Prof. Frank Grünwald, Leiter des Thermoablationszentrums. Foto: Universitätsklinikum

Prof. Frank Grünwald, Leiter des Thermoablationszentrums. Foto: Universitätsklinikum

Als bei einer 86-Jährigen Patientin der Schilddrüsenkrebs zurückkehrte, wollten die Ärzte nicht mehr operieren. An der Klinik für Nuklearmedizin setzte das Team von Prof. Frank Grünwald erstmals Thermoablation ein – mit Erfolg.

Fast 20 Prozent aller Deutschen haben einen oder mehrere Schilddrüsenknoten. Die meisten dieser Geschwulste gutartig. Lediglich bei rund 0,2 Prozent der Fälle handelt es sich um bösartige Karzinome. Nach einer Schilddrüsenoperation und anschließender Radiojodtherapie sind die betroffenen Patienten in der Regel erfolgreich therapiert. In seltenen Fällen wirkt die Radiojodtherapie jedoch nicht. Bisher waren dann erneute Operationen oder eine Chemotherapie notwendig. Jetzt haben Ärzte der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt eine 86jährige Patientin effektiv und schonend mit Hitze behandelt.

Die Thermoablation ist ein Verfahren, das bei gutartigen Schilddrüsenknoten sehr erfolgreich erprobt wurde. Unter lokaler Betäubung wird eine kleine Sonde durch die Haut in den Schilddrüsenknoten eingeführt. Durch dieses Röhrchen lenken die Ärzte Hitze auf den Knoten – in diesem Fall die Metastase. Sie wird durch die Temperaturerhöhung zerstört und wird danach selbstständig vom Körper abgebaut. Die Dauer der Behandlung beträgt je nach Größe der Metastase zwischen zehn und 15 Minuten. Ein stationärer Aufenthalt ist dafür nicht notwendig. Durch die Behandlung entstehen keine Narben auf der Haut.

Die 86-jährige Patientin, die erfolgreich mit der Thermoablation behandelt wurde. Foto: Universitätsklinikum

Die 86-jährige Patientin, die erfolgreich mit der Thermoablation behandelt wurde. Foto: Universitätsklinikum

Im aktuellen Fall wurde eine 86-jährige Patientin behandelt. Ihr wurde 2001 die Schilddrüse entfernt. In der Nachsorge stieg der Tumormarker, ein Indikator für Krebszellen, wieder an. Die Ultraschalluntersuchung brachte dann Gewissheit. Im Halsbereich befand sich eine Lymphknotenmetastase des Schilddrüsenkarzinoms. Eine erneute Operation lehnten die Ärzte aufgrund des sehr hohen Risikos ab. Die Patientin stellte sich daraufhin diesen Februar in der Klinik für Nuklearmedizin vor. Die Mediziner des Deutschen Zentrums für Thermoablation von Schilddrüsenknoten konnten die Metastase erfolgreich zerstören. Nach drei Monaten hatte sich das Volumen der Lymphknotenmetastase bereits um 80 Prozent reduziert. Der Tumormarkerspiegel im Blut hatte sich normalisiert.

„Wenn sich die sehr guten Ergebnisse bei weiteren Einsätzen bestätigen, haben wir eine hervorragende Alternative für die Behandlung von Halsmetastasen von Schilddrüsenkrebs für Patienten, bei denen eine Radiojodtherapie, Operation oder Chemotherapie nicht möglich ist“, erklärt Prof. Frank Grünwald, Leiter des Thermoablationszentrums. „Das Verfahren ist effektiv und im Vergleich mit einer Operation oder Chemotherapie sehr nebenwirkungsarm“, ergänzt PD Dr. Huedayi Korkusuz, der die Behandlung durchgeführt hat.

Pressemitteilung des Universitätsklinikums