Wie kann man internationale Studierende zu ehrenamtlichen Engagement motivieren und sie dabei von Hochschulseite unterstützen? Zu dieser Frage und Erfahrungswerten aus der Praxis konnten sich Hochschulmitarbeitende, Studierende und Interessierte im Rahmen der Online Tagung am 18. März dieses Jahres austauschen. Diese fand im Rahmen des seit Anfang 2019 an der Goethe-Universität umgesetzten Projekts ACT, CONNECT & REFLECT statt. Das vom Europäischen Sozialfond und dem Land Hessen geförderte Projekt hat zum Ziel internationale Studierende beim Engagement in Studium, Gesellschaft und Beruf zu unterstützen.

Im Zentrum der Tagung mit 31 Teilnehmenden, stand die Frage, wie man internationale Studierende dazu ermuntern und für sie Zugänge schaffen kann, sich ehrenamtlich zu engagieren, wenn im Alltag zwischen Studium, sprachlichen Herausforderungen und der Sicherung des Lebensunterhalts, wenig Freiraum bleibt. Mitgewirkt haben Expert*innen aus dem Hochschulkontext und Vertreter*innen relevanter Institutionen, sowie Studierende und Interessierte, die Best Practice Beispiele für Unterstützungsangebote aber auch Herausforderungen für solche Projekte sowie Visionen für die Zukunft und das Thema Nachhaltigkeit diskutierten.

Einen wissenschaftlichen Einstieg in das Thema Engagement bot Hannah Rahel Jäkel, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Phillips-Universität Marburg. Mit Ihrem Vortrag zum Thema studentisches Engagement als Bildungs- und Begegnungsraum arbeitete sie auf Basis empirischer Studien das Verhältnis zwischen Bildung und Engagement in der besonders herausfordernden Lebensphase des Studiums heraus.

„Engagement-Stipendiat Herr Quintero Serna berichtete über die Studierendeninitiative Francisco de Miranda

Katharina Leinius berichtete über die vielfältigen Angebote und Ansätze des Service Learnings an der Universität Kassel. Service Learning ist eine innovative Form der Lehre. die Studierende ermutigt sich in ehrenamtlichen Projekten auch im Rahmen von Studienmodulen zu engagieren. Hierbei setzt die Uni Kassel mit rund 30 Service Learning-orientierten Veranstaltungen pro Semester bundesweit Maßstäbe für die erfolgreiche Umsetzung des Konzepts ,,Lernen durch Engagement‘‘. 

Mit Ihrem Kurz-Beitrag zum Projekt ,,Studium Hoch E – Integration durch Engagement‘‘ der Universität Marburg und der Freiwilligenagentur Marburg, berichten die Referentinnen Anne Prell und Doris Heineck über die Ziele und Erfahrungen des Programms ,,Engagierte Stadt‘‘.

Einen konkreten und wertvollen Einblick in die Beratung von Studierenden zum Thema Engagement konnte die Kulturanthropologin Frederike Lang von der Beratungsstelle der Evangelischen Studierendengemeinde Frankfurt beitragen. Anhand mehrerer Fallbeispiele wurde deutlich, welche speziellen Probleme und Bedürfnisse die internationalen Studierenden aus dem globalen Süden prägen und wie ein erfolgreicher Studienverlauf durch Ehrenamtliches Engagement begünstigt werden kann.

Zwei schöne Beispiele aus der Praxis studentischen Engagements im internationalen Hochschulkontext konnten die ersten Stipendiaten des im ESF Projekts der Goethe-Universität mit DAAD Mitteln geschaffenen Engagement-Stipendiums vorstellen. Herr Atha Estrada (Referat Internationales AStA) und Herr Quintero Serna (Studierendeninitiative „Francisco de Miranda“) wurden jeweils für drei Monate für ihr besonderes Engagement gefördert und teilten ihre studentische Perspektive auf das Thema der Tagung mit den Teilnehmenden.

Ein Eindruck der sich in den anschließenden Workshops zum vertiefenden Austausch der Teilnehmenden festigte war, dass die Unterstützung der Universitäten und Einrichtungen wichtig ist, damit Engagement stattfindet. Dabei müssen zum einen aktiv Räume für Engagement schaffen in denen die Studierenden eigene Gestaltungsmöglichkeiten bekommen. Zum anderen werden aber auch ganz konkrete Mitwirkungsformate benötigt, die den Einstieg in Engagement erleichtern. 

Aufnahmen der zentralen Vorträge und weitere Materialien sind auf der Tagungshomepage abrufbar