10. UCT Science Day: Krebsforschende aus Frankfurt und Marburg im Austausch

2009 vom Universitären Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt ins Leben gerufen, ist der UCT Science Day inzwischen eine feste Größe in der Frankfurter Forschungslandschaft. Am 29. Juni 2022 richtete das UCT den Wissenschaftstag für in der translationalen Krebsforschung aktive Clinician Scientists und Medical Scientists erstmals zusammen mit seinen Marburger Partnern aus: Im Zentrum stand insbesondere die Vernetzung der Studierenden, Promovierenden und Postdocs am Universitätsklinikum Frankfurt, an der Goethe-Universität, am Universitätsklinikum Marburg und an der Philipps-Universität sowie aus den angegliederten Einrichtungen und Instituten.

Das Team der Organisatoren, bestehend aus Prof. Christian Brandts und Prof. Evelyn Ullrich (Frankfurt) sowie Prof. Elke Pogge von Strandmann und Prof. Thomas Gress (Marburg), freute sich über eine äußerst rege Beteiligung mit über 240 Teilnehmenden, rund ein Drittel davon aus Marburger Institutionen. „Wir haben durch die Coronapandemie lange auf diesen intensiven persönlichen Austausch gewartet und sind deshalb froh, dass wir den UCT Science Day als Präsenzveranstaltung durchführen konnten. Gerade der direkte Austausch ist wichtig für die Nachwuchswissenschaftler und hilft dabei, unsere Kooperation mit Leben zu füllen“, sagt Prof. Brandts.

Aus 130 eingereichten Abstracts hatten die 38 Mitglieder des Scientific Organizing Committee aus Frankfurt und Marburg ein vielseitiges Programm zusammengestellt, das den Teilnehmenden einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und die Nachwuchsförderung in der Krebsforschung bot. In zwei Sessions mit insgesamt 111 ausgewählten Postern konnten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler Forschungsergebnisse aus aktuellen Arbeiten präsentieren, standortübergreifend diskutieren und Anknüpfungspunkte für künftige Kooperationen finden. Eine thematische Verbindung zwischen aktuellen Forschungsprojekten zur Immun-Onkologie an beiden Standorten stellte Prof. Laurence Zitvogel vom Institut Gustave Roussy in Paris mit ihrer Keynote Lecture zum „Rationale of microbiota-centered interventions in immuno-oncology” her. Das Forschungsinteresse der renommierten Wissenschaftlerin gilt insbesondere der Rolle des Immunsystems und der Darmflora bei der Entstehung und Behandlung von Tumoren.

Im Rahmen der Veranstaltung am Campus Niederrad erhielten die mit je 100 Euro dotierten Best Poster Awards Constantin Menche (Georg-Speyer-Haus, Frankfurt) sowie Adrian Fricke und Chiara Lebon (Institut für Physiologische Chemie, Philipps-Universität Marburg). Laura Meyer (Medizinische Klinik 2, Universitätsklinikum Frankfurt) wurde für ihren Vortrag „Uncovering the molecular mechanism of mitophagy in acute myeloid leukemia“ mit dem Best Talk Award ausgezeichnet. Die Preise wurden mit freundlicher Unterstützung des GRADE Center BioMed FIRST der Goethe-Universität verliehen, welches sich der interdisziplinären Ausbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der translationalen Biomedizin mit dem Fokus auf Arzneimittelforschung, -entwicklung und -sicherheit widmet.

Im kommenden Jahr soll der UCT Science erstmals an der Philipps-Universität in Marburg stattfinden. „Wir freuen uns, wenn zahlreiche Frankfurter Forscherinnen und Forscher nach Marburg kommen und unseren Standort besser kennenlernen. Ich bin mir sicher, dass es viele weitere Anknüpfungspunkte für gemeinsame Krebsforschungsprojekte gibt“, sagt Prof. Thomas Wündisch, Direktor des dortigen Krebszentrums und stellvertretender Direktor des UCT Frankfurt-Marburg.

Felicitas Cremer, Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen (UCT)

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