Prof. Barry Eichengreen

Barry Eichengreen von der University of California, Berkeley, übernimmt in diesem Jahr die Gastprofessur für Finanzgeschichte am House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt. Die Gastprofessur wird vom Bankhaus Metzler und der Friedrich Flick Förderungsstiftung finanziert.

Eichengreen ist George C. Pardee- und Helen N. Pardee-Professor für Ökonomie und politische Wissenschaften an der University of California, Berkeley. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte und die aktuelle Ausgestaltung des internationalen Geld- und Finanzsystems.

Als Autor hat sich Eichengreen international einen Namen gemacht. Zu seinen jüngsten Buchveröffentlichungen gehören: „The Populist Temptation: Economic Grievance and Political Reaction in the Modern Era” (2018), “How Global Currencies Work: Past, Present, and Future mit Livia Chitu und Arnaud Mehl” (2017), “Hall of Mirrors: The Great Depression, the Great Recession, and the Uses – and Misuses – of History” (2015), und “Exorbitant Privilege: The Rise and Fall of the Dollar and the Future of the International Monetary System” (2011) (in der engeren Wahl für den Financial Times and Goldman Sachs Business Book of the Year Award 2011).

Eines der bekanntesten Bücher von Eichengreen ist „Golden Fetters: The Gold Standard and the Great Depression, 1919–1939“ (1992), in dem er als Hauptgrund für die Rezession der 1930er Jahre den strukturell fehlerhaften und schlecht verwalteten internationalen Goldstandard anführt. In seinem am häufigsten zitierten Forschungspapier mit Tamim Bayoumi (1993) argumentierte er, dass die Europäische Union weniger für einen gemeinsamen Währungsraum geeignet sei als die Vereinigten Staaten.

Professor Eichengreen studierte an der Yale University in New Haven, CT (M.A. in Volkswirtschaftslehre, M.Phil in Volkswirtschaftslehre, M.A. in Geschichte und Ph.D. in Volkswirtschaftslehre) und der University of California, Santa Cruz (B.A in Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften). Er ist Research Associate bei NBER (National Bureau of Economic Research) und Research Fellow bei CEPR (Centre for Economic Policy Research). Die American University in Paris verlieh ihm die Ehrendoktorwürde und im Jahr 2010 erhielt er von der Internationalen Joseph A. Schumpeter Gesellschaft den Schumpeter Preis. Eichengreen wurde als einer der 100 führenden globalen Denker im Foreign Policy Magazine genannt.

Während seines Aufenthaltes in Frankfurt im Mai 2019 wird Eichengreen anlässlich des 50. Jahrestages des IBF (Institut für Bank- und Finanzgeschichte) einen Workshop für Nachwuchswissenschaftler zum Thema „Financial History – Reflections on the Past to Tackle Today’s Key Finance Questions“ leiten und die Eröffnungsrede auf einer internationalen Konferenz an der Goethe-Universität halten. Darüber hinaus wird er im Ph.D.-Programm der Graduiertenschule GSEFM im House of Finance ein Seminar mit dem Titel „Topics in Macroeconomic History“ anbieten.

Eichengreen ist der fünfte Gastprofessor für Finanzgeschichte an der Goethe-Universität. Im Rahmen der Gastprofessur werden ausgewiesene internationale Experten der bank- oder finanzhistorischen Forschung eingeladen, Wissenschaftlern, Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit in Frankfurt Einblicke in ihre Forschungsinhalte und -methoden zu geben. Kooperationspartner sind das LOEWE-Zentrum SAFE im House of Finance und das Institut für Bank- und Finanzgeschichte. Bisherige Gastprofessoren waren Benjamin Friedman, Harvard University (2015), Caroline Fohlin, Emory University Atlanta (2016), Hans-Joachim Voth, Universität Zürich (2017) und Harold James, Princeton University (2018).

Im Jahr 2014 haben das Bankhaus Metzler und die Edmond de Rothschild Gruppe die Gastprofessur der Goethe-Universität aus Anlass ihres 100. Geburtstags gestiftet. Seit 2018 wird die Professur vom Bankhaus Metzler und der Friedrich Flick Förderungsstiftung finanziert.

Quelle: Pressemitteilung vom 2. Oktober 2018