Wie ändert sich das Verhältnis des Menschen zur Natur, wenn Bäume nicht mehr nur als „Opfer“ von Umweltzerstörung gesehen werden? Wenn sie uns als eigensinnige Wesen begegnen, mit uns kommunizieren, gar „intelligent“ und „fürsorglich“ sind? Wenn sie es sind, die dem Menschen Bedingungen vorgeben?

In ihrem Gastvortrag „Fremde Verwandtschaft. Eine Kulturpoetik der Bäume“ am Donnerstag, 25. Juni, um 18:15 Uhr online via Zoom-Meeting spricht die Literatur- und Medienwissenschaftlerin Dr. Solvejk Nitzke (Technische Universität Dresden) über die Rolle, die das Erzählen beim Auflösen der Grenzen zwischen Mensch und Baum spielt. Ihr Vortrag fragt etwa, welche Umwelten die kommunizierenden Pflanzenriesen schaffen, was passiert, wenn der Mensch sich ökologisch und psychisch dem Baum annähert und welche Konsequenzen die Vermischung der beiden Umwelten nicht zuletzt für Literatur und Wissenschaften haben.

Der Vortrag findet im Rahmen des Seminars „Poetik des Vegetablen. Eine Literatur- und Kulturgeschichte der Pflanzen“ statt, das Prof. Dr. Frederike Middelhoff im Sommersemester anbietet. Die Literaturwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Romantikforschung lehrt seit März an der Goethe-Universität.

Das Seminar widmet sich den sogenannten „Plant Studies“, einer Richtung der Literaturwissenschaften, die im Zuge von Klimawandel, Arten- und Waldsterben auf die zunehmende gesellschaftliche Bedeutung von Pflanzen für das menschliche Überleben reagiert. Welche Eigenheiten besitzen Pflanzen, wie nehmen sie Einfluss auf den Menschen? An lyrischen Texten und Erzählungen des 18., 19., 20. und 21. Jahrhunderts soll erforscht werden, ob die Methoden der literatur- und kulturwissenschaftlichen Pflanzenforschung hier Antworten geben können.

Dem Meeting beitreten unter: https://uni-frankfurt.zoom.us/
Meeting-ID: 942 3408 1078
Passwort: 820904

Quelle: Pressemitteilung vom 9. Juni 2020