Das Schlosserteam mit Andreas Pintaric (2. von rechts) – von links: Gerhard Loge, Daniel Janowitz, Lutz Schyputa, Alexander Reh. Es fehlen Norbert Wolff und Anjelo Meyer; Foto: Jürgen Lecher

Das Schlosserteam mit Andreas Pintaric (2. von rechts) – von links: Gerhard Loge, Daniel Janowitz, Lutz Schyputa, Alexander Reh. Es fehlen Norbert Wolff und Anjelo Meyer; Foto: Jürgen Lecher

Schlosser – das klingt nach traditionellem Handwerk, nach Ver- und Bearbeitung von Metall mit Schweiß- und Lötgeräten. Tatsächlich hat sich das Berufsbild aber stark gewandelt, auch an der Goethe-Universität. Vielmehr arbeiten die Schlosser Gerhard Loge und Daniel Janowitz gemeinsam mit ihren vier Mitarbeitern heute an der feinfühligen Technik der Türschließanlagen. »Speziell an der Goethe-Universität hat sich der Beruf dahingehend entwickelt, dass nicht mehr mit Hammer und Meißel gearbeitet wird, sondern ausschließlich Arbeiten im Bereich Elektronik und Türantriebe stattfinden«, sagt Andreas Pintaric, stellvertretender Abteilungsleiter Betrieb & Service Campus Bockenheim/Ginnheim/Westend.

Werkstattgespräche (Teil 2): In der Serie ›Werkstattgespräche‹ stellen wir die Werkstätten der Abteilung Betrieb & Service Bockenheim/Ginnheim/Westend vor. Dieses Mal geht es um die Kollegen aus der Werkstatt Schlosser.

Ein kleiner Werkstattraum mit einem Schweißgerät stehe nur noch für den Notfall zur Verfügung, so Loge, Leiter der Schlosserwerkstatt an der Goethe-Universität. Der gelernte Maschinenbauer ist seit 1994 an der Uni tätig. Begonnen hat er zunächst in der Klimawerkstatt. Nachdem er Mitgründer und -betreuer der Störungsstelle war, wurde Loge dann zum Koordinator für die gesamten Werkstätten.

Seit rund zehn Jahren ist er Meister der Schlosserwerkstatt, die für die Standorte Bockenheim, Westend und Ginnheim zuständig ist. Auch mehrere Außenliegenschaften der Goethe-Universität werden von der Werkstatt betreut, die an die Abteilung Betrieb & Service Bockenheim/Ginnheim/Westend angegliedert ist. Allein im House of Finance, einem der kleineren Gebäude auf dem Campus Westend, müssen ungefähr 500 Innen- und Außentüren, jeweils aus Holz und Metall, davon 247 batteriebetriebene elektronische Schließanlagen, 18 Kartenleser, 800 Fenster und 4 Rauch- und Wärmeabzugsanlagen instandgehalten werden.

Seit dem 1. September 2015 leitet Janowitz, ebenso Meister der Schlosserwerkstatt, die neue Abteilung Schließanlagenmanagement. »Das Aufgabengebiet wird immer größer. Auch, weil wir bei der dritten Ausbaustufe noch mehr zusätzliche Räume mit noch spezifischeren Schließanlangen bekommen«, erklärt Janowitz die Umstrukturierung. Und das, obwohl es früher rund 5000 Schlüssel für sämtliche Türen gab und es heute nur noch drei sind: Außenhaus-/Fassadenschließung, Goethe-Card und Technikschließung. Das Schließanlagenmanagement betreut die mechanischen und elektronischen Schließanlagen, Schlüssel- und Schließverwaltung, Instandhaltung der Doppelknaufzylinder und die Programmierung und Löschung der Mitarbeiterausweise.

Was macht die Schlosserwerkstatt?

Die Mitarbeiter aus der Schlosserwerkstat kümmern sich um:

  • Innen-, Außen-, Brand- und Rauchschutztüren
  • Fenster
  • elektronische Türantriebe
  • barrierefreie Zugänge (Behindertenzugänge)
  • Rampen
  • Campustoranlagen
  • Rolltore
  • Fluchtwegterminals
  • Rauchwärmeabzugsanlagen
  • Feststellanlagen an den Türen
  • Trennwände
  • Zäune
  • Schranken
  • Fahrradständer
  • Durchfahrtspfosten
  • Geländer und Handläufe

jeweils an den Standorten Bockenheim, Westend und Ginnheim.

Ab 2016 werden zwei weitere Mitarbeiter die Werkstatt unterstützen. Zusätzlich arbeiten die Schlosser noch mit insgesamt 40 Fremdfirmen zusammen. »Unser Hauptanliegen ist es, Mängel zeitnah abzuarbeiten und so unsere Kunden zufrieden zu stellen. Das geht nicht immer sofort, weil teilweise auch Aufträge an Fremdfirmen vergeben werden müssen, für Arbeiten, die von uns nicht geleistet werden können«, sagt Loge. Auch Sonderwünsche werden bearbeitet, wenn sie nicht gegen sicherheitsrelevante Vorschriften verstoßen. Einer dieser Wünsche, der in Erfüllung gegangen ist, ist die automatische Türöffnung am Eingang des PA-Gebäudes durch einen Bewegungsmelder.

Unter anderem diese unvorhersehbaren Aufgaben sind es, die Janowitz Freude an seiner Arbeit bereiten: »Ich weiß am Vortag nicht, was mich am nächsten Tag erwarten wird. Das finde ich sehr aufregend«, sagt der gelernte Glaser und Fensterbauer. Sein Kollege Loge liebt insbesondere die Herausforderungen, die das neue Berufsbild des Schlossers an der Goethe-Universität mit sich bringen: »Für mich ist es jedes Mal wieder spannend, mit der oftmals sehr komplexen Technik zu arbeiten und zu ergründen, wie die einzelnen Bestandteile miteinander funktionieren, um sie am Leben erhalten zu können.«

Wenn sich die Türen automatisch öffnen, sobald man eintreten will, sich verschiedene Bürotüren mit nur einem Schlüssel öffnen lassen oder die Rauch- und Wärmeabzugsanlagen stets auf dem neuesten Stand sind – dann waren die Schlosser von heute auf dem Campus unterwegs, die stets für Komfort und Sicherheit sorgen.

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