studierendenwohnheim gestundet bekommen können. Andere haben in der Vergangenheit einen Kredit aufgenommen, den sie nun nicht weiter abbezahlen können. Wir verweisen sie dann an das Studentenwerk, das in solchen Fragen häufig weiterhelfen kann.

Und jetzt nach drei Monaten Corona-Krise? Haben sich die Fragen geändert?

Viele sind verzweifelt, weil sie keinen Platz zum Lernen haben, keine gute Internetverbindung für das digitale Lehrangebot oder keine Notbetreuung für ihre Kinder. Sie wollen dann wissen, ob wir private Elterninitiativen kennen. Außerdem wird immer mehr danach gefragt, ob sich die Befristungen von BAföG, Regelstudienzeit, Hiwi-Stellen oder Wohnheimplätzen geändert haben. Hier können wir leider oft auch nicht weiterhelfen. Die Goethe-Uni hat das Semester zwar zum Ausnahmesemester erklärt, aber ohne Richtlinien auf Landes- und Bundesebene können wir nicht planen. Wir sind deshalb froh, dass das Land Hessen die Regelstudienzeit jetzt um ein Semester verlängert hat. Das schafft Klarheit mit Blick auf die BAföG-Regelungen und löst so zumindest einen Teil der Probleme. Trotzdem besteht natürlich weiter Handlungsbedarf. Der AStA hat deshalb gemeinsam mit anderen Studierendenvertretungen und Gewerkschaften einen Forderungskatalog an die hessische Landesregierung formuliert. Wir wollen damit gutes und solidarisches Studieren während der Pandemie und danach ermöglichen.

Die neue Corona-Nothilfe vom Bund hat der AStA kritisiert …

Ja, denn diese Nothilfe ist einfach nicht gut durchdacht und geht an der Lebensrealität der meisten Studierenden vorbei. Um überhaupt zuschussberechtigt zu sein, darf der Kontostand 500 Euro nicht überschreiten. Die durchschnittliche Miete für ein WG-Zimmer liegt in Frankfurt aber schon bei 505 Euro – und dazu kommen ja auch noch weitere Lebenshaltungskosten. Wenn sich das Geld für die kommende Miete auf meinem Konto befindet, falle ich also direkt durch das Raster. Außerdem schließt die neue Förderung Studierende im Urlaubssemester aus. Dabei haben sich doch viele von uns beurlauben lassen, gerade weil sie ihr Studium nicht finanzieren konnten. Diese Hilfe hat falsche Antragsbedingungen und kommt viel zu spät!

Kyra Beninga studiert im Lehrfach Politik und Wirtschaft und Deutsch und ist Mitglied im Vorstandskollektiv des AStA (Allgemeiner Studierenden-Ausschuss) der Goethe-Universität.


Dieser Artikel ist in der Ausgabe 4.20 des UniReport erschienen.