„Eine soziologische Unschärferelation“

Lars Meier, Professor für Soziologie der sozialen Ungleichheit an der Goethe-Universität, hat sich in dem Beitrag „Eine soziologische Unschärferelation“ kritisch mit der Studie von Richard Traunmüller und Matthias Revers über die Frankfurter Studierenden des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften auseinandergesetzt. Traunmüller und Revers hatten in ihrer Studie, erschienen in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, im Hinblick auf die Umfrageergebnisse festgestellt, „dass sich Studierende häufig sprachlich angegriffen fühlen und dass sich ein beträchtlicher Anteil für die Einschränkung der Meinungsfreiheit ausspricht. Auch finden wir Hinweise für Konformitätsdruck“ (s. auch die Diskussion im UniReport 6/2020). Meier schreibt in seiner Replik, dass der Aufsatz von Revers und Traunmüller Erkenntnisinteresse und Positionalität der durchgeführten Forschung verschleiere. Eine Offenlegung wäre aber notwendig, um die Grundlagen der schwerwiegenden methodischen Probleme, der Fallauswahl und der unbelegten Behauptungen des Aufsatzes verstehen zu können. „Im Widerspruch zu der falschen Annahme, dass Meinungsfreiheit grenzenlos sei und auch mit einer Freiheit einhergehe, andere zu diskriminieren, legt meine Replik die Notwendigkeit […] dar, dass auch an den Universitäten Diskriminierungen aktiv vermieden werden müssen.“

Zur Publikation auf link.springer.com

Dieser Beitrag ist in der Ausgabe 3/2021 (PDF) des UniReport erschienen.

Relevante Artikel

Es gibt nicht nur die „eine“ Zukunft

Julia Schubert und Steven Gonzalez forschen als Postdocs im interdisziplinären Graduiertenkolleg „Fixing Futures“ und fragen: Was machen Zukunftsvisionen mit dem

Der unversöhnte Theoriegeist

In „Der Philosoph: Habermas und wir“ von Philipp Felsch verschränken sich Zeit- und Geistesgeschichte in der Figur eines großen Frankfurter

Öffentliche Veranstaltungen

Neue Grundlage für die Hitler-Forschung

DFG-Projekt „Edition Hitlerreden 1933–1945“: Team um Prof. Cornelißen übernimmt Neuedition der Hitlerreden ab 1933 Seine schneidende Stimme ist unverkennbar, man

Kein richtiges Leben im falschen?

Drei Romanheld*innen werden auf ganz unterschiedliche Weise mit den Widersprüchen der Gegenwartsgesellschaft konfrontiert: Die Erziehungswissenschaftlerin Yandé Thoen-McGeehan hat gerade ihren

Einfach mal „reingrooven“

Kurz vor Semesterbeginn: Neue „Erstis“ schauten sich auf dem Campus Westend um. Es ist recht unwirtlich an diesem Mittwoch Anfang

You cannot copy content of this page