Prof. Dr. Iryna Gurevych ist Sprecherin des Centrums für Digitale Forschung in den Geistes-, Sozial- und Bildungswissenschaften (CEDIFOR). Bild: Katrin Binner

Prof. Dr. Iryna Gurevych ist Sprecherin des Centrums für Digitale Forschung in den Geistes-, Sozial- und Bildungswissenschaften (CEDIFOR); Foto: Katrin Binner

Über 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten in Darmstadt, Frankfurt und Mainz sowie außer-universitärer Institutionen diskutierten auf einer Tagung in Darmstadt Themen an der Schnittstelle zwischen Informatik und Geisteswissenschaften und bekräftigten, dass sie ihre bereits enge Zusammenarbeit weiter vertiefen wollen.

Ziel der Kooperation ist es, die Forschung in den „Digitalen Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“ oder „Digital Humanities“ in der Rhein-Main-Region zu stärken und die dort vertretene Kompetenz zu bündeln. Ein deutschlandweit sowie international bekanntes Profil im aufstrebenden Forschungsfeld Digital Humanities wird neben den Studierenden der beteiligten Universitäten auch den Kunst- und Kultureinrichtungen in der Region zugutekommen.

Die Kooperation wird unterstützt durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Centrum für Digitale Forschung in den Geistes-, Sozial- und Bildungswissenschaften (CEDIFOR) unter der Federführung der TU Darmstadt und der Goethe-Universität Frankfurt sowie durch das neu gegründete Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed), einem Zusammenschluss von sechs Forschungsinstitutionen am Wissenschaftsstandort Mainz.

Expertise im Rhein-Main Verbund ergänzt sich ideal

„Die TU Darmstadt und die Goethe-Universität Frankfurt blicken auf viele Jahre äußerst erfolgreicher Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Digital Humanities zurück, die ursprünglich im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts 2011 im Land Hessen initiiert wurde“, so die Sprecherin des CEDIFOR, Prof. Dr. Iryna Gurevych vom Fachbereich Informatik der TU Darmstadt. Die so gelegten Grundlagen sollen durch den Verbund mit mainzed in Zukunft auf eine breitere Basisgestellt werden. Auf einer kürzlich an der TU Darmstadt veranstalteten Tagung betonten dementsprechend Sprecher der beiden Zentren das hohe Potenzial der Zusammenarbeit dank der komplementären Profile der beteiligten Institutionen.

Automatische Analyse von Metaphorik in der Wissenschaftssprache

Im Vordergrund steht nicht eine Dienstleistung der Informatik für geistes- oder sozialwissenschaftliche Forschungsvorhaben, sondern vielmehr die gleichberechtigte Zusammenarbeit in sorgfältig ausgewählten Projektkontexten. Aktuell wird beispielsweise an der automatischen Analyse von Metaphorik in der Wissenschaftssprache gearbeitet. Die automatisierte Auswertung von Massendaten ermöglicht dabei eine tiefgreifende Erforschung von metaphorischen Ausdrücken. Beispielsweise soll erörtert werden, ob während des Arabischen Frühlings gezielt Metaphern eingesetzt wurden, um Leser von einer bestimmten Meinung zu überzeugen.

Auf der Tagung wurden in insgesamt fünf Gruppen zu den Themen Digitale Philologie, Bild- und Objektverstehen, Online-Kommunikation, sowie Virtuelle Rekonstruktion drängende Forschungsfragen identifiziert und erörtert. Der institutionelle Rahmen für die so entstehenden Arbeitsgruppen soll durch die Gründung eines Rhein-Main Verbunds für Digitale Geisteswissenschaften an den drei federführenden Universitäten geschaffen werden.

Quelle: Pressemitteilung der Rhein-Main-Universitäten vom 25. Juli 2016