Cecilia Villanueva, mexikanische Generalkonsulin und Prof. Brigitte Haar, Vizepräsidentin der Goethe-Universität (v.l.)

In der ersten Oktoberwoche lud die Vizepräsidentin für Internationalisierung der Goethe-Universität, Prof. Brigitte Haar, zu einem neuen Veranstaltungsformat an der Goethe-Universität ein. Die erste Diplomaten-Matinée fand mit der mexikanischen Generalkonsulin Cecilia Villanueva statt.

Während der Matinée kam die Konsulin ins Gespräch mit deutschen und mexikanischen Forschenden, die über ihre Forschung und auch über Ihre persönlichen Erfahrungen mit dem jeweils anderen Land sprachen. Insbesondere die mexikanischen Forscherinnen Ximena Salinas und Dr. Jetzabel M. Serna-Olvera begeisterten die Zuhörer mit ihren Berichten. Ximena Salinas, PhD Studentin im Bereich Neuropsychologie, berichtete von den hervorragenden Forschungsbedingungen, die sie an der Goethe-Universität vorfindet und die sie dazu bewegt haben, nach dem Masterstudium auch noch ihre Promotion hier anzuschließen.

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Jetzabel M. Serna-Olvera vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften berichtete von verschiedenen Stationen in den USA, Spanien und Deutschland. Sie hob die guten Arbeitsbedingungen für Frauen in der Wissenschaft insbesondere im Bereich IT hervor. Unterstützt wurden beide Forscherinnen zum Teil von mexikanischen Stipendien und der Förderung durch den DAAD.

Bianka Jäckel, Leiterin des Auslandsbüros am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, berichtete über den Studierendenaustausch Ihrer Fakultät und die persönlichen Kontakte der Forschenden nach Mexiko. Meist sei es die persönliche Erfahrung durch ein Austauschsemester oder ein Forschungsaufenthalt, der den Grundstein für weitere Kooperationen lege. Dies zeigte sich ganz konkret bei der Präsentation von Professorin Meike Piepenbring, die von ihrer Forschungsarbeit zur Mykologie in Mexiko berichtete: Sie steht seit ihrer Studienzeit mit einem bekannten Forscher in Mexiko in Kontakt, mit dem sie auch gemeinsam publiziert hat und so auf eine schon lange und lebendige Kooperation zurückblicken kann.

Eine solche aktive Kooperation gibt es in Mexiko mit der staatlichen Universität UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México), an der auch Masterstudent Timo Dosch forschte. Er präsentierte ein Projekt aus dem Institut für Humangeografie aus dem Bereich Immobilienwirtschaft und berichtete auch über sein eigenes Forschungsprojekt zum organisierten Verbrechen. Hier ergänzten sich der wissenschaftliche Ansatz und die diplomatische Arbeit der Konsulin, die in ihrer Laufbahn auch bereits für die UNO gearbeitet und sich intensiv gegen Waffenhandel und organisiertes Verbrechen eingesetzt hat.

Cecilia Villanueva bot außerdem Hilfe bei der Anbahnung von Abkommen und der Vermittlung von Kontakten an. Weitere Vernetzung sei Ihr insbesondere mit Blick auf den Spracherwerb sehr wichtig. Ein Hindernis für Mexikaner und Deutsche seien oft die fehlenden Sprachkenntnisse in Spanisch bzw. Deutsch.

Die Möglichkeit der bilateralen Zusammenarbeit sei vielfältig, betonte Vizepräsidentin Haar, hervorragende Wissenschaft lebe vom Austausch und neuen Impulsen: „Wenn für eigentlich einfache, aber dann in der Praxis doch oft problematische bürokratische Vorgänge diplomatische Unterstützung zugesagt wird, ist das eine enorme Erleichterung für den langfristigen Austausch und die internationalen Kooperationen in Forschung und Lehre.“

Nach dem erfolgreichen Start in das neue Veranstaltungsformat plant Vizepräsidentin Haar, weitere Diplomaten-Matinées anzubieten und auch den diplomatischen Vertretern anderer Länder die Gelegenheit zu geben, die verschiedenen Akteure der Goethe-Universität und deren Projekte kennen zu lernen und eine Plattform für den Austausch zu bieten. Die nächste Matinée ist im Dezember geplant.