Biomolekulare Magnetresonanz / EU investiert weitere 10 Millionen Euro in Strukturbiologie

Prof. Harald Schwalbe

Die Struktur von großen Biomolekülen zu entschlüsseln, ist entscheidend für viele Innovationen im Bereich Gesundheit, Umwelt und nachhaltige Technologien. Da die Strukturforschung teure Apparate wie NMR-Spektrometer benötigt, fördert die Europäische Union spezialisierte Zentren. Von Februar 2020 an fließen weitere 10 Millionen Euro in das Projekt iNEXT-Discovery. Das Zentrum für Biomolekulare Magnetresonanz (BMRZ) an der Goethe-Uni ist wieder dabei.

Gegenwärtig umfasst das iNEXT-Konsortium 23 Partner aus 14 europäischen Ländern. Es ist das erste Forschungsinfrastruktur-Projekt, das verschiedene Methoden der Strukturbiologie kombiniert: Röntgenspektroskopie, Magnetresonanz-Spektroskopie (NMR), Elektronenmikroskopie und biophysikalische Methoden. Mit ihnen lässt sich die dreidimensionale Struktur biologischer Makromoleküle entschlüsseln, so dass man ihre Funktion in der komplexen Maschinerie des Lebens verstehen kann. Ziel ist die Entwicklung neuer Medikamente, verbesserter Impfstoffe, neuer Biomaterialien, Biotreibstoffe oder Enzyme für die Nahrungsproduktion.

Das BMRZ an der Goethe-Universität stellt Forschenden in ganz Europa seine Expertise in der NMR-Spektroskopie zur Verfügung. Bereits jetzt nutzen Besucher aus dem Ausland täglich die Geräte, um die Strukturen von Proteinen, RNA und DNA zu ermitteln. Außerdem ist es Partnern aus der Industrie möglich, über Kooperationsverträge teilzunehmen, etwa, um gezielt nach Wirkstoffen zu suchen. Für Forschende, die bisher wenig Erfahrung mit NMR haben, werden in den kommende vier Jahren eigene Trainingsprogramme aufgesetzt.

„Am BMRZ geben wir europäischen Wissenschaftlern Zugang zu den derzeit leistungsfähigsten NMR-Technologien. In der nächsten Förderperiode wird ein 1,2 Gigahertz NMR-Spektrometer bereitstehen“, sagt Prof. Harald Schwalbe, Mitglied des Vorstands von iNEXT-Discovery. „Wir erwarten, dass ab 2020 jährlich 20 Nutzergruppen aus ganz Europa kommen werden, um unsere Geräte zu nutzen und von unserer Erfahrung zu profitieren. So tragen wir gemeinsam zu spannender Wissenschaft bei.“

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