Natalias Lieblingsplatz: die Terrasse des Hörsaalzentrums. Foto: Dettmar

Natalias Lieblingsplatz: die Terrasse des Hörsaalzentrums. Foto: Dettmar

Die ehemalige „Ersti“ Natalia Akarkach (29 Jahre) studiert Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität. In der aktuellen Ausgabe des UniReport blickt sie zurück auf die Anfänge ihrer Studienzeit.

Der erste Tag …

Nach dem Abi habe ich mich zum Wintersemester eingeschrieben und meine ersten Seminare noch auf dem Campus Bockenheim im Flat-Gebäude wahrgenommen. Kennt heut kaum noch jemand. Wenn ich daran zurückdenke, so muss ich lachen, weil es durch und durch ein seltsames Gefühl war und ich mich fehl am Platz gefühlt habe. Mein erster Eindruck wurde geprägt durch das überfüllte Seminar und die vorherrschende Raumsituation. Stehend in einem kleinen Raum voller Menschen, heißer Luft und verriegelten Fenstern verbrachte ich meine ersten 1,5 Stunden an der Uni.

Ich erinnere mich, dass in dieser ersten Stunde viel zum Verlauf des Semesters besprochen wurde und die ersten Präsentationen verteilt wurden, aber ich war so überwältigt von allem, dass ich zunächst froh war, als das Ganze vorbei war und ich den Raum verlassen konnte. Nach dem ersten Schreck und im Laufe des Semesters besserte sich die gesamte Situation und auch ich wurde mutiger. Leider wiederholt sich das Szenario so ähnlich auch über die nächste Zeit meines Studiums pünktlich zum Semesterbeginn. Aber die Situation bessert sich mit der Zeit und irgendwann hat man auch einen Sitzplatz mit Tisch und Stuhl oder zumindest einen Stuhl.

Die erste Woche …

Ich habe an einer Einführungswoche meines Fachbereichs teilgenommen, meine Erinnerungen daran sind positiv. Es war ein guter Crash-Kurs für den Studienbeginn. Man hat schnell Kontakte geknüpft und so die ersten Unsicherheiten überwunden. Später ergibt es sich wie von allein; man trifft immer wieder neue Leute, die man in den Vorlesungen und Seminaren gesehen hat, und so entstehen Freundschaften. Gelegenheit, sich auszuprobieren, gibt es in studentischen Initiativen, wo man sich engagieren kann. Man sollte aber auch das Studentenleben, zu dem Partys und neue Leute kennenlernen einfach dazugehörten, ruhig mal ausleben.

Warum eigentlich Frankfurt?

Frankfurt ist mein Zuhause, ich bin hier aufgewachsen und wollte nach dem Abitur wegen des persönlichen Bezugs der Stadt nicht den Rücken kehren. Obwohl ich gerne die Welt erkunde, habe ich es nie bereut, hier geblieben zu sein. Jedoch spalten sich die Gemüter zu Frankfurt enorm: Man kann wohl die Stadt lieben oder hassen. Sie ist keine Millionenstadt, gehört aber zu den bekanntesten Metropolen der Welt und hat viel zu bieten. So wie in vielen attraktiven Großstädten ist der bezahlbare Wohnraum sehr knapp, das ist wirklich ein großes Manko. Gerade junge Studierende kriegen das zu spüren. Hat man jedoch die ersten Hürden bewältigt, ist Frankfurt perfekt, mit vielfältigen Angeboten von Parks bis hin zum Nachtleben und überrascht immer wieder durch die vielen schönen Ecken, die es zu erkunden gibt.

Lieblingsort auf dem Campus

Ich mag die Terrasse vom Hörsaalzentrum – wenn ich mal Luft habe, bin ich gerne dort. Durch die Höhe ist der hektische Alltag außerhalb der Sichtweite und es eröffnet sich ein schöner Ausblick in den Grüneburgpark. Hier kann ich für einige Momente verweilen, gemütlich sitzen oder zur Not auch mal meinen Handy-Akku laden.

Und sonst so?

In meiner Freizeit versuche ich viel Zeit mit Freunden und der Familie zu verbringen. Das geht vom gemütlichen Kaffee- trinken in charmanten kleinen Cafés bis hin zu sportlichen Aktivitäten. Ich brauche meine tägliche Dosis an Bewegung neben dem sonst vielen Sitzen in der Uni oder auf der Arbeit. So ist das Fahrrad mein Transportmittel Nummer eins ge- worden. Ich fahre sowohl kurze als auch lange Strecken und kann voller Überzeugung sagen, dass es zum einen angenehmer ist, frei und mobil zu sein, und zum anderen ich damit viel Zeit spare, um meinen Tag sinnvoller nutzen zu können, als auf irgendwelche überfüllten Busse oder Bahnen warten zu müssen. Sehr empfehlen kann ich auch das Zentrum für Hochschulsport am Sportcampus. Studierende können die Kurse zu vergünstigten Gebühren besuchen. Angebote von A wie Allwetterlauf bis Z wie Zumba sind zudem auch eine gute Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu machen.

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 2.16 des UniReport erschienen [PDF]