Workshop-Reihe der Universitätsbibliothek führt in Methoden und Werkzeuge der Digital Humanities ein.

Die digitale Transformation von Wissenschaft, Forschung und Lehre ist bereits weit vorangeschritten: Auch geisteswissenschaftliche Disziplinen können, selbst wenn sie sich als eher traditionell ausgerichtet betrachten, nicht umhin, digitale Techniken und Werkzeuge in ihrer täglichen Arbeit zu verwenden. Da sich viele dieser Methoden und Tools eines intuitiven oder naiven Zugangs weitgehend entziehen, ist es unerlässlich, insbesondere Studierenden, aber auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs, Unterstützung auf dem Weg zu einem sicheren und reflektierten Umgang mit diesen Instrumenten anzubieten.

Die Universitätsbibliothek möchte mit ihrer neuen Reihe Praxislabor Digitale Geisteswissenschaften in Form extracurricularer Workshops einen Beitrag dazu leisten. Die Workshop-Reihe ist im Sommersemester 2019 bereits zum zweiten Mal an den Start gegangen und verfolgt das Ziel, interessierten Einsteigern einen ersten Einblick in das weite Feld der Methoden und Tools der Digital Humanities zu bieten.

In niederschwelligen Zweier-Sessions erfolgen zunächst Präsentationen, die ins jeweilige Thema einführen, bei der Folgesitzung ist dann „hands-on“ angesagt: Hier kann das zuvor Präsentierte anhand kleiner Praxisbeispiele selbst geübt werden. Das Themenspektrum variiert von grundlegenden Einführungen bis zur Demonstration klein(er)er Tools, die den Alltag der Forschenden erleichtern:

Einführungen in sogenannte X-Technologien (XML, XPath, XSLT) machen die Teilnehmenden mit der Nutzung und Verarbeitung der Auszeichnungssprache TEI (Text Encoding Initiative) vertraut, die insbesondere im Kontext digitaler Editionen einen De-Facto-Standard darstellt. In weiteren Workshops lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sie mit verhältnismäßig einfachen Mitteln Informationen aus dem WWW strukturiert harvesten können (Web Scraping) und wie diese und andere (ggf. unordentliche) Daten bereinigt und für die eigenen Zwecke aufbereitet werden können (OpenRefine, Textmanipulation mit Regulären Ausdrücken).

Veranstaltungen wie die Einführung in Python oder in Linux zeigen den Mehrwert dieser Technologien für geisteswissenschaftliche Anwendungsfelder auf und sollen dazu dienen, Hemmschwellen abzubauen. Die neunzigminütigen, von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Universitätsbibliothek durchgeführten Workshops finden während der Vorlesungszeit mittwochs um 13.15 Uhr im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften auf dem Campus Westend statt.

Agnes Brauer, Referentin der UB
für Digitalisierung / Digital Humanities

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten unter
www.ub.uni-frankfurt.de/digitalhumanities
Ein Moodle-Kurs, in dem alle Materialien frei zugänglich hochgeladen werden, begleitet die Veranstaltungsreihe:
http://tinygu.de/dhworkshops

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 4.19 des UniReport erschienen.